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Die sechs häufigsten Fehler bei Ihrer USB-Stick-Nutzung

Lesezeit: 3 Minuten USB-Sticks haben sich als mobiles Speichermedium flächendeckend durchgesetzt. Die Produktspanne reicht dabei vom witzigen Werbe-USB-Stick bis zum HighEnd-Stick mit 256 GB und USB-3.0-Support. Zwar vermitteln USB-Sticks so ein wohliges Gefühl der problemlosen Nutzung, in der Praxis kann aber trotzdem einiges schiefgehen. Hier finden Sie die Top 6 der Fehler und Pannen bei der USB-Stick-Nutzung.

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Die sechs häufigsten Fehler bei Ihrer USB-Stick-Nutzung

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Wissen Sie wirklich, wie viele USB-Sticks (USB-Flash Drives) Sie einsetzen oder wie viele dieser Flash-Speicher sich im Büro und am heimischen PC-Arbeitsplatz angesammelt haben?

Tatsächlich sind USB-Sticks (USB = Universal Serial Bus) enorm praktisch und durch die hohe Verbreitung der USB-Schnittstelle quasi universell einsetzbar. Zudem vermitteln USB-Sticks ein subjektives Gefühl von Datensicherheit, das allerdings mit der Realität nichts zu tun hat. Denn obgleich das Handling prinzipiell sehr einfach ist, können doch im Alltag einige Fehler gemacht werden, die von einer extrem langsamen Datenübertragung bis hin zum totalen Datenverlust führen können. Mit den folgenden Tipps vermeiden Sie solche Alltags-USB-Zipperlein oder sogar den totalen USB-Daten-GAU:

Fehler 1: USB-Stick als Arbeitslaufwerk missbrauchen

USB-Sticks sind ein ideales Transportmittel für Daten. Daher sind sie beispielsweise bestens geeignet, um Ihre Lieblingsmusik am PC aufzuspielen und im Auto vom Stick wiederzugeben. Hierbei finden wiederholt nur die Lesevorgänge statt, das ist für den USB-Stick nur wenig verschleißend. Anders sieht es aus, wenn Sie einen USB-Stick als Arbeitslaufwerk einsetzen, und dort beispielsweise Word-Dateien anlegen und bearbeiten.

Tatsächlich finden somit andauernde Schreibzugriffe statt, die neben dem eigentlichen Dokument auch eine Sicherheitskopie, die Cache-Verwaltung der Datei und weitere Word-Zugriffe betreffen. Dies ist für einen Flash-Speicher "anstrengend", nicht umsonst ist die Schreibgeschwindigkeit nur rund halb so groß wie die Lesegeschwindigkeit. Fazit: USB-Sticks zum Transport Ihrer Daten, aber nicht als Arbeitslaufwerk einsetzen.

Fehler 2: Malware-Prüfung vernachlässigen

Auch die Daten auf einem USB-Stick sind durch Schadsoftware gefährdet, zudem kann der Stick selbst als Medium für die Verbreitung von Malware missbraucht werden. Schließen Sie daher bei der Überprüfung Ihres PC-Systems auf Schadsoftware Ihren USB-Stick unbedingt mit ein oder lassen gelegentlich eines einzelnen Scan über Ihren Stick laufen.

Fehler 3: Keine Datensicherung

Falls beim Zugriff auf Dateien auf einem USB-Stick mysteriöse Fehlermeldungen angezeigt werden, kann es sein, dass immer mehr Speicherzellen versagen. Dann ist es dringend notwendig, von der vorhandenen Datenbasis eine Sicherheitskopie zu erzeugen. Das gelingt einfach und schnell mit dem kostenlosen "USB-Image-Tool".

USB Image Tool erzeugt ein exaktes Image (Abbilddatei) des Speichers, mit dem Sie dann Versuche zur Datenrettung am PC durchführen können, ohne die Datenquelle (USB-Stick) weiter zu belasten oder gar Schreibzugriffe durchzuführen. Das Tool eignet sich auch sehr gut als Backup-Programm für USB-Sticks, denn es kann mehrere Images verwalten und bietet die Möglichkeit, zum Zwecke der Speicherplatzersparnis große Images auch in einem komprimierten Datenformat zu speichern.

Fehler 4: USB-Buchse produziert Kurzschluss

Ein Kurzschluss ist die denkbar innigste Verbindung zweier elektrischer Leiter mit unterschiedlichen Potenzialen, die eine widerstandsfreie Verbindung herstellt. Als Ergebnis des sofortigen, starken Stromanstiegs löst in aller Regel eine Sicherung oder eine Schutzelektronik aus, um weitere Gefahren wie einen Brand abzuwenden.

Dies jedoch trifft auf einen "USB-Kurzschluss" am PC oder Notebook nicht zu. In jedem Fall entsteht ein massiver Hardwareschaden. Je nach technischem Aufbau des Rechners ist mindestens der betreffende USB-Hub irreparabel hinüber, im schlechtesten Fall kann das gesamte Mainboard beschädigt werden. Das Beachten dieser drei Punkte schützt Sie vor Schaden:

  • Machen Sie vor dem Anschluss eines USB-Geräts eine kurze Sichtprüfung, ob der USB-Stecker in Ordnung ist. Schließen Sie niemals USB-Geräte mit beschädigten Kontakten an.
  • Verwenden Sie beispielsweise für die USB-Verbindung mobiler Geräte mit dem PC nur die zugelassenen Kabel. Sortieren Sie Kabel mit Beschädigungen sicherheitshalber aus.
  • Wenn Sie einem USB-Gerät elektrisch kein volles Vertrauen entgegenbringen, sollten Sie es nur an einem USB-Hub mit eigener Stromversorgung anschließen (self-powered). Damit wird im Falle eines USB-Kurzschlusses auch nur der Hub beschädigt.

Fehler 5: USB-Geräte werden nicht mehr erkannt

"Spinnende" Geräte an einer USB-Schnittstelle des Rechners erlebt praktisch jeder PC-Anwender irgendwann. Meist werden bereits installierte Geräte nicht mehr erkannt oder neu zu installierende Geräte werden nicht erkannt oder funktionieren nicht. In vielen Fällen löst ein "Netzteil-Reset", bei dem alle Kondensatoren im Netzteil und auf dem Mainboard einmal völlig entladen werden. Auch wenn der Begriff an sich ziemlich unpassend ist, gehen Sie in diesen Schritten vor:

  1. Schließen Sie alle Dateien und fahren Sie den PC herunter. Um den PC ganz sicher völlig stromlos zu machen, ziehen Sie dann das Stromkabel der Spannungsversorgung am PC-Netzteil an der Gehäuserückseite ab.
  2. Nun drücken Sie an der Gehäusefront den Einschalttaster des Rechners für ca. 30 Sekunden. Durch dieses "Einschalten ohne Strom" werden die Kondensatoren entladen und Restspannungen in Netzteil und Mainboard verflüchtigen sich.
  3. Danach schließen Sie das Stromkabel wieder an und schalten Ihren PC wie gewohnt ein und fahren Sie Windows hoch. Nach dieser Rosskur werden einige USB-Geräte automatisch wieder funktionieren, andere wird Windows als "neue Geräte" erkennen und Treiber einbinden. Nötigenfalls führen Sie weitere Treiberinstallationen nach Herstellerangaben manuell durch.

Fehler 6: Fehlende Gerätezuordnung zu USB-Schnittstellen vom Typ 2.0 und 3.0

Die Evolution der USB-Schnittstelle hat es mit sich gebracht, dass derzeit eine enorme Anzahl von USB-Sticks sowohl für die USB-Schnittstelle Version 2.0 als auch für die aktuell Version 3.0 angeboten werden. Auch seitens des PC-Schnittstellen-Supports sind USB 2.0 und 3.0 derzeit mehr oder weniger unübersichtlich im Angebot, sogar in ein- und demselben Rechner finden Sie USB-Schnittstellen nach beiden Normen vor.

Der Unterschied in der Leistung ist jedoch frappierend: Der USB 2.0 leistet maximal 480 MBit/s (High-Speed-Modus), der USB 3.0 hingegen maximal rasante 4.8 GBit/s. Sie sollten daher genau kontrollieren, an welchem USB-Port am PC Sie einen neueren USB-Stick anschließen.

Fakt ist: Ein USB-3.0-fähiger Stick mit hoher Speicherkapazität "schläft" an einem USB-2.0-Port beim Übertragen großer Datenmengen geradezu ein. Kontrollieren Sie in der Dokumentation zu dem Gerät, welche Ports USB 3.0 supporten und benutzen Sie dann diesen Port auch konsequent für USB-3.0-Sticks.

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