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Einladungstexte: Streichen Sie „möchte“

Lesezeit: 2 Minuten "Zu meinem Geburtstag möchte ich Sie einladen." Ein gängiger Text. Trotzdem bringt er mich dazu, verzweifelt aufzustöhnen. Kennen Sie das Gefühl, wenn Ihnen Ihr Gegenüber die Hand reicht und diese sich ohne Gegendruck wie ein Fisch an Ihre schmiegt. Den gleichen Eindruck hinterlässt diese Einladungsfloskel. Dabei geht es so einfach, handfest einzuladen.

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Einladungstexte: Streichen Sie "möchte"

Einladungstexte: Streichen Sie „möchte“

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Möchte spricht nur von einer Möglichkeit

„Möchte“ ist ein Modalverb, das dabei hilft, die grammatikalische Möglichkeitsform zu bilden. In diese Reihe gehören auch „würde“, „hätte“, „sollte“, „wäre“. Den Konjunktiv verwenden Sie, wenn Sie von Ihren Wünschen und Träumen schreiben oder besonders höflich sein wollen.

  • „Ich hätte zum Geburtstag gern ein großes Geschenk.“
  • „Wäre ich doch groß und schön.“
  • „Hätte ich einen Ferrari, wäre die Frauenwelt verrückt nach mir.“
  • „Könnte ich in Urlaub fahren, wäre mein Leben besser.“
  • „Er sollte netter zu mir sein, finde ich.“
  • „Würdest du mir bitte die Marmelade reichen?“

Einladung höflich aber handfest

Natürlich schreiben Sie einen Einladungstext in höflicher Form. Von Ihrer Seite darf aber kein Zweifel bestehen, dass Sie es unverrückbar ernst meinen, mit der Einladung. Ob die Gäste sie annehmen, bleibt ihnen überlassen:

  • „Ich würde dich gerne einladen.“ – Lässt mitschwingen:  „Aber wahrscheinlich klappt es sowieso nicht.“
  • „Ich möchte dich einladen.“ – Klingt, als ob Sie schreiben: „Ich melde mich wieder, wenn ich sicher bin, dass ich es wirklich will.“

Es geht so einfach:

  • „Ich feiere Geburtstag. Dazu lade ich dich ein.“
  • „Herzlich lade ich dich ein.“
  • „Zu meiner Geburtstagsfeier lade ich herzlich ein, Sie und Ihre Frau.“

Die Dankkarte

Liegt die Geburtstags- oder Hochzeitsfeier schon hinter Ihnen und nun sind Sie dabei, den Text für die Dankeskarte zu formulieren? Auch hier können Sie in die Wischiwaschi-Falle tappen:

„Ich möchte mich bedanken für die großartigen Geschenke.“– Sind Sie schon so infiziert, um mit mir zu rufen: „Warum tust du es nicht???!“

Schreiben Sie ohne Umwege:

  • „Ich sage danke.“
  • „Ich bedanke mich herzlich.“
  • „Herzlichen Dank, sage ich kurz und herzlich.“

Beherzigen Sie diese Regel auch bei einer Dankesrede. Auch gesprochen wirkt „möchte“ nicht beherzt.

„Möchte“ darf auch mal

Es gibt Formulierungsanlässe, da ist „möchte“ am richtigen Platz. Wenn Sie eine Absicht haben und nicht wissen, ob die Bedingungen stimmen:

  • „Ich möchte ein Hotelzimmer buchen.“ – Wenn eines frei ist und der Preis für mich passt.
  • „Ich möchte gern, dass jeder Gast einen Nachtisch mitbringt.“ – Das ist ein Wunsch. Den drücken Sie mit „möchte“ aus, sonst wäre es ein Befehl an die Gäste.
  • „Ich möchte keine Geschenke bekommen.“ – Auch das ist ein Wunsch. Ob er erfüllt wird, liegt in der Entscheidung der Gäste.

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