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Ernährungsmythen: Von wenig sinnvollen Ernährungsgewohnheiten (Teil 1)

Lesezeit: 2 Minuten In vielen Ernährungsratgebern finden sich zahlreiche Hinweise auf sogenannte gesunde Ernährungsgewohnheiten. Da wird eine bestimmte Menge Flüssigkeit empfohlen, die Sie täglich trinken sollen. Vor spätem Essen wird gewarnt und Bier macht einen dicken Bauch. Stimmt das? Was ist dran an den Ernährungsmythen?

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Ernährungsmythen: Von wenig sinnvollen Ernährungsgewohnheiten (Teil 1)

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Ernährungsmythos 1: Viel Wasser trinken ist gesund
Trinken Sie viel – und zwar mindestens zwei Liter am Tag – und Sie bleiben gesund, heißt es in vielen Ernährungsratgebern. Allerdings gibt es keine einzige Untersuchung, die den gesundheitsfördernden Effekt des Viel-Trinkens wissenschaftlich belegt. Der US-Physiologe Heinz Valtin veröffentlichte schon vor einigen Jahren eine Studie im "American Journal of Physiology", die den Wassermythos völlig entzaubert.

Im Gegenzug wurde inzwischen sogar nachgewiesen, dass Menschen, die sich zwingen, über ihren Durst zu trinken, Schaden können. Im Alter lässt nämlich der natürliche Durst häufig nach. Verlassen Sie sich ruhig auf ihr Durstgefühl. Als Durstlöscher ist Wasser am besten geeignet. Softdrinks und Säfte sind versteckte Kalorienbomben.

Tipp:
Zählen Sie zu den älteren Menschen, sollten Sie also tatsächlich darauf achten, dass sie das Trinken nicht vergessen. Es droht sonst unter Umständen eine lebensgefährliche Dehydrierung.

Ernährungsmythos 2: Spät essen, macht dick
Es klingt einleuchtend: Wenn Sie sich vor dem Schlafen noch ein reichliches Abendessen gönnen, setzten Sie Fett an. Schließlich verbraucht der Körper während der Nachtruhe kaum Energie, so das Allgemeinverständnis. Tatsache aber ist: Ihr Verdauungssystem ist auch nachts aktiv. Entscheidend ist aber die Gesamtanzahl der Kalorien, die Sie über den Tag zu sich nehmen. Das ist ausschlaggebend und entscheidend, ob Sie dick werden. Vor allem zählt auch, wie viel Sie sich bewegen.

Spät essen muss also nicht bedeuten, dass Sie an Gewicht zulegen. Schließlich essen beispielsweise viele schlanke Italiener und Spanier abends oft reichlich und morgens eher wenig.

Tipp:
Essen Sie zu viel legen Sie nicht nur an Gewicht zu, sondern können auch Völlegefühle und Magendrücken bekommen.

Ernährungsmythos 3: Bier macht einen dicken Bauch
Der Mythos vom Bierbauch lebt. Dabei gibt es zum Zusammenhang zwischen Bierkonsum und Bauchfett eindeutige und stichhaltige Untersuchungen. Die zeigen, dass Bier keineswegs der größte Dickmacher ist. Ein kleines Glas Bier hat mit knapp 90 Kalorien sogar einen geringeren Brennwert als ein Glas Rotwein.

Trotzdem scheinen Biertrinker im Durchschnitt die dickeren Bäuche zu haben. Wissenschaftler vermuten, dass das an den Ernährungsgewohnheiten liegt: Männer, die gern und regelmäßig ein oder zwei Bier trinken, gehören nun mal nicht zwangsläufig zur Gruppe der fitnessorientierten Läufer. Dazu kommt: Zum Bier essen viele gerne noch deftige Hausmannskost.

Tipp:
Alkohol verlangsamt generell die Fettverbrennung und trägt damit nicht gerade zum Abnehmen bei. Essen Sie langsam und achten Sie auf Ihr einsetzendes Sättigungsgefühl. So vermeiden Sie ein späteres Völlegefühl.

Ernährungsmythos 4: Ein Gläschen Schnaps regt die Verdauung an
Der Schnaps danach soll Ihrer Darmflora auf die Sprünge helfen. Das warme und wohlige Gefühl, das Sie verspüren, hat allerdings wenig mit einer angeregten Verdauung zu tun. Viel mehr ist dieses Empfinden rein subjektiv oder liegt am Alkohol. Allenfalls ein Kräuterschnaps könnte verdauungsfördernd wirken, wenn man den Alkohol abzieht. Nach dem Essen hilft Ihnen, wenn überhaupt, eher ein Kräutertee als ein Likör. Am besten ein längerer Spaziergang.

Tipp:
Wenn Sie nicht auf den Schnaps verzichten möchten, lassen Sie von Whiskey oder Cognac. Diese Spirituosen hemmen angeblich die Magenentleerung. 

Ernährungsmythos 5: Spinat ist gesund, weil er viel Eisen enthält
Der Eisengehalt im Spinat ist mit 4,1 Milligramm auf 100 Gramm rohes Grün eher niedrig. Übertroffen wird er von Kichererbsen (6,9 mg), Leberwurst (5,3 mg) und Haferflocken (5,2 mg). Die Legende hält sich aber hartnäckig. So soll sich ein Wissenschaftler Ende des 19. Jahrhunderts schlichtweg bei seiner Angabe des Eisengehalts in der Kommastelle vertan haben. Prompt enthielt Spinat seither das Zehnfache an Eisen.

Tipp:
Spinat ist trotzdem gesund. Er enthält viel Vitamin A und C.

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