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Ess- und Schlucktraining: Worauf müssen Sie achten?

Nach einem Schlaganfall oder einer schweren Schädel-Hirn-Verletzung sind unterschiedliche Bereiche des menschlichen Organismus betroffen. Auch die Fähigkeit zu schlucken, um essen und trinken zu können, kann dazu gehören. Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihren Angehörigen dabei unterstützen wollen, Essen und Trinken wieder neu zu erlernen.

Ess- und Schlucktraining: Worauf müssen Sie achten?

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Ess- und Schlucktraining: Worauf müssen Sie achten?

Um schlucken zu können, bedarf es der Koordination unterschiedlicher Vorgänge. Das Essen im Mund muss erspürt werden. Es muss zerdrückt oder gekaut werden und an die richtige Stelle im Mund platziert werden, damit es weiter in den Rachen befördert werden kann. Der Schluckakt muss eingeleitet werden. Es gibt einige Dinge, die Sie beachten sollten, um das Training zu erleichtern.

1. Achten Sie auf die richtige Konsistenz von Speisen und Getränken

Je nach Schwere der Schluck- und Wahrnehmungsstörungen und müssen Speisen sehr fein passiert oder Getränke angedickt werden.

2. Die richtige Temperatur erleichtert die Wahrnehmung

Kühlschrank-kalte oder sehr warme Speisen fördern den Schluckreflex. Diese werden im Mund deutlich erspürt und lassen sich entsprechend gut weiter verarbeiten. Lauwarme Speisen werden schlechter wahrgenommen. Sie heben sich kaum von der vorhandenen Temperatur im Mund ab. Die Konzentration darauf fällt schwerer.

3. Kräftige Würzung regt die Sinne an

Mahlzeiten sollten kräftig gewürzt sein. Verwenden Sie wenig Salz, dafür aber deutlich schmeckbare Gewürze und Kräuter. Die Kräuter müssen dabei gut zerkleinert werden, damit sie nicht als „Stückchen“ am Gaumen kleben bleiben. Fade Speisen werden schwer erkannt und können schlecht dem entsprechenden Lebensmittel zugeordnet werden. Auch werden durch sehr milde Speisen weder Geschmacksinn noch Schluckreflex angeregt. Sorgen Sie für geschmackliche Abwechslung und unterschiedlichen Anblick, auch bei passierten Speisen. Dies regt den Appetit an und macht Lust auf’s Essen.

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4. Sorgen Sie für genügend Feuchtigkeit

Feuchte Lebensmittel sind einfacher zu schlucken als trockene. Es wird weniger eigener Speichel benötigt, damit sich diese gut im Mund zu einem gut „rutschenden“ Brei verarbeiten lassen.

5. Bieten Sie lieber säuerliche als süße Speisen an

Saure Mahlzeiten fördern die Speichelproduktion, dieser wird dünnflüssiger. Das Schlucken fällt leichter. Dagegen schleimen süße oder milchhaltige Lebensmittel. Der Speichel wird schleimig und dickflüssig. Dies behindert den Schluckakt.

6. Folgende Lebensmittel sollten Sie meiden:

  • Speisen, die zusätzlich feste Bestandteile enthalten wie Schokolade mit Nüssen, Saft mit Fruchtfleisch, Quark mit Obst, Körnerbrot etc.
  • Lebensmittel, die sich im Mund schlecht zu einem kleinen Kloß formen lassen wie Reis, Rohkost, Pilze oder roher Schinken
  • Krümelige Nahrungsmittel wie Knäckebrot, Salzstangen, Kekse, paniertes Fleisch etc.
  • faserige Speisen wie Spargel oder Rhabarber

Das Essen wieder neu zu erlernen ist harte Arbeit. Dies dürfen Sie als Angehöriger keinesfalls unterschätzen. Es erfordert hohe Konzentration. Das bedeutet, dass Sie für die Mahlzeiten viel Zeit einplanen müssen. Wählen Sie eine Tageszeit, zu der Ihr Angehöriger wach, fit und ausgeruht ist. Beginnen Sie in kleinen Schritten. Es ist ein Anfang, wenn Ihr Angehöriger zu Anfang nur 2 kleine Löffel isst. Sondieren Sie eine ausreichende Menge Sondenkost und versuchen Sie es beim nächsten Mal wieder.

Bildnachweis: Matthias Stolt / stock.adobe.com

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