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Fastenzeit: Verzicht üben macht Kinder lebenstüchtig

Lesezeit: 2 Minuten Fastenzeit ist nicht nur für Erwachsene. Auch mit Kindern können Sie diese Zeit zum Anlass nehmen, um Verzicht zu üben. Das gibt Freiraum für neue Ideen. Und macht Ihr Kind sogar fit für ein erfolgreiches Leben, wie die Marshmallow-Studie gezeigt hat. Doch dafür braucht das Kind Ihre Unterstützung.

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Fastenzeit: Verzicht üben macht Kinder lebenstüchtig

Fastenzeit: Verzicht üben macht Kinder lebenstüchtig

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Warum macht Verzicht kreativ?

Kreativität braucht Raum. Ideen spinnen, verwerfen und entwickeln kommt oft zustande über eine Zeit des Leerlaufs und der Langeweile. Greift das Kind in jeder freien Minute unkontrolliert zur Fernbedienung, erlebt es niemals diesen leeren Raum, der sich mit Neuem füllen lässt.

Warum macht Verzicht erfolgreich?

Bei der Marshmallow-Studie wurden Kinder im Vorschulalter allein in einem Raum gelassen, mit je einem Marshmallow vor der Nase. Das Versprechen lautete: „Wenn du es schaffst, 15 Minuten verstreichen zu lassen, ohne ihn zu essen, bekommst du danach einen zweiten Marshmallow“. Dieser erste Teil der Studie fand statt 1972 an der Standford Universität, USA.

Nach 15 Jahren konnten immerhin noch 100 Studienteilnehmer aufgespürt und befragt werden. Interessant ist: die Kinder, die im Vorschulalter hatten warten können, bis sich die Süßigkeit „vermehrt“, waren nach 15 Jahren bessere Schüler und belastbarer als die ehemals Ungeduldigen. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass die Fähigkeit, auf eine Bedürfnisbefriedigung zu warten, ein Erfolgsfaktor im Leben ist.

Kinder brauchen Starthilfe beim Verzichten

Verzichten ist für Erwachsene schwer. Für kleinere Kinder sogar unmöglich. Ein Säugling ist darauf angewiesen, dass seine Bedürfnisse nach Nahrung und Nähe unverzüglich befriedigt werden. Je größer das Kind ist, und je mehr sein Vertrauen ins Leben wächst, kann es auf eine Bedürfnisbefriedigung bewusst warten. Wollen Sie mit Ihrem Kind in der Fastenzeit Verzicht üben, braucht es Ihre Unterstützung:

  • Erklären Sie den Kindern, dass Sie die österliche Fastenzeit zum Anlass nehmen, auf etwas Liebgewonnenes zu verzichten. Hinterher können Sie sich wieder mehr darüber freuen.
  • Überlegen Sie gemeinsam mit dem Kind, was ihm wichtig ist und worauf es verzichten möchte.
  • Die Fastenzeit dauert über 6 Wochen. Selbst wenn Sie die Sonntage ausnehmen, ist das für ein Kind unüberschaubar lang. Teilen Sie die Fastenzeit auf und lassen Ihr Kind Woche für Woche auf etwas anderes verzichten.
  • Bieten Sie dem Kind als Starthilfe und Anreiz eine Alternative: „Wenn wir nicht fernsehen, machen wir jeden Nachmittag ein Spiel zusammen oder basteln etwas Frühlingshaftes.“
  • Fädeln Sie mit den Kindern eine Fastenkette auf. Sie zeigt, wie lange die Fastenzeit bereits dauert und was noch vor der Familie liegt.
  • Die besten Chancen haben Sie, eine Fastenzeit komplett medienfrei zu halten, wenn alle Ihre Kinder unter 10 Jahre alt sind. Danach lastet der Druck der Freunde auf dem größeren Kind.

Verzicht mit Kindern üben – nicht einfach aber lohnenswert

3-mal habe ich mit meinen drei Kindern eine fernsehfreie Fastenzeit durchgezogen. Und ich gestehe, mehr als einmal habe ich das Vorhaben verwünscht. Immer dann, wenn ein nasskaltes Vorfrühlingswetter die Kinder im Haus hielt und ich sie bei Laune halten dufte, obwohl meine Laune selbst im Keller war. Und ich mich nach einem Abtauchen vor dem Fernseher sehnte.

Doch irgendwann legte sich in jeder Fastenzeit der Schalter um. Die Kinder entdeckten, dass es Spaß macht, bei einem Hörspiel im Zimmer zu basteln und zu spielen. Heute lassen sich meine Kinder das Fernsehen nicht mehr komplett ausreden. Jedoch sind beide Söhne leidenschaftliche Bastler und verbauen Berge von Papprollen, Trinkhalmen und Eierkartons zu landwirtschaftlichen Anwesen und Geräten. Womöglich wurde der Grundstein dazu gelegt in einer fernsehfreien Fastenzeit.

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Bildnachweis: DragonImages / stock.adobe.com

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