Homöopathie Praxistipps

Die Differentialdiagnose von Hepar sulfuris und Psorinum

Hepar sulfuris calcareum hat in seinem homöopathischen Mittelbild viele Übereinstimmungen mit dem homöopathischen Mittel Psorinum. Beide Mittelbilder weisen eine große Frostigkeit auf und benötigen unbedingt eine Kopfbedeckung, wenn sie das Haus verlassen. Sie sind überempfindlich gegen äußere Reize und reizbar wegen Kleinigkeiten.

Die Differentialdiagnose von Hepar sulfuris und Psorinum

Die Differentialdiagnose von Hepar sulphuris und Psorinum – Übereinstimmungen
Im psychischen Bild können sich beide sehr ähnlich sein. Charakteristisch für Hepar sulfuris ist eine übergroße Reizbarkeit und Mutlosigkeit bei Beschwerden. Diese Mutlosigkeit findet sich auch im Mittelbild von Psorinum. Menschen, die Psorinum als homöopathisches Konstitutionsmittel benötigen, haben oft kaum noch Hoffnung auf Genesung.

Ihre Grundstimmung ist häufig von einer tiefen Resignation geprägt. Die große Frostigkeit in beiden Mittelbildern spricht insgesamt für eine Abkehr von wärmenden, positiven Kontakten.

Die Differentialdiagnose von Hepar sulfuris und Psorinum – körperliche Beschwerden
Beide Mittelbilder enthalten eine große Erkältungsneigung mit Halsentzündung, Tonsillitis und Halsschmerzen, die in die Ohren ausstrahlen. Auch Beschwerden infolge von unterdrückten Hautausschlägen gehören sowohl in das homöopathische Mittelbild von Hepar sulphuris als auch von Psorinum. Auch eitrige Hautausschläge und Akne in der Pubertät findet man in beiden Mittelbildern.

Während bei Hepar sulfuris die Hautausschläge häufig mit stechenden Schmerzen einhergehen, steht bei Psorinum der unerträgliche Juckreiz bei den Hautausschlägen im Vordergrund. Bei Menschen, die Psorinum benötigen, verschlimmert sich der Juckreiz durch Bettwärme. Die Beschwerden bei Hepar sulfuris verbessern sich durch Wärme.

Differentialdiagnose von Hepar sulfuris und Psorinum – psychische Besonderheiten
Eine Psorinum-Persönlichkeit ist ausgesprochen hoffnungslos und pessimistisch, was die Genesung anbetrifft. Selbst wenn sie einen deutlichen Fortschritt in Richtung Heilung machen, werden sie von starken Zweifeln in Bezug auf ihre Genesung geplagt. Demgegenüber steht ein deutliches Wohlbefinden in den Tagen, bevor sie krank werden. Diese Besonderheit findet sich nicht im Mittelbild von Hepar sulfuris.

Menschen, die konstitutionell Hepar sulfuris benötigen, sind zwar mutlos und missmutig, wenn sie krank sind. In den Zeiten, in denen sie gesund sind, fühlen sie sich aber nicht hoffnungslos oder resigniert. Das herausragende psychische Symptom bei Hepar sulfuris ist die übergroße Reizbarkeit auch aufgrund von unbedeutenden Kleinigkeiten. Auch Psorinum-Persönlichkeiten können schnell gereizt sein. Häufig fehlt ihnen aber die Kraft überhaupt gereizt auf äußere Umstände zu reagieren.

Die Differentialdiagnose der Allgemeinsymptome von Hepar sulfuris und Psorinum
Obwohl Hepar-sulfuris-Persönlichkeiten sehr frostig sind, schwitzen sie doch auch schnell. Vor allem nachts schwitzen sie sehr stark und müssen oft die Wäsche wechseln. Das Schwitzen wird in der Regel nicht als unangenehm empfunden, bessert aber die Beschwerden nicht.

Psorinum-Menschen schwitzen oft sehr wenig oder gar nicht. Auch wenn sie krank sind, kommt es höchst selten zu Schweißausbrüchen. Obwohl auch sie unter einer großen Frostigkeit leiden, verschlimmern sich alle Beschwerden durch Kälte und Wärme. Hepar-sulfur liebt Wärme und die Beschwerden bessern sich auch allgemein durch Wärme.

Differentialdiagnose des Essensverlangens von Hepar sulfuris und Psorinum
Hepar sulfuris hat in seinem Mittelbild ein starkes Verlangen nach Saurem, nach stark gewürzten Speisen und nach Pickles. Demgegenüber weist Psorinum in seinem Mittelbild ein heftiges Verlangen nach Unverdaulichem auf. Auch haben Psorinum-Menschen häufig nachts starken Appetit. Sie stehen oft nachts auf um zu essen, während sie tagsüber wenig Appetit haben. Tomaten und Schweinefleisch werden nicht vertragen. Hepar sulfuris hat eine Abneigung gegen Fett in seinem Mittelbild.

Fazit:
Hepar sulfuris und Psorinum gehören zu den frostigsten Mitteln der Materia medica. Beide weisen eine erhöhte Erkältungsneigung auf und beide lieben es eingehüllt zu sein. Vor allem der Kopf muss jeweils bedeckt sein. Während Psorinum eine Verschlechterung seiner Beschwerden durch Wärme aufweist, verbessern sich alle Beschwerden von Hepar sulfuris durch Wärme.

Ähnlichkeiten gibt es auch bei den Hautausschlägen. Beide Mittel neigen zu eitrigen Hautausschlägen und Akne. Doch während Hepar-sulfuris-Hautausschläge häufig mit stechenden Schmerzen einhergehen, steht bei Psorinum der Juckreiz im Vordergrund.

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