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Diese Tipps helfen bei Ischias-Schmerzen in der Schwangerschaft

Diese Tipps helfen bei Ischias-Schmerzen in der Schwangerschaft
geschrieben von Adelheid Fangrath

Wenn bei schwangeren Frauen ein brennender Schmerz auftritt, der sich vom Po bis hinunter zum Bein zieht, ist der Ischias gereizt. In der Schwangerschaft sind diese Beschwerden gar nicht so selten, weil das Gewicht des Babys auf den Nerv drückt. Gegen diese Schmerzen helfen am besten Wärme und Bewegung.

Ischias-Schmerzen in der Schwangerschaft

Der Ischiasnerv verläuft von der Lendenwirbelsäule über den Oberschenkel bis ins Bein hinunter. In diesem Bereich treten auch die Beschwerden auf, die von stechenden Schmerzen im unteren Rücken bis zu einem quälenden Ziehen im Bein reichen. Manchmal begleiten Kribbel- oder Taubheitsgefühle diese unangenehmen Beschwerden. Es ist wichtig, Ischiasschmerzen während der Schwangerschaft zu behandeln, damit sich kein chronisches Leiden entwickelt.

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Warum ist der Ischias in der Schwangerschaft gereizt

Der zunehmende Bauchumfang verlangt nicht nur den Bauchmuskeln, sondern auch dem Gesäßmuskel Höchstleistungen ab. Zur Stärkung des Gesäßmuskels ist vor allem Bewegung erforderlich. Durch mangelhafte Bewegung verschlechtert sich die Durchblutung und der Gesäßmuskel kann den Druck des Bauches auf den Ischiasnerv nicht ausgleichen. Ein weiterer Grund für Ischiasbeschwerden ist das heranwachsende Baby. Besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft drückt das Köpfchen direkt auf den Nerv und klemmt ihn ein.

Sofortmaßnahmen gegen Ischiasbeschwerden

  • Wer den unangenehmen Schmerz im unteren Rücken verspürt, möchte sich am liebsten schonen. Dadurch verkrampfen sich die Muskeln aber meistens noch mehr. Tatsächlich hilft am besten Bewegung. Nach einem kleinen Spaziergang lockert sich der Schmerz.
  • Ist der Gesäßmuskel der Auslöser für den Schmerz, hilft besonders gut Wärme. Füllen Sie eine Wärmflasche flach mit Wasser und legen Sie diese seitlich unter das Gesäß. Schon nach kurzer Zeit stellt sich Linderung ein.
  • Nehmen Sie ein entspannendes Wannenbad.
  • Empfehlenswert sind Massagen. Besorgen Sie sich aus der Apotheke einen kleinen Igelball und bitten Sie Ihren Partner, mit dem Ball in kreisenden Bewegungen die schmerzenden Stellen zu massieren. Alternativ klemmen Sie den Ball an den betroffenen Stellen zwischen Körper und Wand ein und massieren sich quasi selber durch kleine Bewegungen.
  • Schwimmen und Wassergymnastik helfen, die Muskeln zu stärken.
  • Probieren Sie diese Position, wenn das Baby auf den Nerv drückt: Gehen Sie in den Vierfüßlerstand auf die Knie und stützen sich vorne auf die Ellenbogen ab. Der Rücken wird somit entlastet und mit etwas Glück wechselt das Baby seine Lage.

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Dehnübungen stärken die Muskulatur

Oft ist es nicht möglich, sich immer ausreichend zu bewegen. Gewöhnen Sie sich deshalb an, über den Tag verteilt diese Dehnübungen zu turnen. Sie sind nicht schwierig und lassen sich teilweise auch im Büro durchführen.

  • Stellen Sie sich gerade hin und stützen Sie sich an der Wand ab. Strecken Sie das Bein auf der schmerzenden Seite langsam nach vorne und dann nach hinten. Wiederholen Sie die Übung einige Male.
  • Beugen Sie sich vorsichtig nach vorne. Wer es schafft, berührt seine Zehenspitzen.
  • Knien Sie sich auf den Boden und stützen Sie sich mit den Händen ab. Biegen Sie den Rücken nach oben zu einem Katzenbuckel und halten Sie diese Position einige Sekunden. Diese Übung hilft gut, wenn das Baby auf den Nerv drückt.

Starke Schmerzen

Wenn die beschriebenen Maßnahmen keine Linderung verschaffen, konsultieren Sie Ihren Arzt. Es gibt auch für schwangere Frauen Medikamente zur Behandlung von Ischiasproblemen. Besonders bewährt hat sich der Einsatz von Akupunktur.

Bildnachweis: gpointstudio / stock.adobe.com

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Adelheid Fangrath