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Der Wächter: Kann neues Implantat vor einem Herzinfarkt warnen?

Lesezeit: 2 Minuten Am Universitäts-Herzzentrum Freiburg wurde ein neues Implantat vorgestellt, das in der Lage sein soll, seinen Träger vor einem Herzinfarkt zu warnen. "Guardian", also der Wächter, heißt das Gerät, das in Zukunft die Sterblichkeit bei einem Herzinfarkt deutlich verringern soll.

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Der Wächter: Kann neues Implantat vor einem Herzinfarkt warnen?

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Bei einem akuten Herzinfarkt zählt jede Minute. Zögert man mit dem Notruf, kann es für den Betroffenen schon zu spät sein. Das Problem bisher war, dass man nicht weiß, wann der Herzinfarkt kommt. Ein neues Implantat, das am 30. Oktober am Universitäts-Herzzentrum Freiburg (UZH) vorgestellt wurde, soll diese Lücke schließen und den Träger rechtzeitig vor einem drohenden Infarkt warnen.

Symptome beim Herzinfarkt

Zu den typischen Symptomen bei einem Herzinfarkt zählen stechende Schmerzen im Brustraum, die auch in die Arme ausstrahlen können, ein Engegefühl in der Brust, Schweißausbrüche und Todesangst. Aber nicht immer sind die Anzeichen für einen Herzinfarkt so deutlich. Insofern machen viele Betroffene den Fehler und verharmlosen die Symptome. In so Fällen kommt die Erste Hilfe oft zu spät. Der Guardian soll einen Infarkt schon vor den ersten Symptomen erkennen können.

Wie funktioniert der Guardian?

Das kleine Gerät wird ähnlich wie ein Herzschrittmacher in den Brustraum eingesetzt. Es ist über einen Draht mit dem Herzen verbunden. Kommt es nun zu einer verminderten Durchblutung des Herzens, warnt es den Patienten visuell und akustisch. Da es beim Herzinfarkt zu einem Verschluss in den Herzgefäßen kommt, kann der Betroffene daher schon vor dem Infarkt auf die Mangeldurchblutung hingewiesen werden. Ohne einen Verschluss zu befürchten, kann man in diesem Fall in einem Katheterlabor die gefährdeten Herzkranzgefäße weiten und so den Herzinfarkt verhindern.

"Unser Ziel ist es, die Zeit vom ersten Auftreten von Symptomen bis zum Beginn der medizinischen Betreuung zu verkürzen, um noch rechtzeitig eingreifen zu können", sagt der Kardiologe und stellvertretende Ärztliche Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des UHZ, Dr. Dr. Manfred Zehnder, der in Kooperation mit mehreren Kliniken in den USA maßgeblich an der Entwicklung des Gerätes mitgewirkt hat. "Mit Guardian können wir dieses Ziel erreichen."

Testbetrieb läuft erfolgreich

Das Gerät, das bisher nur unter Kontrolle der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA eingesetzt werden darf, soll vor allem bei Menschen eingesetzt werden, die ein besonders stark erhöhtes Herzrisiko haben. Auch bei den Herzpatienten, die bereits einen stillen Herzinfarkt hatten, bei denen also keine der typischen Symptome aufgetreten sind, kann der Guardian einen möglichen zweiten Infarkt verhindern. Zudem kann das Gerät bei Herzpatienten implantiert werden, die einen möglichen Infarkt nicht überleben würden.

Momentan wird der Guardian in einer kontrollierten wissenschaftlichen Studie eingesetzt, an der 80 Zentren in den USA teilnehmen. Bisher wurde bei rund 500 Patienten der Guardian eingesetzt. In 20 Fällen konnte ein Infarkt verhindert werden. Sollte die Studie von Erfolg gekrönt sei, könnte der Guardian auch bald bei uns zur Verhinderung eines Herzinfarkts eingesetzt werden.

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