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Gefäßveränderungen: Wie wird ein Aneurysma behandelt?

Lesezeit: 2 Minuten Als Aneurysma bezeichnet man die stellenweise Erweiterung einer Arterie. Je nach Größe und Lebensumständen kann ein Aneurysma reißen und zu inneren Blutungen führen, die meist lebensgefährlich sind. Wie wird ein Aneurysma behandelt und wie kann man einem Riss vorbeugen?

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Gefäßveränderungen: Wie wird ein Aneurysma behandelt?

Gefäßveränderungen: Wie wird ein Aneurysma behandelt?

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Aneurysmen können sich an jedem Gefäß im Körper oder Gehirn bilden. Meist wird eine Ausbuchtung jedoch an der Hauptschlagader im Bauchbereich beobachtet. Nicht jedes Aneurysma muss einreißen. Je nach Größe der Ausbuchtung kann der Betroffene damit leben, ohne dass eine Veränderung eintritt.

Ab einer gewissen Größe besteht jedoch die Gefahr einer Ruptur (Riss), weil der Druck auf die Gefäßwand zu sehr steigt, daher muss sie stabilisiert werden. In vielen Ländern gibt es bereits Screenings, an denen jeder teilnehmen kann, um Aneurysmen rechtzeitig zu entdecken und einer zufälligen Ruptur vorzubeugen. Aneurysmen können genetisch bedingt oder erworben sein.

Risikofaktoren für Aneurysmen-Risse

Nicht jedes Aneurysma wird operiert. Ab einer Größe von drei Zentimetern wird empfohlen, die Aussackung alle zwei bis drei Jahre zu überprüfen. Bei fünf Zentimetern sollte die Kontrolle engmaschiger erfolgen. Bestehen Risikofaktoren wie eine erbliche Veranlagung, hoher Blutdruck, Diabetes, eine Fettstoffwechselstörung und/oder Übergewicht, gelten andere Behandlungsmaßnahmen.

Auch Raucher müssen mit einer schnelleren Vergrößerung des Aneurysmas rechnen. Außerdem kann bei ihnen die geschwächte Gefäßwand schon bei kleinen Aussackungen reißen. Frauen haben ebenfalls ein höheres Risiko einer Ruptur, daher wird bei ihnen häufiger kontrolliert. Zudem können bei einem Riss durch die Blutungen Thrombosen entstehen, die die Gefäße verschließen.

Symptome eines gerissenen Aneurysmas

Eine Ruptur bemerkt der Betroffene meist durch einen extrem heftigen Schmerz in dem Bereich, wo sich das Aneurysma befindet. Tritt der Riss plötzlich auf, kann es sich wie eine kleine Explosion anfühlen. Wer nicht weiß, dass er ein Aneurysma hat, denkt möglicherweise zunächst an andere Erkrankungen, z. B. an einen Bandscheibenvorfall, wenn die Ruptur im Bauchraum stattgefunden hat. Bei starken Schmerzen im Bauch und an den Seiten des Oberkörpers sollten die Beschwerden sofort in einem Krankenhaus untersucht werden, um bei Bedarf lebensrettende Maßnahmen einleiten zu können.

Chirurgische Operation eines gerissenen Aneurysmas

Gerissene Aneurysmen müssen sofort operiert werden, da der Betroffene sonst innerlich verblutet. Die geschädigte Gefäßwand kann in einer sogenannten offenen Operation durch eine Kunststoffprothese stabilisiert werden, indem man diese in der Arterie platziert. Das Gefäß wird um das Röhrchen oder die Y-förmige Verstärkung so gut wie möglich geschlossen. Für ältere Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand ist ein chirurgischer Eingriff jedoch ein großes Risiko, daher wird der Arzt bei Bedarf auf eine andere Methode zurückgreifen.

Schließen des geplatzten Aneurysmas per Katheter

Eine andere Möglichkeit, die Ruptur zu schließen, ist die Einführung eines Stents. Dies ist eine Prothese, die von einem Metallgitter umhüllt ist und zusammengeklappt per Katheter durch die Arterie in der Leiste bis zur betreffenden Stelle im Bauch- oder Brustraum geschoben wird. Dort wird sie entfaltet und stabilisiert die gerissene Gefäßwand. Diese Form der Operation ist jedoch nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Selbst Aneurysmen im Gehirn können heute minimalinvasiv (per Katheter) behandelt werden.

Bildnachweis: Kzenon / stock.adobe.com

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