Familie Praxistipps

Erfolgreiche Planung einer Erlebnis- und Klassenfahrt – so wird es mit Kindern und Eltern ein Erfolg

Lesezeit: 3 Minuten Ein ganz besonderes Erlebnis für Erzieherinnen oder Lehrerinnen und Kinder ist eine gemeinsame Reise. Das erfordert viel Einsatz und überdurchschnittliches Engagement, aber es lohnt sich. Das Zusammensein Tag und Nacht sowie die anderen oft außergewöhnlichen Eindrücke und Erlebnisse verändern die Beziehungen zwischen Erzieherinnen und Kindern, vertiefen und intensivieren sie. Wichtig ist aber auch auf die Sorgen der Eltern zu achten.

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Erfolgreiche Planung einer Erlebnis- und Klassenfahrt – so wird es mit Kindern und Eltern ein Erfolg

Lesezeit: 3 Minuten
Bei der Planung haben sich folgende Schritte bewährt:
1. Schritt: Diskussion im Team
In der Diskussion werden Für und Wider eines solchen Unternehmens erörtert. Wichtig ist, dass die Erzieherinnen eine solche Reise auch tatsächlich machen wollen und bereit sind, den zusätzlichen Einsatz zu bringen. Wenn Konsens im Team herrscht, dass eine solche Reise stattfinden soll, werden die Eltern befragt und informiert. 
2. Schritt: Eltern werden informiert
Planen Sie schon Wochen vor der Reise ein Elterntreffen. Bei diesem Treffen werden die Eltern ausführlich informiert beziehungsweise befragt, ob sie sich vorstellen können, dass ihre Kinder eine solche Reise mit den Erzieherinnen unternehmen. Alle Fragen der Eltern – auch Bedenken und Einwände – werden offen diskutiert. Es hat sich bewährt, zunächst sehr kurz die Idee vorzustellen und dann den Eltern die Möglichkeit zu geben, ihre Fragen vorzubringen. Um zu vermeiden, dass sich nur wenige "Wortführer" äußern, sollten Sie eine Methode wählen, bei der alle Eltern zu Wort kommen. 
Tipp für die Praxis: Teilen Sie zum Beispiel Kärtchen in verschiedenen Farben an die Eltern aus, und bitten Sie die Eltern darum, ihre Fragen und Gedanken aufzuschreiben: 
  • Gelb: Was ich an der Idee gut finde
  • Rot: Was mir Sorgen bereitet.
  • Blau: Was ich noch wissen will.
Die Kärtchen werden eingesammelt, vorgelesen und auf einem Plakat oder einer Pinwand, nach Farben geordnet, in Themenkomplexe unterteilt und sichtbar aufgehängt.Die Bedenken und Fragen können nun diskutiert und beantwortet werden. Dabei ist wichtig, sachliche Einwände von Gefühlen zu trennen. Wenn Sie bei einzelnen Eltern große Widerstände spüren, ist es gut, diese nicht bei dem Treffen endlos zu thematisieren. Weisen Sie auf die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch hin. Machen Sie auch deutlich, dass das Angebot völlig freiwillig ist. 

Bieten Sie einen "Notdienst" in der Einrichtung an.
Sehr bewährt hat es sich, einen "Notdienst" anzubieten, der die regulären Öffnungszeiten abdeckt. Daran sehen die Eltern, dass sie und auch ihre Kinder sich wirklich frei für oder gegen die Reise entscheiden können. Diese Regelung kommt auch einzelnen Kolleginnen entgegen, die eine Reise auf Grund eigener familiärer Verpflichtungen nicht mitmachen können und deshalb gerne den "Notdienst" machen. Fragen der Eltern beziehen sich meist auf den Umgang der Erzieherinnen mit Heimweh oder Ängsten von Kindern oder was Erzieherinnen tun, wenn Kinder sich verletzen: 
  • Vor der Reise ist es wichtig, dass Sie und Ihre Erzieherinnen Ihr Wissen aus den Erste- Hilfe-Kursen auffrischen. 
  • Die Frage nach dem Umgang mit Heimweh oder Ängsten von Kindern ist sehr individuell zu beantworten.
Beruhigend für Eltern ist, wenn sie einen vorbereiteten Fragebogen zu ihrem Kind ausfüllen. Den Eltern gibt dies die Sicherheit, das die Erzieherinnen ihr Kind ganz besonders in den Blick nehmen, und die Erzieherin erhält wertvolle Hinweise auf bestimmte Gewohnheiten des Kindes. Die besonderen Erlebnisse der Reise, die anderen Kinder, die trösten, und die vertrauten Erzieherinnen helfen meist über das zeitweise empfundene Heimwehgefühl hinweg.
3. Schritt: Kinder bringen ihre Vorstellungen ein
Die Kinder selbst sind in der Regel begeistert von der Idee, mit den anderen Kindern und der Erzieherin zu vereisen. Sie berichten von Reisen, die sie schon gemacht haben, wollen wissen, wie weit weg das Haus sein wird und vieles mehr. Die Kinder überlegen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen, was sie auf der Reise alles unternehmen wollen und was sie mitnehmen müssen. 
Tipp für die Praxis: Die Ideen der Kinder werden gesammelt und zu einer Liste zusammengestellt. Diese vergleichen die Kinder mit der Liste, die die Eltern und Erzieherinnen am Infotreffen zusammengestellt haben. Nun dürfte an alles gedacht sein. 

4. Schritt: konkrete Planung
  • Ort: Ein Freizeithaus aussuchen und anmieten, möglichst in der Nähe, mit Wald und Wiese drumherum. Alternative: Jugendherberge. 
  • Hin- und Rückfahrt: Ein besonderes Erlebnis ist für die Kinder, wenn das Reiseziel öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht wird. Alternative: Einen Bus mieten, was aber meist ziemlich teuer ist. 
  • Verpflegung: Am günstigsten ist Selbstversorgung. Diese muss gut geplant vorbereitet werden. 
  • Kosten: Sie können den Träger um Kostenübernahme anfragen, in der Regel werden Kosten jedoch auf die Eltern umgelegt. Vielleicht lässt sich aber auch ein Sponsor finden.
5. Schritt: Die Kinder bereiten sich auf Reise vor
Mit einer Übernachtung in der Einrichtung „üben“ die Kinder das gemeinsame Schlafen im Ferienhaus und sammeln erste Erfahrungen, wie es werden wird. Durch einen Ausflug zu dem Ferienhaus – noch ohne Gepäck – lernen die Kinder den Weg dahin kennen. Zudem können die Kinder erste Eindrücke von Haus und Ort mitnehmen. 

6. Schritt: Ohne Eltern unterwegs
Für die Kinder ist schon die Fahrt zum Reiseziel ein besonderes Erlebnis. 

Vor Ort genießen sie dann weitere Abenteuer, zum Beispiel:
  • eine Schatzsuche im Wald,
  • ein Picknick auf einer Wiese oder
  • Lieder singen am Lagerfeuer.

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