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Ein Nebenjob ist für Jugendliche in Maßen erlaubt

Lesezeit: 3 Minuten Die Wünsche sind groß aber die Geldbörse ist leer. Da liegt es nahe, mit einem Nebenjob das Taschengeld aufzubessern. Obwohl Kinderarbeit in Deutschland verboten ist, gibt es für Jugendliche Ausnahmen. Im gesetzlich festgelegten Rahmen dürfen sie nebenbei jobben.

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Ein Nebenjob ist für Jugendliche in Maßen erlaubt

Ein Nebenjob ist für Jugendliche in Maßen erlaubt

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Welche Regelungen gelten und in welchem Maße Ihr Kind arbeiten darf erklären wir Ihnen in folgendem Artikel.

Nebenjob für Jugendliche

Ein spannendes PC-Spiel, der neueste Sportschuh oder schicke Markenklamotten – die Wünsche der Kinder sind oft viel größer als ihr Taschengeld. Für den bewussten Umgang mit Geld ist es wichtig, dass Kinder erkennen, dass ihre finanziellen Mittel begrenzt sind. Sie haben jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder sparen sie nach und nach die erforderliche Summe an oder sie verdienen sich etwas zum Taschengeld dazu. Beide Varianten sind langwierig und mit vielen Kompromissen verbunden. Deshalb wird sich Ihr Kind sehr genau überlegen, wofür es die mühsam angesparte oder hart verdiente Kohle ausgibt.

Ein Nebenjob fördert aber auch das Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen. Um Geld zu verdienen, müssen sie pünktlich erscheinen und ihre Arbeit ordentlich erledigen. Wer diese Herausforderung meistert, stärkt ganz nebenbei sein Selbstbewusstsein. Gerade schüchternen Kindern kann ein Nebenjob helfen, die eigenen Stärken bewusster wahrzunehmen. Außerdem schnuppern die Schüler schon in den Arbeitsalltag hinein. Das kann sich hilfreich bei der späteren Berufswahl auswirken.

Rechtliche Bestimmungen

Das Jugendschutzgesetz regelt die Rahmenbedingungen für eine nebenberufliche Beschäftigung für schulpflichtige Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Körperlich schwere oder gefährliche Arbeiten, Akkordarbeit sowie widrige Arbeitsbedingungen wie extreme Hitze, Kälte, Nässe oder Lärm sind generell nicht gestattet.

  • Ist ein Kind unter 13 Jahren alt, darf es nicht arbeiten. Ihr Kind kann aber sein Taschengeld aufbessern, indem es für die Familie kleine Aufgaben übernimmt wie zum Beispiel das Auto waschen. Außerdem ist es möglich, für bestimmte Tätigkeiten wie Schauspielern oder Modeln eine Ausnahme zu beantragen.
  • Schüler im Alter von 13 bis 14 Jahren brauchen die Einwilligung der Eltern, wenn sie einen Nebenjob ausüben möchten. Die Tätigkeit darf allerdings nicht die schulischen Aktivitäten beeinträchtigen. Als Zeitrahmen sind nur bis zu zwei Stunden täglich an fünf Wochentage gestattet.
  • Jugendliche ab 15 Jahren können in den Ferien bis zu vier Wochen einen Job ausüben. Sie dürfen in dieser Zeit bis zu acht Stunden pro Tag arbeiten, die Arbeitszeit kann also eine 5-Tage Woche mit maximal 40 Stunden umfassen. Allerdings darf die Arbeitszeit nur zwischen 6 und 20 Uhr liegen. Hier gibt es aber wiederum Ausnahmen für Schüler, die in der Gastronomie, Landwirtschaft oder zum Beispiel der Bäckerei arbeiten.
  • Sind die Schüler volljährig, sind Jobs erlaubt, wenn sie nicht mehr als 50 Tage im Jahr oder 2 Monate am Stück beanspruchen.

Nachteile des Nebenjobs

Schüler sind sehr gefordert. Deshalb brauchen Sie Freizeit, um sich zu erholen. Es kann leicht passieren, dass Ihr Kind die Anstrengungen eines Nebenjobs unterschätzt. Wenn die regelmäßige Tätigkeit wie das Zeitungen austragen zu einer Belastung wird, ist es besser, sich nach etwas anderem umzusehen. Vielleicht leiden aber auch die schulischen Leistungen unter der wöchentlichen Beschäftigung. Raten Sie in diesem Fall Ihrem Kind, lieber nur in den Ferien zu arbeiten.

Einnahmen und Steuern

Ein Nebenjob ist eine kurzfristige geringfügige Beschäftigung und somit entfallen Beiträge an die Sozialversicherung. Für den Minijob bezahlt der Arbeitgeber eine Pauschalsteuer. Wer in den Ferien arbeitet und über den Betrag von 450 Euro im Monat liegt, arbeitet auf Steuerkarte. Das Gehalt liegt allerdings meistens unter dem steuerlichen Grundfreibetrag. Wenn der Schüler Ende des Jahres einen Einkommenssteuerbescheid ausfüllt, erhält er die gezahlte Steuer zurück.

Diese kostenfreie Broschüre vom sächsischen Staatsministerium der Finanzen informiert ausführlich über alle Steuerfragen bei Aushilfs- und Ferienjobs von Schülern und Studenten

Einen Nebenjob finden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um einen Nebentätigkeit zu finden. Erste Anlaufstelle sind die Stellenanzeigen in der Zeitung und dem kostenlosen Anzeigenblättchen. Die meisten Supermärkte haben ein schwarzes Brett. Hier können die Schüler Zettel aushängen, auf denen sie ihre Mithilfe bei der Gartenarbeit oder beim Hunde ausführen anbieten. Außerdem ist es sinnvoll, möglichst vielen Freunden, Bekannten und Nachbarn von der Nebenjobsuche zu erzählen. Über dieses Netzwerken findet sich eher eine Beschäftigung wie Babysitting. Manchmal lohnt es sich auch, gezielt im Geschäft nachzufragen, ob jemand zum Einräumen der Regale gesucht wird.

Mögliche Nebenjobs für Schüler und Jugendliche

  • Babysitting
  • Zeitungen, Prospekte, Werbematerialien austragen
  • Warenregale auffüllen, zum Beispiel im Supermarkt oder Bauhaus
  • Hunde ausführen
  • Einkäufe für Senioren erledigen
  • Gartenarbeit wie Rasen mähen
  • Kellnern im Café
  • Zimmermädchen im Hotel
  • Als Küchenhilfe im Restaurant arbeiten
  • Nachhilfeunterricht geben
  • Erntehelfer

Bildnachweis: highwaystarz / Adobe Stock

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