Computer Praxistipps

Fehlersuche mit diesen 7 Analyse-Tools

Lesezeit: 5 Minuten Ein System-Crash kommt nicht immer plötzlich. Viele Totalausfälle kündigen sich vorher durch diverse Abstürze oder Fehlermeldungen an. Hören Sie auf die Signale Ihres PCs und untersuchen Sie die möglichen Ursachen. Dazu müssen Sie Ihren PC nicht aufschrauben. Mit den nachfolgend vorgestellten Analyse-Tools analysieren Sie Ihren PC bis ins Detail.

5 min Lesezeit

Fehlersuche mit diesen 7 Analyse-Tools

Lesezeit: 5 Minuten

Damit können Sie die defekte Stelle aufspüren, bevor ein System-Crash entsteht, und zusätzlich gelöschte Daten retten.

1. Directory Snoop: Retten Sie Ihre gelöschten Daten

Directory Snoop ist eine Shareware für Windows 7, Vista und XP. Die Bedienungssprache ist Englisch.

Was weg ist, ist weg? Von wegen! Directory Snoop stellt Daten wieder her, die von der Festplatte gelöscht wurden – sei es irrtümlich oder infolge eines Virenbefalls, eines Uninstallers oder fehlerhafter Software.

Das Tool kann NTFS- und FAT-Dateisysteme bearbeiten. In NTFS sind die meisten Windows-Laufwerke formatiert. Das FAT-Dateisystem ist auf USB-Sticks bzw. Einsteckkarten für Digitalkameras üblich. Im nachfolgenden Beispiel soll eine Datei gerettet werden, die versehentlich auf einem Windows-Laufwerk (NTFS) gelöscht wurde. Um die Daten mit diesem Programm zu rekonstruieren, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Doppelklicken Sie auf das Desktop-Symbol "DS-NTFS" oder starten Sie das Programm durch einen Klick auf "Start – Alle Programme – Directory Snoop – NTFS-Module".
  2. Klicken Sie auf "OK", damit können Sie das Programm 25-mal kostenlos benutzen.
  3. Wählen Sie das Laufwerk aus, auf dem sich Ihre gelöschten Dateien befinden. Installieren Sie dafür ggf. im nächsten Fenster den angebotenen Treiber.
  4. Doppelklicken Sie auf den Ordner, der die gelöschten Dateien enthält. Alle gelöschten Dateien werden in roter Farbe angezeigt.
  5. Um die Dateien wiederherzustellen, markieren Sie diese und klicken auf die Schaltfläche "Undelete".
  6. Wählen Sie den Ordner aus, in dem die ausgewählten Dateien gespeichert werden sollen, und klicken Sie auf "Speichern".

Tipp: Installieren Sie nach einem Datenverlust kein Programm auf demselben Datenträger, wo sich die gelöschten Dateien befinden, sondern auf einem separaten Laufwerk. Das Datenrettungs-Tool sollten Sie am besten schon vor der Wiederherstellung Ihrer Daten installieren. Dadurch reduzieren Sie die Möglichkeit, dass Daten durch die Installation des Programms selbst überschrieben werden, denn das kann passieren, wenn Sie im Problemfall keine zweite Festplatte bzw. ein weiteres logisches Laufwerk zur Verfügung haben.

2. PC Wizard: So prüfen Sie die Temperatur Ihrer Hardware-Komponenten

PC Wizard ist Freeware für Windows 7, Vista und XP. Die Bedienungssprache ist Deutsch.

Wenn sich bei Ihnen Systemabstürze häufen, sollten Sie die Temperatur Ihrer CPU, Grafikkarte und Festplatte prüfen. Alle aktuellen Motherboards und Festplatten sind dazu mit Messfühlern bestückt. Deren Werte lesen Sie beispielsweise mithilfe des Analyse-Tools PC Wizard aus.

Der PC Wizard ist ein nützliches Dienstprogramm zur Anzeige von Systeminformationen. Das Analyse-Tool analysiert Ihr komplettes System und gibt Ihnen ausführliche Informationen über Hardware, installierte Software und andere Komponenten: von Motherboard über Chipsatz, BIOS, Videosystem, Bus, ISA, PCI, AGP, angeschlossene Peripherie wie Tastatur, Maus oder Drucker bis hin zum Netzwerk.

Um die Temperatur im System zu kontrollieren, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Das Analyse-Tool bietet Ihnen eine genaue Temperaturüberwachung für CPU, Motherboard und Festplatte. Bei sporadischen Systemabstürzen sollten Sie durch einen Klick auf die Schaltfläche "Spannung, Temperatur und Lüfter" die Temperatur Ihrer Hardware kontrollieren.
  2. Geschwindigkeit und Belastbarkeit Ihrer einzelnen Hardware-Komponenten lassen sich durch einen Klick auf die Schaltfläche "Benchmark" (ganz unten links) ausgiebig testen. Die Ergebnisse des Tests können Sie dann mit all den anderen Systeminformationen als Datei exportieren und ausdrucken.

Tipps:

  • Wie heiß eine CPU werden darf, hängt vom jeweiligen Hersteller und Typ ab.
  • Eine Chip-Temperatur der Grafikkarte von 40 Grad Celsius ist normal. Erst beim Einsatz aufwendiger 3D-Anwendungen steigt die Temperatur Ihrer Grafikkarte rasant an. Unter Volllast erreicht der Grafikkarten-Chip eine Temperatur um die 80 Grad. Werte darüber sollten Sie durch einen weiteren Grafikkartenkühler herabsetzen.
  • Eine Festplattentemperatur von 40 Grad Celsius ist normal. Wird Ihre Festplatte wärmer als 50 Grad, sollten Sie einen Festplattenkühler installieren.

3. EVEREST: Kontrollieren Sie die RAM-Einstellungen

EVEREST ist Freeware für Windows 7, Vista und XP. Sprache: Deutsch.

Das Aufrüsten des Arbeitsspeichers geht normalerweise ganz einfach: Speicherbaustein einstecken und PC starten. Der neue Speicher wird dann automatisch vom System erkannt.

Dies setzt allerdings eine saubere Programmierung des EEPROMs (Electrically Erasable Programmable Read-Only Memory = nichtflüchtiger, elektronischer Speicherbaustein) und des BIOS voraus.

Denn nur, wenn die entsprechenden RAM-Einstellungen auf "SPD" stehen, liest das BIOS die entsprechenden Timings des Speichermoduls aus dem EEPROM-Chip aus und steuert das Modul entsprechend diesen Angaben korrekt an.

Kontrollieren Sie deshalb bei Systemstörungen, ob die Speichereinstellungen Ihres PCs optimal konfiguriert sind. Am einfachsten können Sie dies mithilfe eines Analyse-Tools wie EVEREST Home Edition feststellen.

Um die RAM-Einstellungen zu kontrollieren, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Erweitern Sie den Ordner "Motherboard" und klicken Sie auf den Eintrag "Chipsatz".
  2. In der rechten Fensterhälfte werden Ihnen die aktuellen Speicher-Timings angezeigt.
  3. Stimmen die Angaben nicht mit den schnellstmöglichen Timings Ihrer Speichermodule überein, sollten Sie die entsprechenden Parameter im BIOS manuell einstellen und so die Leistung verbessern.

4. Sandra: Wie Sie Ihr System auf Leistungsbremsen überprüfen

SiSoft Sandra Lite ist Freeware für Windows 7, Vista und XP. Sprache: Deutsch.

Mit dem Analyseprogramm SiSoft Sandra Lite können Sie sich schnell eine Übersicht über die komplette Hardware- und Software-Ausstattung anzeigen lassen. Zusätzlich können Sie die Leistungsfähigkeit und Stabilität Ihres Systems kontrollieren.

Um beispielsweise die Leistung Ihres Systems zu verbessern, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Klicken Sie auf das Register "Werkzeuge" und doppelklicken Sie auf das Symbol "Analyse und Hinweise zur Leistungsverbesserung".
  2. Klicken Sie dann mehrmals auf "Weiter" und abschließend auf "OK". Anschließend wird Ihr System analysiert und Sie erhalten Hinweise zur Leistungsverbesserung. Dieser Vorgang kann bis zu 10 Minuten dauern.
  3. Beachten Sie dabei anschließend besonders die Warnungen und Fehlerhinweise. Über diese können Sie so manche Schwachstelle in Ihrem System aufdecken und ausschalten.
  4. Um weitere Informationen über den Hinweis in einem separaten Fenster zu erhalten, doppelklicken Sie auf den betreffenden Eintrag.

5. HD Tune: Ermitteln Sie Festplattenfehler

Freeware für Windows 7, Vista, XP. Sprache: Englisch.

Das Festplatten-Dienstprogramm HD Tune untersucht Ihre Festplatte und zeigt Ihnen die grundlegenden Daten an. Dazu gehören z. B. Partitionen, Firmware-Version, Seriennummer, Speicherplatz, Transferrate, Zugriffszeit, CPU-Auslastung, Burst-Rate, S.M.A.R.T.-Informationen, Partitionsinformationen, Firmware-Version, Seriennummer, Kapazität, Buffer-Größe, Transfer-Mode und Festplattentemperatur.

  1. Über das Register "Benchmark" und einen Klick auf "Start" prüft das Analyse-Tool die Leistungsfähigkeit Ihrer Festplatte.
  2. Zusätzlichen Aufschluss über die Lesegeschwindigkeit Ihrer Festplatte liefern Ihnen die Anzeigen unter "Transfer Rate". Mit 47 MB/sec geht es beispielsweise recht zügig zur Sache. Klicken Sie auf "Stop", um als Nächstes einen Fehlertest zu starten.
  1. Um nach Fehlern auf Ihrer Festplatte zu suchen, klicken Sie auf das Register "Error Scan" und anschließend auf die Schaltfläche "Start". Sollte das Tool einen fehlerhaften Sektor finden, wird dieser rot gekennzeichnet. Ist alles in Ordnung, wird der Sektor grün markiert.

6. Disk Defrag: Optimieren Sie Ihr Dateisystem

Freeware für Windows 7, Vista, XP. Sprache: Deutsch.

Festplatten, die über einen längeren Zeitraum im Einsatz sind, werden aufgrund fragmentierter, also in mehreren kleinen Teilen abgelegter, Dateien immer langsamer. Denn jede Festplatte ist unterteilt in sogenannte Cluster und diese wiederum enthalten Sektoren.

Wird nun eine Datei auf der Festplatte gespeichert, wird diese Datei in clustergroße Häppchen zerlegt und auf eine bestimmte Anzahl von Clustern verteilt. Die Cluster, die den Inhalt einer Datei enthalten, werden dabei einfach dort auf der Festplatte abgelegt, wo gerade entsprechend Platz ist.

Nun werden auf der Festplatte immer wieder Dateien gelöscht und neue erstellt. Dadurch entstehen Lücken und Windows muss die einzelnen Dateihäppchen immer weiter verteilt auf der Festplatte ablegen. Das kostet beim Lesen und Schreiben der Datei Zeit. Denn der Schreib-/Lesekopf der Festplatte steuert dabei alle erforderlichen Cluster an und liest die Datei ein.

Dies geht erheblich schneller, wenn die gesuchten Cluster alle hintereinander auf der Festplatte liegen und man zwischen Schreib-/Lesekopf nicht ständig hin und her springen muss. Daher ist es sinnvoll, die Festplatte in regelmäßigen Abständen zu defragmentieren. Hierbei werden alle Daten auf der Festplatte neu angeordnet und in möglichst aufeinander folgenden Clustern abgelegt.

Verwenden Sie zum Defragmentieren die bordeigene Defragmentierung von Windows ("Start – Alle Programme – Zubehör – Systemprogramme – Defragmentierung") oder ein Defragmentier-Tool wie Disk Defrag.

Disk Defrag unterstützt die Dateisysteme FAT und NTFS. Dabei werden sowohl komprimierte als auch verschlüsselte Dateien effizienter als mit der Defragmentierung von Windows defragmentiert.

  1. Wählen Sie nach dem Start von Disk Defrag die zu defragmentierende Festplattenpartition aus.
  2. Klicken Sie dann auf "Defragmentierung". Den Rest erledigt das Tool von allein.

Tipp: Es ist sehr empfehlenswert, mindestens einmal monatlich die Festplatten zu defragmentieren.

7. Memtest86: Prüfen Sie Ihre Speichermodule auf Fehler

Freeware für Windows 7, Vista und XP. Sprache: Englisch

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Arbeitsspeicher Systemabstürze verursacht, dann hilft Ihnen die in Windows 7 integrierte Speicherdiagnose. Sollte diese keinen Fehler finden, können Sie zusätzlich ein externes RAM-Testprogramm wie Memtest86 einsetzen.

Dieses Tool testet Ihren Arbeitsspeicher auf Fehler. Sie können mit seiner Hilfe also nach einer entsprechenden Analyse fehlerhaften Speicher als Problemursache identifizieren bzw. ausschließen. Unter "Errors" werden Ihnen die Fehler angezeigt.

Memtest86 bringt einen eigenen Betriebssystemkern mit und wird direkt von einer Boot-CD aus geladen und ausgeführt. Das Tool wird als ISO-Image angeboten, das Sie selbst auf CD brennen müssen.

Den Speichertest sollten Sie mehrere Stunden laufen lassen, um möglichst realistische Betriebsbedingungen zu simulieren.

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