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Die Lüge mit den Superfoods: So schädlich sind Chia, Acai und Co.

Lesezeit: 3 Minuten Acai, Chia oder Moringa: Die Liste an Superfoods ist lang. Sie versprechen dem Kunden eine schlanke Figur und ein hohes Wohlbefinden. Man könnte sie fast als Wundermittel bezeichnen, aber nur fast. Denn hinter diesen Produkten verbirgt sich selten mehr als heiße Luft.

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Die Lüge mit den Superfoods: So schädlich sind Chia, Acai und Co.

Die Lüge mit den Superfoods: So schädlich sind Chia, Acai und Co.

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Die Händler preisen Chia-Samen, Gojibeeren und Co. als reines Bio-Naturmittel an. Wie es sich für das Superfood gehört, kann es bequem in die tägliche Ernährung integriert werden. So lässt sich Quinoa als Fleischersatz verwenden und das Ergebnis ist ein leckerer Burger. Vor allem Menschen, die auf ihre Ernährung achten, gehören zur Zielgruppe. Leider sind Superfoods als andere als „super“ – in manchen Fällen sogar gesundheitsschädlich.

Keime und Gifte – Superfood fällt durch!

Das Verbrauchermagazin „Ökotest“ hat Superfoods unter die Lupe genommen. Acai-Pulver, Chia-Samen, Gojibeeren und viele weitere standen auf dem Prüfstand – und sind größtenteils durchgefallen. Die gesunden Beeren und Samen sind gar nicht so unbedenklich, wie es auf den ersten Blick scheint. Bei vielen Produkten wurden schädliche Inhaltsstoffe wie Blei, Cadmium, Mückenschutzmittel und Pestizide festgestellt. In zwei von drei Fällen wurde die Note mangelhaft oder ungenügend vergeben. Darüber hinaus wurden bei 13 von 22 Produkten Mineralölrückstände entdeckt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt auf solche Lebensmittel zu verzichten, da sie Krebs verursachen können.

Bereits eine Studie offenbart die Schwächen dieser Produkte. Der exotische Name verrät, dass sie meist im exotischen Ausland hergestellt werden. Dort gelten weniger strenge Produktionsbedingungen, auch wenn die Hersteller auf einen hohen Standard bestehen. Nur sehr wenige Superfoods wurden mit dem Prädikat gut oder sehr gut bewertet.

Ernährung: Trends kommen und gehen

In den letzten Jahren hat sich das Gesundheitsbewusstsein enorm entwickelt. Ein Beleg sind Fitnessstudios, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Immer mehr Menschen tragen eine Health Watch, um ihre sportliche Aktivität zu messen. Bei diesem Trend spielt die Ernährung eine wichtige Rolle: Ein unbekanntes Lebensmittel wird von heute auf morgen zum Medienstar. Es wird heiß diskutiert und schon ist ein neues Superfood entstanden.

Eine ähnliche Geschichte erlebte man Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Spinat. Gustav von Bunge ermittelte einen hohen Eisengehalt in dieser Pflanze. Später wurde übersehen, dass der Physiologe von 100 Gramm Spinatpulver ausgegangen war. Ein Irrtum, der sich noch immer in den Köpfen der Menschen befindet. Vor rund 20 Jahren wurde Brokkoli als neues Super-Gemüse gefeiert, ein wenig später waren es die roten Cranberries.

Die Medien machen eine Pflanze zum Shootingstar – sogar ohne wissenschaftliche Belege. Aktuell gelten Naturprodukte aus dem Himalaya als neues Wundermittel, denn ein deutsches Lebensmittel wäre zu langweilig. Und es lässt sich schlechter vermarkten als das Bio-Produkt aus den Anden.

Ein Lebensmittel hat keinen Effekt

Der menschliche Organismus ist auf zahlreiche Nährstoffe und Vitamine angewiesen. Ein einzelnes Lebensmittel kann niemals die komplette Gesundheit optimieren. Es kommt auf das Gesamtpaket an: Denken Sie über Ihre tägliche Ernährung nach und ergänzen Sie diese punktuell. Viele Superfood-Verfechter schwören auf eine gesundheitliche Besserung, doch hier ist eher von einem Placebo-Effekt auszugehen.

Info: Forscher haben untersucht, ob Chia tatsächlich schlank macht. Es wurden einmal 92 und dann 60 Personen untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn die Samen hatten keinerlei Effekt. Weder der Blutdruck noch der Stoffwechsel wurden durch den Verzehr verbessert.

Die normale Ernährung versorgt Sie mit allen Nährstoffen, die Sie tatsächlich brauchen. Da Superfoods sogar mit Schadstoffen belastet sein können, führen Sie Ihrem Körper unnötige Bestandteile zu. Eine Ernährungsumstellung ist die bessere Lösung, wenn Sie sich gesünder ernähren möchten.

Forschung: Was sind Superfoods?

Die Wissenschaft kennt den Begriff nicht, da es sich nur um Marketing handelt. In der Forschung werden einzelne Pflanzen untersucht, um ihre Wirkung festzustellen. Die meisten positiven Ergebnisse stammen aus Labor- oder Tierversuchen. Es ist ein Wunschdenken, dass Superfoods wirklich gesund sind. Zudem fehlt es an langfristig angelegten Studien, wie der Körper auf eine hohe Dosis reagiert. Es könnte zu Kreuzreaktionen mit Gewürzen oder Gemüse- und Obstsorten kommen.

Beim Kauf von Clean Food gehen Sie ein Risiko ein: Vor allem Kapseln oder Pillen können Füll- und Farbstoffe enthalten. Für die Zubereitung gelten keine Standardisierungen wie bei Medikamenten. Somit wissen Sie nur oberflächlich, was sich in der Verpackung befindet.

Fazit

„In einem weit entfernten Land lebt ein Indianerstamm, der von der Zivilisation praktisch abgeschnitten ist. Eine geheime Beere ermöglicht den Menschen ein hohes Wohlbefinden. Zum Glück haben einige Forscher dieses Wundermittel entdeckt und werden es demnächst in Europa einführen.“

So oder ähnlich wird Superfood vermarktet. Hinter dieser Geschichte steckt eine gezielte Verkaufsmasche, da sich der aktuelle Trend für natürliche Produkte ausspricht. Anstelle von Superfoods sollten Sie lieber zu bewährten Obst- und Gemüsesorten greifen, denn hier wissen Sie, dass es sich um hochwertige Lebensmittel handelt!

Was ist Ihre Meinung zu Superfoods? Haben Sie schon welche in Ihre Ernährung integriert? Schwören Sie auf Superfoods? Wenn ja, was bewirken sie bei Ihnen? Oder halten Sie das Ganze für Humbug? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Quellen: Studie Ökotest, Studie 92 und 60 Personen

Bildnachweis: Elena Schweitzer / stock.adobe.com

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