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Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg: Ich-Botschaften

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg: Ich-Botschaften
geschrieben von Marion Walsdorff

Die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg enthält viele wichtige Aspekte, die ein friedliches Miteinander unterstützen können. Die Ich-Botschaften werden als die angemessene Ausdrucksform für die eigenen Gefühle angesehen. Was sind nun Ich-Botschaften und warum sind sie so wichtig?

Ich-Botschaften statt Du-Botschaften in der gewaltfreien Kommunikation

Häufig lassen wir uns im Streit dazu hinreißen, unserem Konfliktpartner Sachen an den Kopf zu werfen und ihm zu sagen wie er ist. Aussagesätze wie „Du bist so unzuverlässig“ oder „Du bist so faul“ lösen im Gegenüber vermutlich eher Widerstand als Verständnis aus und sind für eine friedliche Beilegung des Konflikts eher ungeeignet. Du-Botschaften sind häufig mit Zuschreibungen behaftet und greifen den anderen in seiner Integrität und in seinem Selbstwertgefühl an.

Ich-Botschaften: Warum sie so wichtig sind

Demgegenüber lässt eine Ich-Botschaft Ihrem Konfliktpartner Raum für die eigenen Gefühle und was noch wichtiger ist, Raum für Kooperation. Wenn Sie einem Freund zum Beispiel sagen: „Ich möchte mich auf dich verlassen können“ löst das in ihm ganz andere Gefühle aus, als wenn man ihn mit einer Zuschreibung wie „Du bist so unzuverlässig“ konfrontiert.

Ich-Botschaften im Umgang mit Kindern sind gewaltfreie Kommunikation

Auch bei der Kindererziehung sind Ich-Botschaften besonders wertvoll. Wenn Sie Ihrem Kind sagen: „Ich möchte dass Du Dein Zimmer aufräumst, weil ich mich in einer unordentlichen Wohnung nicht wohl fühle“ wird es anders reagieren, als wenn es Sätze hört wie: „Du bist zu faul Dein Zimmer aufzuräumen“.

Rosenberg hat in seinen vielen Büchern über die gewaltfreie Kommunikation den Sinn und die Wirkung von Ich-Botschaften in vielen Situationen beschrieben. Gerade im Umgang mit Kindern oder Schwächeren ist es wichtig, mit Ich-Botschaften zu einem respektvollen Klima beizutragen und dem anderen die Möglichkeit zu geben zu kooperieren.

Ich-Botschaften signalisieren eigene Bedürfnisse und Gefühle

Das wichtigste an Ich-Botschaften ist es, dass Ihr Gegenüber sich nicht angegriffen fühlt, wenn Sie etwas sagen und offen bleibt für eine gemeinsame Lösung des Problems. Ein anderer Aspekt von einer Ich-Botschaft ist es, dass Sie mit einer Ich-Botschaft Ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse benennen. Das gibt dem anderen die Möglichkeit sich in Sie einzufühlen und Ihre Gefühle und Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Häufig spitzt sich dann ein Konflikt gar nicht so zu, wenn es gelingt sich gegenseitig in den Standpunkt des anderen einzufühlen. Zu verstehen warum ein anderer Mensch so oder so gehandelt hat, hilft häufig schon, einen ersten Ärger über ihn wieder loszuwerden.

Zusammenfassung:

Ich-Botschaften tragen entscheidend zu einem friedlichen Miteinander bei und sind gerade im Konfliktfall geeignet den Konflikt friedlich und gewaltfrei beizulegen. Wer Ich-Botschaften verwendet, kommuniziert seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse. Das hilft dem Gegenüber sich einzufühlen und lädt zur Kooperation ein. Ich-Botschaften sind ein wichtiger Baustein der gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg.

Bildnachweis: Viacheslav Iakobchuk / stock.adobe.com

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