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Ernährung: Angebote für an Demenz erkrankte Menschen

Lesezeit: 2 Minuten Die Ernährung stellt an Demenz erkrankte Menschen selbst, deren Angehörige und letztendlich auch die Pflegekräfte immer wieder vor eine große Herausforderung. Neben der motorischen Unruhe fehlt auch oft das Wissen über die individuellen Ernährungsgewohnheiten des Betreffenden. Viele an Demenz erkrankte Menschen sind somit untergewichtig und mangelernährt.

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Ernährung: Angebote für an Demenz erkrankte Menschen

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Dieser Beitrag beschreibt Möglichkeiten, die Ernährung individuell den Bedürfnissen des Einzelnen anzupassen, das Ziel soll eine Gewichtszunahme der demenziell Erkrankten sein. Dabei wird Wert auf eine für sie gesunde und vollwertige Ernährung gelegt, mit allen für sie notwendigen Nährstoffe, Mineralien und Vitaminen.

Die Zielgruppe

  • an Demenz erkrankte Menschen jeden Alters
  • verschiedene Stadien der Demenz, leichte wie fortgeschrittene Demenz
  • verschiedene Fähigkeiten und Ressourcen der betreffenden Menschen
  • verschiedene weitere Erkrankungen oder Einschränkungen
  • verschiedene Lebensgeschichten (Biografien)

Tischsitten sind nicht wichtig bei der Ernährung von Demenzkranken

Viele Demenzkranke beherrschen nicht mehr die Tischsitten, die sie einmal gelernt haben. Eine Hilfestellung beim Essen sollte hier somit sehr dezent und unauffällig wie möglich geschehen.

Wenn die Betroffenen nicht mit Besteck essen wollen oder können, bietet sich auch Fingerfood an. Speisen werden in mundgerechte Stücke geschnitten und entsprechend angerichtet. Zum Beispiel:

  • Obsthäppchen
  • Fleischstücken/-bällchen
  • Gemüsesticks
  • Kartoffeln/ Kroketten
  • Fischstäbchen
  • Hackbällchen.

Suppen ohne Einlage können auch in Trinktassen/Trinkbechern angeboten werden.

Ebenso können Süßspeisen so angerichtet werden, dass sie aus Trinkbechern getrunken werden können oder angedickt werden, das man sie schneiden kann und mit der Hand aufnehmen kann.

Ist bei Demenz eine spezielle Ernährung nötig oder hilfreich?

Wichtig ist es, auf eine ausreichende Nahrungsaufnahme und vor allem Flüssigkeitszufuhr zu achten. Flüssigkeitsmangel kann bereits nach kurzer Zeit zu akuter Verwirrtheit führen. Häufig wird auch akute Verwirrtheit durch Flüssigkeitsmangel bei älteren Menschen gern mit Demenz verwechselt und Demenz unterstellt.

Wenn der Erkrankte nur wenige Speisen und Getränke akzeptiert, können Nahrungsergänzungsmittel zugesetzt werden (Vitamine, Spurenelement etc.). Wichtig ist, dass die Mahlzeiten dem Erkrankten möglichst Freude und Genuss bieten, denn sie bedeuten für ihn Lebensqualität.

Ernährungsempfehlung für Unruhe oder Motivationslosigkeit

Insbesondere bei hoher Mobilität, d. h. bei großer Unruhe, muss energiereiche Kost angeboten werden. Durch die ständige Bewegung verbraucht der erkrankte Mensch sehr viel Energie.

Bei eher antriebsarmen Menschen ist es für das Wohlbefinden wichtig, immer wieder zu Bewegung zu motivieren, zum Beispiel ein kurzer Spaziergang. So benötigen Menschen mit einem hohen Bewegungsdrang manchmal bis zu 3500 kcal am Tag. Ältere Menschen ohne starken Bewegungsdrang brauchen im Mittel grob 1800 kcal täglich (siehe Ernährungs-Umschau 7, 2004 B29).

Was tun bei Verweigerung von Essen oder Trinken?

Die Ablehnung von Speisen und Getränken ist in der Regel nicht das "Nicht wollen", sondern auf das "Nicht können". Demenziell Erkrankte verspüren oftmals kein Hunger- und Durstgefühl, erkennen die Speisen nicht oder verstehen die Situation nicht.

Auch körperliche Ursachen, z. B. Schluckbeschwerden oder Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, können die Nahrungsaufnahme beeinflussen. Dies ärztlich abklären zu lassen ist wichtig. Ein Teil der Betroffenen ist auch nicht mehr in der Lage überhaupt Auskünfte über Essgewohnheiten, Vorlieben oder Abneigungen mitzuteilen. Hier spielt somit die Biografiearbeit und die Zusammenarbeit mit Angehörigen eine sehr große Rolle.

Weiterhin ist bei Demenz für die Betroffenen der Tag – Nacht – Rhythmus sehr verändert, obwohl in den meisten Einrichtungen tagesstrukturierende Maßnahmen durchgeführt werden, können damit nicht alle Erkrankten erreicht werden. So ist eine Verschiebung der Essenszeiten für diese Betroffenen unumgänglich.

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