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Facebook: Eine Plattform für den Terror?

Lesezeit: 3 Minuten ISIS, Hamas, Al Qaida und zahlreiche Splitterorganisationen: Der Terror macht sich, das ist längst kein Geheimnis mehr, die sozialen Netzwerke für Rekrutierungen und zur Kommunikation dienlich. Nun soll sich Facebook, als Social Network Primus, laut einer Sammelklage dafür verantworten. Hinterbliebene fordern eine Milliarde Dollar. Aber kann man Facebook dafür verantwortlich machen?

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Facebook: Eine Plattform für den Terror?

Facebook: Eine Plattform für den Terror?

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In der Sammelklage der Hinterbliebenen heißt es, Facebook werde von Terrororganisationen als Werkzeug eingesetzt und müsse sich für deren Vorgehen damit ebenso verantworten. In diesem spezifischen Fall geht es um die Hamas, aber auch der Islamische Staat fällt immer wieder durch Facebook-Aktivitäten auf. Ist Facebook aber tatsächlich eine Plattform für Terror und muss sich das soziale Netzwerk mitunter wirklich dafür verantworten?

Wie viel Schuld trägt das soziale Netzwerk tatsächlich?

In den USA existiert das sogenannte Antiterrorgesetz, welches auch beinhaltet, dass es Personen und Unternehmen untersagt sei, Terrororganisationen in irgendeiner Form zu unterstützen. Genau diese Unterstützung werfen die Kläger aber dem Social Media Giganten vor, indem dieses all die Werkzeuge bereitstellt, die zur Rekrutierung und Kommunikation benötigt werden. Weil selbstredend jeder jederzeit klagen kann, bedeutet eine Klage keinesfalls die unmittelbare Schuld Facebooks.

Ob diese überhaupt zugelassen und anschließend verhandelt wird, müssen die oberen Richter in New York in den künftigen Wochen und Monaten entscheiden – bisher gab es spezifisch zur Klage kein Statement vom Unternehmen, auch weil die exakte Klageschrift noch nicht vorliegt.

Zwangsweise wirft dieser Fall die Frage auf, ob die Facebooks, Twitters und Co. dieser Welt eine Mitschuld an Terrorakten trifft, wenn diese nicht entschieden genug dagegen vorgehen. Prinzipiell ist natürlich zu sagen, dass die sozialen Netzwerke keinesfalls den Terror unterstützen. Werden diese von Terroristen und anderen Kriminellen zur Kommunikation missbraucht, kann die Alleinschuld also nicht bei dem Internetportal gesucht werden.

Das wäre so, als würde man Telefon- oder Internetprovider ebenso verklagen und ihnen eine Mitschuld zusprechen, nur weil Terroristen das Telefon oder einen Internetanschluss benutzten. Letztere haben mitunter, aufgrund des zustande gekommenen Vertrages, sogar noch die Möglichkeit mehr über eine Person zu erfahren. Bei dem sozialen Netzwerk hingegen reichen ein (ausgedachter) Name und eine (schnell erstellte) E-Mail-Adresse. Sobald das Konto eröffnet wurde, kann mit diesem, bis zur Sperrung, kommuniziert und rekrutiert werden.

Facebook trifft keine Schuld

Das soziale Netzwerk trifft in diesem Fall keine Schuld, auch ist nicht davon auszugehen, dass die Klage tatsächlich Erfolg vor einem Gericht haben wird. Zumal ist Facebook natürlich keine Plattform „für den Terror“. Vielmehr ist es eine Plattform für Menschen rund um den Globus, die sich miteinander vernetzen und Erlebnisse mit Freunden, Familie, Kollegen und Co. teilen möchten. Dass sich unter diesen Menschen nun Terroristen befinden und diese das soziale Netzwerk gezielt als Instrument nutzen, ist mit Sicherheit nicht abzustreiten, dennoch liegt die Schuld dafür nicht bei Facebook.

Sicherlich ist davon auszugehen, dass auch andere Online-Kommunikationsmittel, von Skype über klassische Mails bis hin zu anonymen Chatrooms, von Terroristen genutzt werden. Der schnelle Zugriff und die (weitestgehende) Anonymität machen das Internet schlicht zu einem idealen Platz dafür.

Ein bedauernswerter, aber logischer Umstand

Immer da, wo sich viele Menschen versammeln, treffen oder miteinander kommunizieren, ist es schon aus rein mathematischer Sicht nicht ungewöhnlich, dass sich unter diesen auch „schlechte“ Menschen befinden – Kriminelle, Terroristen und sogar Schwerverbrecher. Das ist zwar ein bedauerlicher, aber auch logischer Umstand. Eine Schuld kann der Plattform selber nicht zugesprochen werden, anderenfalls müsste man auch jedem Zug-Unternehmen, welches jemals Terroristen unwissentlich befördert hat, eine Schuld zusprechen – ebenso wie zahlreichen anderen Programmen und Kommunikationsmitteln. Das ist weder theoretisch sinnvoll noch praktisch möglich.

Es gilt somit den Umstand zu akzeptieren, dass sich auf dem sozialen Netzwerk, wie auch überall anders im Internet und nahezu in jeder Großstadt, Terroristen oder für Terroristen dienliche Personen befinden.

Für Facebook hingegen sollte die Klage ein erneutes Signal sein, die eigenen Bemühungen zur Unterdrückung dieser Aktivitäten zu intensivieren. Auch wenn das Unternehmen keine direkte Schuld trifft, sind derartige Aktivitäten natürlich auch aus Sicht der Plattform nicht wünschenswert. Daher sollte über eine Verschärfung des Monitorings und generell intensivierte Support-Bemühungen nachgedacht werden, um Gefahren und Terrornetzwerke schneller und eigenständig identifizieren und eliminieren zu können.

Was halten Sie von Facebook? Finden Sie, dass Facebook eine Mitschuld trifft? Dass das Unternehmen zu wenig tut, um Terroristen Einhalt auf ihrer Seite zu bieten? Oder finden Sie diese Ansicht übertrieben? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Bildnachweis: golubovy / stock.adobe.com

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