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Die homöopathische Anamnese bei Kindern

Die homöopathische Anamnese bei Kindern
geschrieben von Marion Walsdorff

Die homöopathische Anamnese von Kindern wird häufig nur durch die detaillierte Beschreibung des Kindes durch die Eltern möglich. Lesen Sie hier, worauf Eltern besonders achten sollten und wie sie die Mittelfindung unterstützen können.

Die homöopathische Anamnese bei Kindern – Bericht der Eltern

Da Kinder nur sehr selten ihre Beschwerden differenziert beschreiben können, ist es wichtig, auch die Eltern zu den Beschwerden ihres Kindes zu befragen. Einen möglichen Auslöser, die Modalitäten und manchmal auch die Empfindung können Eltern besser angeben als das Kind selbst. Obwohl ab einem Alter von 4 Jahren etwa zumindest der Versuch seitens des Behandlers gemacht werden kann, das Kind selbst zu seinen Beschwerden zu befragen.

Die homöopathische Anamnese bei Kindern – Beobachtung des Kindes

Das Kind ist zunächst einmal da. Der Behandler kann das Kind beobachten. Er erlebt die Interaktion mit den Eltern oder zumindest mit einem Elternteil, der das Kind zur Anamnese begleitet. Er beobachtet, mit welchen Spielzeugen das Kind spielt, was sein Interesse in der Praxis erregt.

Auch die Erscheinung, der Körperbau, die Haarfarbe und andere äußere Merkmale werden vom aufmerksamen Behandler mit aufgenommen. Auch die Interaktion mit dem Behandler kann einen entscheidenden Hinweis auf das angezeigte homöopathische Mittel in der Anamnese geben.

Die Befragung des Kindes in der homöopathischen Anamnese

Über einfache Themen kann das Kind selbst befragt werden. Hat es eine Lieblingsfarbe? Welches Tier mag es besonders gern? Gibt es etwas, wovor das Kind Angst hat? Hier ist es wichtig, dass die Eltern nicht für das Kind antworten, sondern gemeinsam mit dem Behandler warten, was das Kind antwortet.

Oft ist dies etwas ganz anderes als das, was die Eltern erwartet hätten. Manchmal ist es auch das, was die Eltern hätten sagen wollen, aber die Art wie das Kind es sagt, gibt dem Behandler eine Idee von der Bedeutung, die das Gesagte für das Kind hat. Wichtig kann auch die Erörterung des Lieblingsbuches sein. Was genau findet das Kind so spannend an diesem Buch? Welche Figur fesselt es in dieser Handlung?

Rückfrage an die Eltern in der homöopathischen Kinder-Anamnese

Wenn das Kind auf einige Fragen geantwortet hat, kann es wichtig sein, sich über den Wahrheitsgehalt der Antworten bei den Eltern rückzuversichern oder einfach nur ihre Meinung dazu einzuholen. Was würden sie sagen, welches Buch lässt sich das Kind sehr oft vorlesen? Von welcher Figur ist es begeistert? Was ist seine Lieblingsfarbe? Wovor hat es Angst? Welche Art von Zuwendung braucht es, wenn es sich weh getan hat? An wem hängt es besonders und wen oder was kann es gar nicht leiden?

Die Beschreibung des Verhaltens des Kindes in der homöopathischen Anamnese

Am wichtigsten für die homöopathische Mittelwahl in der Anamnese ist die Beschreibung des auffälligen Verhaltens des Kindes. Ein Kind, das sehr heftige Wutanfälle in Konfliktsituationen zeigt, wird diese Wutanfälle vermutlich nicht selbst beschreiben können. Auch wenn die Eltern diese Anfälle beschreiben, geht es nicht in erster Linie darum, was es dann genau macht und ob die Anfälle aus ihrer Sicht unnötig oder gerechtfertigt sind.

Das Gefühl des Kindes und wie es dieses Gefühl ausdrückt sind viel wesentlicher für die Mittelwahl. Fühlt es sich zurückgesetzt oder ungerecht behandelt. Will es einfach immer gegen das vorgehen, was gerade vorgeschlagen wurde oder ist es mit dem Tempo einer Unternehmung überfordert?

Die homöopathische Konstitutionsbehandlung bei Kindern – die innere Welt des Kindes

Alles, was zur Beschreibung der inneren Welt des Kindes beiträgt, ist besonders wichtig für die homöopathische Anamnese. Viele Eltern können sich sehr gut in ihr Kind einfühlen und haben sehr viele Bilder, um die innere Welt des Kindes zu beschreiben.

Hier ist es wichtig, nach der Energie zu fragen, die das Kind in solch einem Moment ausdrückt? Wirkt es kläglich und zaghaft oder ist es kraftvoll und empört? Manchmal gelingt es schon hier, direkt das homöopathische Mittel zu erkennen. Auch Vergleiche mit etwas aus der Natur können hilfreich sein, wenn Eltern sich mit diesen Dingen gut auskennen.

Die homöopathische Behandlung von Kindern – Ähnlichkeiten mit anderen Familienmitgliedern

Sehr hilfreich sind auch Informationen über die Ähnlichkeit mit anderen Familienmitgliedern. Besonders dann, wenn das Kind einer Person ähnelt, die über ihr Innenleben befragt werden kann, können die dadurch gewonnen Informationen zum angezeigten homöopathischen Mittel führen. Hierzu gehört auch die Familienanamnese. Welche Vorerkrankungen gibt es bei den Eltern und den Großeltern? Welche miasmatische Vorbelastung liegt für das Kind vor?

Fazit:
Neben der intensiven Beobachtung des Kindes durch den Behandler und einer kindgerechten Befragung, ist die Beschreibung der Eltern des Kindes das Wichtigste für die homöopathische Mittelwahl. Je genauer die Eltern das Verhalten und die Beschwerden des Kindes beschreiben können, desto größer ist die Chance das passende Konstitutionsmittel zu finden.

Bildnachweis: Ilike / stock.adobe.com

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Marion Walsdorff