Gesundheit Praxistipps

Einfaches Faszientraining für mehr Beweglichkeit und Leistung

Lesezeit: 3 Minuten Faszien sind das neue Schlagwort beim Thema Gesundheit. Aber was ist dran am Hype und wie profitieren Sie von den neuen Erkenntnissen rund um Faszien? Erfahren Sie hier, warum sich Faszientraining für jeden gleichermaßen lohnt und wie Sie mit geringem Aufwand deutliche Verbesserungen erreichen können.

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Einfaches Faszientraining für mehr Beweglichkeit und Leistung

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Faszien – was so undurchdringlich klingt, ist im Grund einfach nur das Bindegewebe. Das wurde allerdings jahrzehntelang komplett vernachlässigt. Erst langsam beginnt die Medizin, den Faszien ihren Teil am gesunden Körper zuzugestehen. Dabei schließen sich auch Verständnislücken. Akupunktur etwa kann nachweislich Probleme lindern, bisher konnte nur niemand erklären, warum. Jetzt wird klar, dass dabei das Fasziennetzwerk stimuliert wird, das sich durch den ganzen Körper zieht.

Faszinierend: Was Faszien für uns tun

Faszien sind feine Häute, die Muskeln umhüllen und den ganzen Körper durchziehen. Sie umhüllen dabei Organe, Muskeln und Nerven und stützen gleichzeitig den Körper. Außerdem stehen sie in Kontakt zum Nervensystem des Körpers. Deswegen können sie direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden nehmen.

Faszien bei jungen Menschen sind zuerst einmal flexibel. Durch wenig Bewegung, Operationen oder auch schlicht Stress werden die Faszien allerdings immer unbeweglicher und „verkleben“. Das liegt daran, dass die Faszien auch für den Transport der Lymphe durch den Körper zuständig sind. Staut sich die Lymphe durch Verspannungen, werden Stoffe frei, die die Faszien miteinander verkleben lassen.

Generell gilt: Je weniger aktiv und je älter jemand ist, desto stärker sind die Faszien verklebt. Im Extremfall können aber auch schon junge Menschen sehr unbeweglich, steif und verletzungsanfällig werden, wenn wenig angemessene Bewegung und ein hektischer, stressiger Lebensstil den Körper belasten.

Faszientraining für Jedermann

Wer wissen möchte, wie er seine Faszien am besten trainiert, sollte einmal Katzen oder Kindern beim Spielen zuschauen. Sie recken und strecken sich, kugeln über die Wiese, dehnen sich und testen permanent, welche Bewegungen ihr Körper zulässt. Faszientraining kann kaum wie klassisches Training nach einem Plan durchgeführt werden.

Wichtig ist hier vor allem, in sich hinein zu horchen. Jede Bewegung, die sich gut anfühlt, ist auch gut. Sei es das Strecken nach imaginären Äpfeln an einem Baum als Lockerung für zwischendurch oder das ausgiebige Strecken nach dem Aufwachen: Alles, was den Körper in eine leichte Dehnung bringt und ihn so bewegt, wie man es im Alltag selten tut, ist gut.

Auch Sprungkraft wird mit den Faszien assoziiert. Sportliche Menschen können also im Rahmen eines Workouts einfach ein paar Sprünge machen, um so Verklebungen direkt vorzubeugen. Eine nette Übung sind auch Liegestützen, bei denen sich mit den Händen abgedrückt wird und jeweils in eine neue Position gesprungen wird.

Yoga ist ein weiteres gutes Beispiel für Faszientraining, das die allgemeine Beweglichkeit und das Wohlbefinden verbessert. Inzwischen gibt es häufig auch Kurse für Faszienyoga.

Faszientraining für Sportler: Schmerzhaft, aber wohltuend

Wer als Sportler seine Faszien trainieren möchte, sollte eine Anschaffung machen: Eine Faszienrolle. Diese harte Schaumstoffrolle wird genutzt, um die Faszien zu dehnen und wieder weicher zu machen. Wenn Faszien verklebt sind, können sie unter Druck gelockert und in eine neue Form gebracht werden.

Das passiert mittels Körpergewicht. Vor allem für Jogger bietet sich ein solches Training an. Die Bewegungsabläufe beim Joggen sind sehr gleichförmig, weshalb die Faszien dabei nicht gefordert werden. Gerade nach langen Läufen spüren viele Jogger auch Tage danach noch schwere Beine und wenig Sprungkraft. Ein zu schlapper, schlurfener Laufstil ist allerdings ineffizient und birgt ein höheres Verletzungsrisiko.

Es lohnt sich daher, zwei bis drei Mal die Woche etwas Zeit damit zu verbringen, die entsprechenden Körperteile zu „rollen“. Auf einer Gymnastikmatte werden dann zum Beispiel die Oberschenkel auf der Rolle hin- und hergerollt. Die Übungen sollten besser zu langsam als zu schnell ausgeführt werden. Pro Körperteil reichen zehn bis zwanzig Wiederholungen.

Das Rollen ist am Anfang häufig schmerzhaft. Je schmerzhafter sich das Training gestaltet, desto verklebter sind die Faszien. Nach und nach lockern sie sich allerdings und die Schmerzen verschwinden. Ärzte sprechen bei den auftretenden Schmerzen vom sogenannten „Wohlschmerz“. Ein Schmerzreiz, der aber gleichzeitig signalisiert, dass sich im Körper etwas zum Positiven verändert.

Gerollt werden kann eigentlich alles, wo Muskeln den Knochen bedecken. Generell gilt, dass man mit der Faszienrolle nichts kaputt machen kann. Häufig werden Sie beim rollen merken, dass eine Stelle besonders empfindlich ist. Dort lohnt es sich dann, kurz zu stoppen und die Stelle bevorzugt zu behandeln, um festzustellen, wo das Problem genau liegt. Es lohnt sich also, auf Erkundungstour mit seinem Körper zu gehen und festzustellen, wo Beschwerden lauern.

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