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Die ersten Schulwochen: Selbstständig werden lassen

Lesezeit: 2 Minuten Der kleine Sverre Magnus, Sohn des norwegischen Kronprinzenpaares, kam im August in die Schule. Seine Mama trug ihm die Schultasche, obwohl er dies eigentlich selbst hätte tun sollen. Denn dies gilt für alle Eltern: Nehmen Sie Ihrem Kind nicht die Verantwortung ab. Nutzen Sie den Schuleintritt Ihres Kindes vielmehr für eine verstärkte Erziehung zur Selbstständigkeit.

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Die ersten Schulwochen: Selbstständig werden lassen

Die ersten Schulwochen: Selbstständig werden lassen

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Dosieren Sie Ihre Unterstützung

Die Lehrerin Ihres Kindes hat sicher am ersten Elternabend erklärt, Sie sollen das Kind nun in die Selbstständigkeit entlassen. Das sollten Sie auch tun. Doch andererseits: Wenn bei Ihrem Kind gleich in den ersten Schulwochen mehrmals die Hausaufgaben fehlen oder Arbeitsmaterialien verschwinden, erwartet die Lehrerin Unterstützung von Ihnen. Beachten Sie deshalb bei der Selbstständigkeitserziehung, wie viel davon Ihr Kind schon beherrscht:

  • Für das eine Kind reicht es, wenn Sie am Abend fragen, ob es für den nächsten Tag alles gepackt hat.
  • Mit einem anderen Kind gehen Sie eine Checkliste durch, die Sie im Kopf haben: Ist das Federmäppchen in der Schultasche? Ist die Schere, alle Hefte, Bücher und Blätter usw. dabei?
  • Wieder ein anderes Kind braucht Sie in den ersten Wochen, um ihm beim Schultasche packen Struktur zu bieten.

Überfordern Sie Ihr Kind nicht, sondern stellen Sie sachlich fest, welches Maß an Hilfe Ihr Kind braucht.

Ziehen Sie sich sukzessive zurück

Holen Sie Ihr Kind dort ab, wo es in seiner Selbstständigkeit aktuell steht. Übertragen Sie ihm dann in kleinen Schritten immer mehr eigene Verantwortung und ziehen Sie sich selbst zurück. Lassen Sie sich jedoch von Zeit zu Zeit zeigen, was es gemacht hat. So vergewissern Sie sich, dass Ihr Kind die Hausaufgaben und die damit verbundenen Arbeiten auch wirklich erledigt und nicht einfach weglässt.

Sparen Sie nicht mit Lobesworten, wenn alles in Ordnung ist. Fehlt das ein oder andere, kehren Sie für kurze Zeit wieder zur früheren Unterstützungsform zurück mit dem gemeinsam vereinbarten Ziel, dies nur für kurze Zeit zum Nachbessern so lange anzuwenden, bis es dies selbst kann. Auf diese Weise unterstützen Sie Ihr Kind, sukzessive selbstständiger zu werden. Gleichzeitig zeigen Sie der Lehrkraft Ihres Kindes, dass Sie sich um Ihr Kind kümmern.

Überlassen Sie den Raum Schule Ihrem Kind

Schulleiter und Lehrkraft bauen nach einigen Schulwochen oftmals eine „Schranke“ im Schulhaus ein. Sie wollen die Mütter davon abhalten, ihr Kind allzu sehr zu verwöhnen. Dann erhalten Sie vielleicht die Mitteilung: „Ab 1. Oktober geht jedes Kind ab der Schuleingangstür ohne elterliche Begleitung zu seinem Klassenzimmer.“

Dadurch wird gewährleistet, dass sich das Kind selbstständig auszieht und seinen Arbeitsplatz eigenständig organisiert. Die sogenannte Vorviertelstunde oder der gleitende Übergang in den Unterricht kann dann auch genutzt werden, wozu er gedacht ist: Die Mitschüler lernen sich untereinander kennen, spielen miteinander oder verabreden sich für den Nachmittag.

Die Lehrer wollen Sie also nicht ausschließen. Sie wollen vielmehr die alters- und entwicklungsgemäße Selbstständigkeit Ihres Kindes fördern. Doch andererseits legt die Lehrkraft Ihres Kindes sehr wohl Wert darauf, Sie nach einigen Schulwochen kennen zu lernen und mit Ihnen in Kontakt zu kommen. Dafür ist die Elternsprechstunde vorgesehen.

Fazit:

Der Goldene Mittelweg ist – wie bei fast allem in der Pädagogik – auch beim Schuleintritt Ihres Kindes der richtige: Zeigen Sie Interesse und unterstützen Sie Ihr Kind, doch lassen Sie es Schritt für Schritt selbstständiger werden.

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Bildnachweis: Rido / stock.adobe.com

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