Familie Praxistipps

Gefahr im Haushalt erkennen: Stürze sind vermeidbar

Lesezeit: 3 Minuten Viele Menschen unterschätzen die Unfallgefahr im Haushalt und verhalten sich viel zu leichtsinnig. Rund 30 Prozent der Unfälle sind Stürze, die teilweise sogar tödlich enden. Dabei lassen sich viele Unfälle mit umsichtigem Verhalten vermeiden. Entdecken Sie Stolperfallen in Ihrer Wohnung und fördern Sie mit unseren Tipps die Sicherheit im Haushalt.

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Gefahr im Haushalt erkennen: Stürze sind vermeidbar

Gefahr im Haushalt erkennen: Stürze sind vermeidbar

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Laut dem Robert-Koch-Institut ist jeder dritte Unfall ein Sturz. Dabei passieren die meisten Unfälle nicht im Straßenverkehr sondern ausgerechnet im häuslichen Umfeld.

Gefahrenquelle Haushalt

Die Gründe sind vielfältig: Oft verführen Stress und Hektik die Menschen zum Leichtsinn. Aus Zeitmangel oder auch Bequemlichkeit wird darauf verzichtet, die sichere Leiter zu holen, um eine Glühbirne auszuwechseln.

Wohl jeder hat schon einmal auf einer kippeligen Unterlage balancierend eine Reparatur ausgeführt, geputzt oder eine Konservendose aus dem oberen Regal gefischt. Meistens passiert ja auch gar nichts. Ebenso kennt jeder die Situation, dass Treppen oder schmale Gänge unordentlich zugestellt werden. Im Dunkel oder in Eile entwickeln sich solche Engen schnell zu gefährlichen Stolperfallen.

Gefahr im Haushalt erkennen

Verschieben Sie die Sicherheit im Haushalt zum Schutz der Familie nicht auf Morgen. Nehmen Sie sich einen Notizblock und Schreibstift und gehen Sie achtsam durch die Wohnung. Notieren Sie sich alle Gefahrenquellen und schaffen Sie zeitnah Abhilfe. Dabei ist es wichtig, über den Tellerrand zu schauen.

Versetzen Sie sich in die Situation eines Kindes oder eines Senioren. Ein hüpfendes Kind kann leicht auf einer rutschigen Badezimmermatte oder in der Duschwanne ausrutschen. Und ältere Menschen stolpern schnell über lose Teppichkanten oder verlieren bei wackeligen Treppengeländern leicht das Gleichgewicht.

Stürze können Sie mit diesen Tipps vorbeugen

Badezimmer:

  • Verwenden Sie ausschließlich Badvorleger mit rutschhemmender Unterseite.
  • Eine Badematte mit Saugnäpfen sorgt in der Badewanne oder Dusche für einen sicheren Stand.
  • Beim Aufstehen aus der Badewanne hilft eine fest montierte Griffstange. Für Senioren empfiehlt sich ein fester Griff auch in der Duschkabine.

Küche:

  • Halten Sie die Laufwege in der Küche frei.
  • Achten Sie auf freie Arbeits- und Abstellflächen beim Kochen.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Beleuchtung.
  • Stellen Sie eine Leiter oder einen rutschsicheren Tritt in Reichweite, falls Sie beim Putzen oder Kochen eine Steighilfe brauchen.

Treppen und Wohnraum:

  • Reparieren Sie sofort ein lockeres Geländer.
  • Glatte Holzstufen mit Teppichmatten bekleben oder einen Teppichläufer darauf verlegen.
  • Glatte Steinstufen lassen sich an der Vorderkante mit einem Gummistreifen aus dem Fachhandel rutschsicher machen.
  • Mit Gittertüren sichern Sie Treppen für Kleinkinder.
  • Achten Sie auf eine gute Beleuchtung der Treppen, besonders der Kellertreppe.
  • Lose Teppichkanten oder Wellen im Teppichbelag umgehend beseitigen und wieder fest verkleben.
  • Legen Sie Kabel oder Verlängerungsschnüre niemals in die Laufwege.

Balkon:

  • Ersetzen Sie lose oder wackelige Stellen im Geländer.
  • Benutzen Sie den Balkon nicht als zusätzlichen Abstellraum sondern halten Sie die Laufwege großzügig frei.
  • Wenn Sie kleine Kinder haben, stellen Sie keine Möbel auf den Balkon, auf denen Kinder klettern können.

Mit diesen Tipps wird der Balkon kindersicher.

Umsichtiges Verhalten im Haushalt mindert Sturzgefahr

Ein gesicherter Haushalt ohne Stolperfallen ist der erste Schritt, um Unfallgefahren zu verringern. Aber auch das eigene Verhalten spielt eine große Rolle, um Risiken zu minimieren.

  • Wenn Sie genervt, abgehetzt und erschöpft sind oder gar unter Zeitdruck stehen, sind Sie leicht abzulenken. Verschieben Sie aufwändige Reparaturen oder Arbeiten im Haushalt lieber auf einen anderen Zeitpunkt. Lassen sich Aufgaben nicht verschieben, atmen Sie mehrmals tief durch und kommen Sie innerlich zur Ruhe. Schieben Sie alle störenden Gedanken zur Seite und konzentrieren Sie sich auf Ihre Arbeit.
  • Nehmen Sie sich immer die Zeit, die Kleidung der jeweiligen Aufgabe anzupassen. Auch wenn Sie es eilig haben, laufen Sie nie in rutschigen Badelatschen die Kellertreppe hinunter. Beim Fensterputzen brauchen Sie bequeme Kleidung, an der Sie nicht ständig herumzupfen müssen. Und lange Haare mit einem Haargummi zusammenbinden oder hochstecken.
  • Klettern Sie niemals auf wackelige Unterlagen, um etwas aus höheren Regionen zu greifen.
  • Wischen Sie Wasserpfützen im Badezimmer immer sofort auf.
  • Reinigen Sie den Küchenboden gründlich, wenn etwas verschüttet wurde. Prüfen Sie anschließend, ob die betroffenen Stellen trocken und nicht mehr rutschig sind. Sonst noch einmal reinigen.
  • Benutzen Sie immer das richtige Werkzeug, statt zum Beispiel mit einem Messer eine Konservendose aus dem oberen Regal zu angeln.
  • Halten Sie die Laufwege in der Wohnung frei und stellen Sie auch keine Gegenstände auf die Treppenstufen. Vereinbaren Sie mit den Familienmitgliedern, dass Schuhe nicht kunterbunt im Eingangsbereich herumliegen und somit zu Stolperfallen werden.
  • Hauschuhe sind eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Tragen Sie und Ihre Familien passendes Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen.
  • Haben Sie immer einen Vorrat an Ersatzbirnen für die wichtigsten Lampen verfügbar.

Wenn doch etwas passiert

Nicht alle Stürze im Haushalt sind vermeidbar. Wenn jemand stützt, bewahren Sie Ruhe und klären Sie zunächst den Schweregrad der Verletzung. Bei Knochenbrüchen den Verletzten ruhig lagern und die betroffenen Gliedmaßen möglichst nicht bewegen. Rufen Sie sofort den Notarzt. Ein geschlossener Knochenbruch kann mit Eis gekühlt werden. Einen offenen Bruch mit einer sterilen Wundauflage abdecken. Bei Stürzen besteht immer auch die Gefahr einer Gehirnerschütterung. Bei Kopfschmerzen unbedingt den Arzt aufsuchen.

Bildnachweis: shotsstudio / stock.adobe.com

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