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Die richtige Hautpflege bei Neurodermitis

Lesezeit: 3 Minuten Fast jeder kennt gelegentliche Probleme mit trockener Haut. Doch wenn die trockenen Stellen immer öfter auftreten und zu jucken beginnen, steckt häufig Neurodermitis dahinter. Jeder vierte Deutsche soll Hautärzten zufolge eine leichte Form von Neurodermitis kennen. Wie Sie Ihre bei Neurodermitis angemessen pflegen und so den Leidensdruck mindern, erfahren Sie hier.

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Die richtige Hautpflege bei Neurodermitis

Die richtige Hautpflege bei Neurodermitis

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Fast vier Millionen Menschen, so schätzen Hautärzte, leiden unter einer ausgeprägten Form der Neurodermitis.

Der Begriff Neurodermitis ist inzwischen überholt, denn er stammt von dem Glauben, die Hautbeschwerden würden durch Nervenentzündungen entstehen. Heute wird stattdessen die Bezeichnung atopisches Ekzem verwendet, doch im Volksmund hat sich der Begriff Neurodermitis gehalten.

Neurodermitis: Ursachen und Auslöser

Neurodermitis tritt in den Industriestaaten immer vermehrter auf. Warum das so ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Generell gibt es jedoch verschiedene Ursachen. Die Veranlagung zu Neurodermitis kann zum Beispiel vererbt werden. Zeitgleich oder davon getrennt können auch äußere Faktoren zum Ausbruch von Neurodermitis beitragen. In beiden Fällen konnte jedoch noch nicht komplett geklärt werden, welche Faktoren genau zu Neurodermitis beitragen.

Viele Betroffene erkennen nach einiger Zeit gewisse Muster in den schubweisen Ausbrüchen des Ekzems. So können Nahrungsmittel, Stress, Licht und Wetterwechsel einen Ausbruch provozieren. Auch Zusammenhänge mit Allergien sind bekannt. Daher hilft es vielen Betroffenen, ihren Lebensstil anzupassen und Auslöser gezielt zu vermeiden.

Geeignete Hautpflege bei Neurodermitis

Nebst einer medikamentösen Behandlung bei einem schwereren Krankheitsbild kann bei leichten Beschwerden (Stufe 1 bis 2) eine angepasste Hautpflege die Schübe erträglicher machen. Die typische Haut eines Neurodermitikers ist generell arm an Feuchthaltefaktoren und produziert wenig Hauttalg. Diese beiden Faktoren sorgen dafür, dass die Haut vor allem im Winter trocken ist.

Mit einer angepassten Pflege kann man seiner Haut jedoch viel Gutes tun und auch Schübe etwas abmildern. Während der beschwerdefreien Zeit sollte die Haut nach jedem Duschen und bei Bedarf gut eingecremt werden. Dazu eignen sich vor allem Cremes auf Ölbasis, vor allem solche mit ungesättigte Fettsäuren. Auch Harnstoff (Urea) ist gut geeignet, da er der Haut hilft, Feuchtigkeit zu speichern und sogar leichten Juckreiz abmildert.

Während eines akuten Schubes brauchen die betroffenen Hautstellen besonders viel Feuchtigkeit. Hier muss man bei der Wahl der Creme jedoch vorsichtiger sein: Die Haut reagiert sehr stark auf Reizungen und so können Cremes mit Wirkstoffen wie Urea, Kamille oder Ringelblume beim Auftragen brennen und die Symptomatik verschlechtern. Auch sollten die Cremes keinen zu hohen Fettanteil aufweisen, denn die dadurch entstehende Fettschicht schließt das Ekzem ab und kann dadurch zu erhöhtem Juckreiz und einer Verschlechterung der Entzündung sorgen.

Fällt der Schub heftiger aus, lohnt es sich, eine spezielle Creme in der Apotheke zu kaufen. In vielen Präparaten ist der bereits erwähnte Harnstoff enthalten, auf den die Haut während eines Schubes jedoch empfindlich reagieren kann. Andere beliebte Wirkstoffe, die auch bei sehr empfindlicher Haut meistens keine Beschwerden auslösen sind Bufexamac, Steinkohlenteer oder Hamamelisextrakt. Zusätzlich kann man zu einer cortisonhaltigen Creme greifen, um den Juckreiz zu mindern. Das sollte jedoch mindestens mit einem kompetenten Apotheker oder dem Hautarzt abgesprochen werden.

Generell lohnt es sich, einige Präparate zu testen, um festzustellen, was der Haut am besten hilft. Wie die Haut auf die Cremes reagiert, kann sich von Zeit zu Zeit auch ändern und von Sommer zu Winter unterschiedlich sein. Allgemein sollten sich in einer Creme für Neurodermitishaut jedoch keinesfalls Farbstoffe, Silikone, Parfüme oder Mineralöle finden. Diese reizen die Haut unnötig oder trocknen sie indirekt aus.

Schonende Reinigung bei Neurodermitis

Während das Eincremen der wichtigste Teil der Neurodermitisbehandlung ist, kann man auch mit einer geeigneten Reinigung viel gewinnen. Wichtig ist, dass die Waschmittel nicht zu scharf sind. Gut geeignet sind Waschlotionen mit einem pH-Wert von 5,5. So wird der ohnehin geschwächte Säureschutzmantel der Haut nicht weiter angegriffen und Folgeinfektionen können verhindert werden.

Sehr gut geeignet zur Pflege bei Neurodermitis sind sogenannte Syndets. Diese Bezeichnung setzt sich aus den Worten „synthetische Detergentien“ (künstliche Waschmittel) zusammen und bezeichnet praktisch eine Seife ohne echte Seife. Diese „künstlichen Seifen“ greifen den Säureschutzmantel der Haut kaum an, reinigen aber trotzdem gründlich genug.

Ein mechanisches Peeling sollte vor allem auf betroffenen Hautstellen nicht genutzt werden, da die enthaltenen Peelingkörner die ohnehin empfindliche Haut verletzen können und so das Eindringen von Bakterien begünstigen. Geeigneter sind Enzympeelings, die die Haut ohne mechanisches Einwirken reinigen und auch mit Feuchtigkeit versorgen können. Wird nach der Reinigung direkt eine Hautcreme aufgetragen, kann diese in der aufgeweichten Haut besonders gut einziehen und ihre Wirkung so bestens entfalten.

Bildnachweis: SkyLine / stock.adobe.com

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