Computer Praxistipps

Die 7 Sicherheitsregeln für das smarte TV-Erlebnis in Ihrem Wohnzimmer

Lesezeit: 4 Minuten Deutschlands Wohnzimmer werden smart. Es gibt WLAN, Smart-TVs und smarte Medien-Receiver. Und es gibt eine drastisch zunehmende Gefährdung durch Schadprogramme und Cyberattacken. Nur wollen die Geräte-Hersteller von alledem nichts wissen. Die Sicherheitsmaßnahmen ab Werk sind gleich Null. Hier finden Sie daher die 7 wichtigsten Tipps für Ihr smartes und trotzdem sicheres Wohnzimmer.

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Die 7 Sicherheitsregeln für das smarte TV-Erlebnis in Ihrem Wohnzimmer

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Die IT/TK–Technik vereinnahmt die deutschen Wohnzimmer immer mehr. In Deutschlands „guten Stuben“ liegen Smartphones und Tablet-PCs, die auch als Fernbedienung oder „Second Screen“ eingesetzt werden. Das Smart-TV stellt das Bindeglied zwischen klassischem Pantoffelkino und Fernsehen über das Internet hat, die Mediatheken der Sender erleichtern zusätzlich den Abschied vom linearen Fernsehen.

Doch WLAN, Internet und smarte Geräte im Wohnzimmer öffnen auch für Cyber-Kriminelle die Tür. Denn während die klassischen Geräte der Unterhaltungselektronik mit herstellereigenen Betriebssystemen liefen, ziehen nun Standard-Plattformen der IT/TK auch in die gute Stube ein. Während viele Telekom-Medienreceiver noch mit einer alten Version von Windows Mobile/Windows Phone vor sich hin trödeln, sind neue Medienreceiver und -empfänger vielfach schon mit Android ausgestattet. Das spart dem Hersteller Lizenzgebühren, und der Kunde freut sich zudem, denn er kann das Gerät mit Android-Apps einfach erweitern. Doch lauern einige Fallen auf die Nutzer der smarten Wohnzimmer-Medientechnik. Daher habe ich für Sie die folgenden Tipps zusammengefasst:

1. Online-Konto auf Smart-TV nur bei Notwendigkeit einrichten

Prüfen Sie bei einem Smart-TV bzw. dessen Anschaffung vorab, wie der „smarte Betrieb“ organisiert ist. Speziell die Notwendigkeit, eine dauerhafte Online-Anbindung und ein Online-Konto mit dem Gerät zu verbinden, ist sicherheitsrelevant. Denn schon mehrfach sind Online-Kundendaten in großem Umfang gestohlen worden. Möglicherweise erfüllt ja das TV-Gerät auch ohne die mit einem Kundenkonto verbundenen Dienste Ihre Sehgewohnheiten.

2. Steuerung per Sprachbedienung ist der Spion in Ihrem Wohnzimmer

Die Bedienkonzepte für Smart-TVs befinden sich in einer Experimentalphase, mit Ihnen als Versuchskaninchen. Es gibt je nach Hersteller und Gerät Fernsteuerungen mit Infrarot und Bluetooth, es gibt Smartphone-Fernbedienung, Pointer, Gestensteuerung und es gibt Sprachsteuerung. Speziell die Sprachsteuerung ist eine interessante Technik, aber von der Internet-Verbindung abhängig. Anders gesagt: Die Sprachsteuerung überträgt alles, was Sie sagen, auf den zugehörigen Server ins Internet. So toll die Steuerung eines Smart-TVs im Sinne einer barrierefreien Bedienung per Sprache auch ist, wenn Sie lieber nicht abgehört werden möchten, schalten Sie die Sprachsteuerung im Einstellungs-Menü des Geräts am besten aus.

3. Gestensteuerung und Gesichtserkennung

Ein Smart-TV per Gestensteuerung zu bedienen oder per Gesichtserkennung automatisch passende Einstellungen für den betreffenden Zuschauer aufzurufen, sind sicher coole Gerätefeatures. Damit dies funktioniert, ist in diese Geräte eine Kamera (Web-Cam) eingebaut, die es ermöglicht, auch Dienste wie Skype zu nutzen. In der Praxis bedeutet das allerdings nichts anderes, als dass Ihre Wohnzimmer-Privatsphäre permanent mit einer „Überwachungskamera“ durchleuchtet wird. Sollte das Gerät durch Schadsoftware kompromittiert werden, steht einem Live-Stream aus Ihrem Wohnzimmer hinein in die weite Welt des Internet nichts mehr im Wege. Schalten Sie die Web-Cam-Funktion daher aus, wenn sie von Ihnen nicht benutzt wird.

4. Medienreceiver mit verbreiteten Betriebssystemen sind anfällig für Malware

Mit Medienreceivern machen Sie heute aus weniger smarten, sozusagen klassischen Flachbildschirm-TVs ein modernes Multimedia-Center. Doch damit rückt der Medien-Receiver in den Fokus der Sicherheitsüberlegungen. Sorgen Sie immer dafür, dass das Gerät mit dem neuesten Betriebsprogramm (Firmware) ausgestattet ist, um das Risiko von Sicherheitslücken zu minimieren. Sofern es sich um ein Gerät mit einem verbreiteten Betriebssystem handelt (Android, Linux, Windows, proprietäres Betriebsprogramm eines großen Geräteherstellers), installieren Sie nach Möglichkeit eine Anti-Malware-App, auch wenn der Hersteller sich darüber ausschweigt.

5. Passwörter verwalten wie auf dem PC

Ob Kundenkonto, Internet-Zugangsdaten, Daten zu Online-Speichern, Stores oder anderen Diensten – immer, wenn Sie persönliche Daten eingeben, die in dem Gerät gespeichert werden, wird es heikel. Programmieren Sie z.B. in einem Medienreceiver Ihre Zugangsdaten zum Google Play ein und das Gerät ist durch einen Defekt nicht mehr startbar, dann geben Sie mit dem Gerät auch Ihre Zugangsdaten aus der Hand. Können Sie Demjenigen wirklich zu 100 Prozent trauen, der die Reparatur durchführt? Oder tauscht er das Gerät nur aus und Ihr ursprüngliches Gerät verschwindet in nicht mehr nachvollziehbare Kanäle? In so einem Fall ändern Sie also am besten sofort die Passwörter zu den auf dem Gerät verwalteten Konten. Ansonsten gelten auf smarten Geräten in Ihrem Wohnzimmer bezüglich der Passwörter dieselben Sicherheitsregeln wie an Ihrem PC.

6. Surfen Sie nicht über das Smart-TV

Die größte Gefahr für Ihr Smart-TV geht vom Surfen im Internet aus. Machen Sie sich bewusst: Praktisch alle Browser auf Ihrem PC haben immer wieder Sicherheitslücken, und bei dem Browser in Ihrem Smart-TV ist es nicht anders. Der Unterschied ist nur, dass Sicherheitslücken von den Geräteherstellern nur zögerlich oder einfach garnicht behoben werden. In der Praxis ist das Surfen am Smart-TV so, als ob Sie ohne jede Sicherheitslösung mit Ihrem PC im Netz unterwegs wären. Schon das Öffnen eines unbekannten Links kann dazu führen, dass das Gerät kompromittiert wird, mit völlig unvorhersehbaren Folgen für Ihr gesamtes lokales Netzwerk (LAN/WLAN). Sorgen Sie daher nach Möglichkeit für die aktuellste Software und installieren eine Sicherheitssoftware, sofern es die für das System gibt. Z.B. bei Android-TV ist das problemlos möglich, da es eine Vielzahl von kostenlosen Anti-Viren-Apps gibt. Für maximale Sicherheit ist derzeit die beste Lösung: Verzichten Sie auf das Internet-Surfen per Smart-TV und entsprechend ausgestatteten Medienreceivern.

7. WLAN bringt Ihnen vollen Komfort – und bietet die größte Angriffsfläche

Klarer Fall, ein kabelloses Netzwerk ist speziell im Wohnzimmer ein absolutes Komfortmerkmal und bietet die Möglichkeit der Nutzung vieler vernetzter Dienste. Für manche Betriebssituationen wie die Smartphone-Steuerung ist WLAN Voraussetzung. Andererseits ist WLAN durch das Funksignal die definitiv unsicherste Schnittstelle. Anders gesagt: Wenn Sie gar kein WLAN-Endgerät einsetzen, schalten Sie am Router die WLAN-Unterstützung ab. Wenn Sie WLAN nutzen, aktivieren Sie die Verschlüsselung WPA2 und tauschen das Router-Standardpasswort gegen ein neues, langes und sicheres Passwort aus. Sollte Ihr Router keine WPA2-Verschlüsselung bieten, ist das Gerät zu alt für einen sicheren Einsatz und Sie sollten es gegen ein aktuelles Router-Modell tauschen.

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