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Frontotemporale Demenz: Diagnostik ist schwierig

Lesezeit: < 1 Minute Die frontotemporale Demenz, auch Morbus Pick genannt, ist kaum bekannt - obwohl sie die dritthäufigste Ursache für eine Demenz ist, nach Morbus Alzheimer und vaskulären Demenzerkrankungen. Oft wird sie nicht auf Anhieb erkannt, da die Symptome eher auf Depressionen oder Schizophrenie hindeuten.

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Frontotemporale Demenz: Diagnostik ist schwierig

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Die frontotemporale Demenz tritt relativ früh auf
Eine frontotemporale Demenz führt zu ständigen Verhaltensaufälligkeiten und zur Unberechenbarkeit des Erkrankten. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen, die Erkrankung tritt im Durchschnitt im 58. Lebensjahr auf – also wesentlich früher als die Alzheimer-Erkrankung.

Die frontotemporale Demenz tritt normalerweise nicht vor dem 30. oder nach dem 70. Lebensjahr auf. Das Vererbungsrisiko ist höher als bei anderen Formen der Demenz. Der Krankheitsverlauf bei einer frontotemporalen Demenz erstreckt sich meist über sieben bis acht Jahre.

Frontotemporale Demenz: Symptome und Verlauf
Die ersten Symptome einer frontotemporalen Demenz (FTD) sind meist Veränderungen der Persönlichkeit und im Sozialverhalten, da die Nervenzellen im Frontotemporallappen zuerst abgebaut werden. Dort werden Emotionen und zwischenmenschliches Verhalten gesteuert.

Im weiteren Verlauf der FTD kommt es zu Sprachstörungen (Wortfindungsstörungen, fehlendes Sprachverständnis oder Mitteilungsbedürfnis). Der spätere Verlauf der frontotemporalen Demenz beeinträchtigt das Gehirn weiter, so dass planvolles Verhalten, Abstraktionsvermögen, Problemlösung und Organisationsfähigkeit immer weiter abnehmen.

Lange erhalten bleiben bei der FTD Orientierungs- und Merkfähigkeit, das Gedächtnis und Wort-Bild-Zuordnungen. Sowohl räumliche als auch zeitliche Orientierung ist meist gegeben, so dass der Erkrankte beispielsweise Uhrzeiten oder Treffpunkte einhalten kann.

Frontotemporale Demenz ist schwierig zu diagnostizieren
Gängige Demenztests sind für die Diagnose einer frontotemporalen Demenz ungeeignet. Gedächtnis und Orientierungssinn sind bei dieser Form der Demenz oft gut erhalten, so dass Ergebnisse von Demenztests unauffällig bleiben. Insbesondere zu Beginn der Erkrankung äußert sich die FTD in Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens, so dass oft erst einmal von einer psychischen Störung ausgegangen wird, beispielsweise

  • Depressionen
  • Zwangserkrankungen
  • vaskuläre Demenzen
  • Burnout-Syndrom
  • oder vergleichbare Krankheitsbilder.

Besteht Verdacht auf eine frontotemporale Demenz, sollten nicht nur Demenztests, sondern weitergehende neuropsychologische Tests durchgeführt werden.

Die Hauptmerkmale der frontotemporalen Demenz sind:

  • schleichender Beginn: Das Gehirn wird allmählich beeinträchtigt
  • gröberes Sozialverhalten
  • Persönlichkeitsveränderung
  • Verflachung des Affektes
  • keine Krankheitseinsicht (und Therapiemotivation)
  • apathisches oder enthemmtes Verhalten
  • Verlust des Rechtsempfindens

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