Krankheiten Praxistipps

Dünndarm: Untersuchung und Behandlung sind jetzt ohne Operation möglich

Lesezeit: 1 Minute Blutungen im Dünndarm sind schwer zu diagnostizieren, eine Behandlung ohne Operation ist ebenso schwierig. Gewebewucherungen im Dünndarm, dem Abschnitt zwischen Magen und Dickdarm, konnten bisher durch konventionelle Videoendoskope nicht erreicht werden. Mittlerweile ist eine Untersuchung des Dünndarms aber auch ohne eine Operation möglich.

1 min Lesezeit

Dünndarm: Untersuchung und Behandlung sind jetzt ohne Operation möglich

Lesezeit: 1 Minute
Neues vom Dünndarm
Zwar ist in Deutschland seit Mitte 2001 mit der Zulassung der Videokapsel-Endoskopie ein nicht-invasives diagnostisches Verfahren zur Untersuchung des gesamten Dünndarms verfügbar. Eine Behandlung ist damit im Dünndarm aber nicht möglich.
Bei einem neuen Verfahren, Doppelballon-Enteroskopie (DBE) genannt, wird ein Enteroskop – ein dünner, biegsamer mit einer Mini-Kamera ausgerüsteter Schlauch – in den Dünndarm geführt.
Das Endoskop wird entweder durch den Mund oder den After eingeführt. Mithilfe der Doppelballon-Enteroskopie kann tief in das Innere des Dünndarms geschaut werden. Zwei Ballons, die wechselseitig aufgeblasen werden, ermöglichen die Vorwärtsbewegung des Endoskops.

Studie zu den neuen Behandlungsmethoden
Eine Studie, die im August 2006 in der medizinischen Fachzeitschrift "American Journal of Gastroenterology" veröffentlicht wurde, untersuchte mehr als 150 Patienten mit gastrointestinalen Blutungen unklarer Herkunft. Bei den Studienteilnehmern wurde zuvor die Speiseröhre, der Magen und der Dickdarm untersucht, wobei jedoch die Ursache der Blutungen nicht festgestellt werden konnten.

Durch die Doppelballon-Enteroskopie wurden jedoch bei 75% der Studienteilnehmer Veränderungen – darunter auch Tumore – im Dünndarm entdeckt, die als Ursache der Blutung infrage kommen. Die Doppelballon-Enteroskopie ist das erste Verfahren, bei dem sowohl der komplette Dünndarm optisch dargestellt als auch Veränderungen behandelt werden können. Zur Operation werden in der Regel ein Laser oder andere Instrumente wie zum Beispiel dünne blutstillende Klammern verwendet.

Die Ärzte weisen jedoch darauf hin, dass die Doppelballon-Enteroskopie ein wirksames und sicheres Verfahren ist, um Darmwandveränderungen im Dünndarm festzustellen. Aufgrund der technischen Komplexität dieses Verfahrens sollt es nur in spezialisierten gastroenterologischen Zentren durchgeführt werden

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):