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Deutscher Rotwein jenseits vom Spätburgunder: Dunkelfelder

Lesezeit: 2 Minuten Froelich V.4 (4) – hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich nicht etwa eine gefährliche Geheimwaffe. Sondern die Zuchtnummer einer Rebsorte, die der Ökonomierat Gustav Adolf Froelich (1847 - 1912) Anfang des 20. Jahrhunderts kreuzte. Doch erst jetzt wird man sich der Qualität dieser Sorte namens Dunkelfelder gewahr, und dank seiner Eigenständigkeit gewinnt dieser Wein immer mehr Anhänger.

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Deutscher Rotwein jenseits vom Spätburgunder: Dunkelfelder

Deutscher Rotwein jenseits vom Spätburgunder: Dunkelfelder

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Dunkelfelder, der farbenfrohe Spätzünder

Die Neukreation von Gustav Adolf Froelich – wahrscheinlich aus Blauem Portugieser und Färbertraube (Teinturier du Cher) gekreuzt – fristete lange Zeit ein Schattendasein in den Rebzuchtanstalten. Erst 1948 wird der Dunkelfelder im Versuchsanbau ausgepflanzt. Mehr als 30 weitere Jahre gehen ins Land, bis er 1980 schließlich in das deutsche Sortenregister eingetragen wird.

Ursprünglich sollte er wegen seinen intensiven Farbe „Purpur“ heißen, was jedoch das Bundessortenamt ablehnte. Man nannte die Sorte stattdessen „Dunkelfelder“. Heute sind rund 0,4% der deutschen Rebfläche damit bestockt, 2007 waren es 362 Hektar (Quelle: Statistik des Deutschen Weininstituts).

Dunkelfelder: Überraschung in den Beeren

Die Beeren des Dunkelfelders besitzen – anders als die Beeren der meisten Rotweinsorten, die innen hell sind – rotes Fruchtfleisch. Das verdankt der Dunkelfelder einem Elternteil, der Färbertraube. So steuert hier neben der Schale auch das Fruchtfleisch Farbpigmente bei. Dunkelfelder ist daher immer überaus farbintensiv und wurde früher hauptsächlich zum Verschnitt eingesetzt, um Rotweinen eine tiefere Farbe zu verleihen.

Dunkelfelder mit Kraft und Körper wie einer aus dem Süden

Doch reinsortig gekeltert liefert der Dunkelfelder kräftige, körperreiche und nachhaltige Weine mit prägnantem Gerbstoffgehalt, die südlicheren Gefilden entsprungen scheinen. Die Säurewerte hingegen sind eher niedrig, so dass sich die Sorte auch zum Anbau in kühleren Gebieten eignet – es gibt beispielsweise kleinere Bestände im Süden Englands.

In Deutschland ist die Sorte hauptsächlich in der Pfalz, in Rheinhessen und in Baden anzutreffen. Auch in der Schweiz, Österreich, Ungarn, Italien und sogar in Brasilien und Neuseeland gibt es ein paar Hektar.

Das zeichnet den Dunkelfelder aus

  • Dunkelfelder ist eine kapriziöse Sorte, die Ansprüche an Lage und Pflege stellt. Sie erbringt geringe Erträge, was sich als Vorteil entpuppt: die Weine sind daher stets gehaltvoll.
  • Auffällig ist das verlockende, tiefdunkle und dichte Purpurrot des Weins.
  • Dunkelfelder ist kraftvoll, ausdrucksstark und körperreich und hat eine eigene, ansprechende Persönlichkeit.
  • Zu seiner kräftigen Art gesellt sich ein passender, rückgratbildender Gerbstoffgehalt, was dem Wein ein Flair von Weinen aus südlicheren Anbaugebieten verleiht.
  • Dank der sanften Säure ist der Wein harmonisch und lässt sich angenehm trinken.

Bildnachweis: Patrick Daxenbichler / stock.adobe.com

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