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Ehrenamt: Warum es die Welt nicht besser macht

Lesezeit: 2 Minuten Aus welchem Grund engagieren Sie sich ehrenamtlich? Aus dem Wunsch heraus, die Welt ein wenig besser zu hinterlassen? Was sagen Sie zu meiner Behauptung, dass Sie der Welt unterm Strich nicht nützen? Und sogar aufpassen müssen, sich selbst nicht zu schaden.

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Ehrenamt: Warum es die Welt nicht besser macht

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Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und Bürgerschaftliches Engagement

Es gibt viele Begriffe dafür, sich freiwillig zu engagieren. Doch ob Sie es Ehrenamt nennen oder Bürgerschaftliches Engagement, die Motive, um eine solche Tätigkeit auszuüben, ähneln sich. Als der kirchliche Einfluss in unserer Gesellschaft noch größer war, stand der altruistische Gedanke ganz oben: mildtätig sein, um später "in den Himmel zu kommen", war damals sicher das Hauptmotiv. Auch heute sind freiwillig Engagierte besonders idealistisch und wollen die Welt ein bisschen besser machen. Doch funktioniert das?

Sie wägen gute und böse Taten ab

Eine Studie aus den USA zeigt, dass "gute Taten" die Welt unterm Strich nicht unbedingt besser machen. Die Psychologin Sonya Sachdeva von der Northwestern University, Illinois kommt zum Ergebnis, dass jeder Mensch eine Art "inneres Moral-Konto" führt. Unterbewusst würde abgerechnet, wie viele gute Taten das Moralkonto gutgeschrieben hat. Nachdem Sie anderen etwas Gutes getan haben,  folge in der Tendenz eher eine egoistische Handlung.

Auf Freiwillige Tätigkeit bezogen, könnte das heißen: nachdem Sie ehrenamtlich in der Großküche der Schülermensa gekocht haben, sinkt Ihre Lust, für Ihre alten Eltern einkaufen zu gehen.  Oder Sie zeigen weniger Bereitschaft, Ihrem Partner eine Stulle zu schmieren.

Die Moral richtet sich auch gegen sich selbst

Besonders interessant ist, dass die Forscherin zu den Tugenden zählt, sich gesundheitsbewusst zu verhalten. Sie behauptet, auch die Selbstdisziplin sinke nachdem Sie etwas für andere getan haben.

Könnte dieser Satz von Ihnen stammen? "Ich habe den ganzen Nachmittag Kinder bei den Hausaufgaben betreut. Jetzt habe ich mir einen gemütlichen Abend auf der Couch verdient und lasse die Gymnastikstunde sausen."

Machen Sie den Selbsttest

Ich habe die Ergebnisse der Studie kritisch aufgenommen und mich selbst beobachtet. Und tatsächlich, war ich nach einer ehrenamtlichen Vorlesestunde eher geneigt, zu meinen eigenen Kindern zu sagen: "Mama hat sich eine Pause verdient, spielt ohne mich." Und dass ich mich nach einer uneigennützigen Aktion gerne mit einem süßen Teilchen belohne, fiel mir dabei auch auf.

Bleiben Sie engagiert und wachsam

Ich will Sie nicht von Ihrem freiwilligen Engagement abhalten. Ohne Zweifel, tun Sie damit Gutes für Mensch und Gesellschaft. Ermuntern will ich Sie allerdings dazu: vergessen Sie darüber nicht, was Ihnen selbst gut tut und den Menschen in Ihrer nächsten Umgebung. Denn wenn Sie sich vergessen, verbessern Sie die Welt unterm Strich keineswegs.

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