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Faszination Faszien: Training hilft gegen Verspannungen und Schmerzen

Lesezeit: 2 Minuten Jahrzehntelang hat niemand etwas von Faszien gehört. Das kollagenartige Bindegewebsnetz, das jeden unserer Muskeln, Muskelfasern und Organe umhüllt, rückt neuerdings zunehmend in den Mittelpunkt der medizinischen Forschung und des modernen Gesundheitstrainings. Gesunde Faszien sorgen für Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit unseres Körpers.

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Faszination Faszien: Training hilft gegen Verspannungen und Schmerzen

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Stress, Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und Überbelastungen gehören leider zum Alltag vieler Menschen. Auf die Dauer verursacht dieser Lebensstil unter anderem chronische Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen. Gegen diese modernen Zivilisationskrankheiten können bekannte Therapiemethoden oftmals nur wenig ausrichten. Denn in vielen Fällen ist die tatsächliche Schmerzursache unklar.

Nicht immer lassen sich Schmerzen eindeutig auf Bandscheibenvorfälle, Entzündungen und Abnutzungen der Wirbel und Gelenke zurückführen. Einige Osteopathen sind der Ansicht, dass bis zu 90 Prozent der Schmerzen im Bewegungsapparat und der Verspannungsschmerzen durch verdickte Faszien ausgelöst werden. Laut Dr. Robert Schleip, dem Leiter der Forschungsgruppe "Fascia Research" an der Universität Ulm, haben die meisten Menschen hierzulande Nachholbedarf bei der Faszienbehandlung. 

Alleskönner Faszien

Faszien (lat. für "Band", "Bündel") bestehen aus Kollagen, Wasser, Zucker und Eiweißen. Sie befinden sich beinahe überall in unserem Körper. Faszien bilden ein Netzwerk aus weißen, nahezu transparenten Hüllen, die alle Muskeln, Organe, Gelenke und Bänder umschließen und in geschmeidiger Bewegung halten. Die weiße Faszienhaut haben viele schon einmal bei der Zubereitung von Fleisch gesehen.

Faszien sind enorm reißfest, auch wenn sie nur einen Millimeter dick sind. In ihnen befinden sich Rezeptoren, die jede Bewegung des Körpers wahrnehmen und auf Veränderungen im Gewebe reagieren. Normalerweise sorgen gesunde Faszien dafür, dass die Muskeln beim Bewegen aneinander vorbeigleiten. Bei Bewegungsmangel, Fehlhaltung und Überbelastung kann das Bindegewebe verkleben. Sogar benachbarte Muskeln können daraufhin verhärten.

Stress ist ein weiterer ernstzunehmender Faktor, der den Zustand der Faszien enorm beeinflussen kann. Da Faszien mit Nervensynapsen ausgestattet sind, leiten sie alle Informationen an das Gehirn weiter. Durch emotionale Belastungen kann das Gewebe ebenfalls verkleben. Ein gezieltes Faszientraining macht es wieder elastisch, beseitigt Verspannungen und beugt Schmerzen vor. Zudem werden Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit des Körpers gefördert.

Faszientraining gegen verklebtes Gewebe

"Verklebungen des Gewebes können Masseure, Osteopathen und Rolfer gut lösen", so Dr. Schleip. Rolfing ist eine Therapieform, die dem Zustand des Bindegewebes eine wichtige Rolle bei der Entstehung von physischen und psychischen Problemen zuschreibt. Die Begründerin der Rolfing-Methode, Dr. Ida Rolf, war überzeugt, dass sich eine "zielgerichtete Mobilisierung" der Faszien positiv auf das Körperbefinden auswirkt. Durch Rolfing werde das Gewebe wieder geschmeidig und der Körper wieder ausgeglichener und beweglicher.

Manuelle Therapien sind nur eine Möglichkeit des Faszientrainings. Bewegung ist das Wichtigste für ein elastisches Bindegewebe. Alternative Bewegungsmethoden wie Yoga, Pilates, Tai Chi und Qi Gong erhöhen die Körperwahrnehmung und trainieren ebenso die Faszien. Denn Dehnungen, die die meisten dieser fernöstlichen Trainingsarten beinhalten, sind besonders gut für die Faszien.

Doch auch zu Hause kann man etwas tun. Ein nur 10 minütiges Training mehrmals in der Woche soll das Bindegewebe langfristig beweglicher machen. Für gesunde Faszien sollte am besten jeder Muskel täglich trainiert und gedehnt werden. Eine Faszienrolle kann schnelle Abhilfe gegen akute Verspannungen schaffen. Sie massiert einzelne Körperstellen und löst Gewebeverhärtungen auf.

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