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Der Trend aus zweiter Hand zu Weihnachten

Deutschland hat das Recycling-Fieber erwischt. Damit ist nicht die fein säuberliche Mülltrennung in deutschen Haushalten gemeint – auch wenn diese gut und wichtig ist – sondern der Trend zum Kauf von Second-Hand-Artikeln.

Der Trend aus zweiter Hand zu Weihnachten

Der Trend aus zweiter Hand zu Weihnachten

Haftete Gebrauchtwaren lange der Ruf von einem Hang zur übertriebenen Sparsamkeit zu Lasten von Qualität an, so ist der Wiederverkauf längst in der Mitte der Gesellschaft und unterm Weihnachtsbaum angekommen.

„ReCommerce“ ist das Stichwort. Das Kunstwort setzt sich aus den Worten E-Commerce und Re für „wieder“ zusammen. Unter E-Commerce versteht sich der gesamte Online-Handel, von den Seitenangeboten großer Anbieter, über spezielle Shop-Apps für Smartphones und Tablets bis hin zum Internetshops kleiner Geschäfte. Kurzum: alles was im Internet legal zu kaufen ist. Dieser findet sich mit der „Sofort-Kauf“ Funktion auch bei Auktionsplattformen wieder, ist aber nicht das Kerngeschäft des Online-Auktionshauses.

Ware zum Festpreis

Beim ReCommerce dreht es sich viel mehr darum zu einem Festpreis Waren an einen großen Anbieter abzutreten oder selber anzubieten, wie auch ein vergleichender Artikel des Magazin Focus zeigt. Das „Glücksspiel“ der Versteigerung fällt weg und für den Käufern entsteht eher der Eindruck eines normalen Einkaufs und er weiß, was er für welchen Preis bekommt. Es entsteht keine Wartezeit durch Biet-Runden. Auch für diejenigen, die ein Produkt an einen der Wiederverkäufer verkaufen entsteht kein finanzielles Risiko. Jeder erhält einen vorher genannten Festpreis. Nicht mehr und nicht weniger.

ReCommerce hat, genau wie andere Online-Verkaufs-Modelle, seine Ursprünge in den USA. Hier begann alles mit dem An- und Verkauf von Elektronikartikeln wie Smartphones, Kameras und Mp3-Playern. Inzwischen lassen sich so allerdings auch CDs, Computer- und Konsolenspiele und Bücher kaufen und verkaufen. Eine der wachstumsstärksten Zweige der ReCommerce-Branche ist inzwischen Mode.

In Deutschland gibt es klassischen ReCommerce schon seit 2003. Damals startete T-Mobile ein umfassendes Rücknahme-Projekt für gebrauchte Handys. Diese Aktion fand allerdings komplett offline und nur in den einzelnen Geschäften der Telekom-Tochter statt. 

Der Markt wächst und wächst

Inzwischen sind über 50 Anbieter aus den verschiedensten Produktkategorien auf dem deutschen Markt vertreten. Die offensichtlichen Abgrenzungen zu den üblichen Auktionsseiten sind die relativ einfache Abwicklung ohne aufwendige Registrierung und das sofortige Preisangebot.

Einmal aufgekauft werden die Artikel wieder aufgewertet (Refurbishing) und erneut dem Wirtschaftskreislauf zugeführt. Aber auch ein sozialer Aspekt wird von vielen Anbietern in ihrer Philosophie getragen. Objekte von geringerem Wert werden so zwar ebenfalls gekauft, landen aber nicht im hauseigenen Online-Shop, sondern finden eine Ausschüttung in Form von Spendenaktionen.

Von einigen Anbietern werden sogar Artikel aufgekauft, um diese in ihre Einzelteile zu zerlegen. Das Ziel liegt hier darin, lediglich Komponenten oder Rohstoffe zurückzugewinnen. Darunter versteht sich dann schon kein ReCommerce mehr. Dieses Geschäftsmodell wird „Recy-Commerce“ genannt.

Wie es für eine auf den Endkunden im Internet zugeschnittene Branche zu erwarten ist, gibt es auch für den ReCommerce inzwischen Vergleichsportale. Diese ermitteln nicht nur den günstigsten Preis für ein gesuchtes Produkt, sondern geben einem Verkäufer auch an, wo er seine Artikel zum besten Preis wieder verkaufen kann. Seit 2012 sind im deutschsprachigen Raum fünf solcher Portale vertreten.

Deutliche Signale für die kommenden Jahre

Viele Anzeichen lassen für die kommenden Jahre absehen, dass Second-Hand aus dem weltweiten Web noch lange seinen Höhepunkt nicht erreicht hat. Das Wachstum der Anbieter ist ganz klar im Aufwind und Woche für Woche kommen neue, spezialisierte Start-Ups hinzu. 

Hochwertiges zu guten Preisen unterm Tannenbaum

Auch diese Weihnachten wird der Trend zum Geschenk aus zweiter Hand weitergehen, was der Erfolg von Second-hand-waren zeigt. Der Onlineanbieter medimops.de hat bereits vor ein paar Jahren eine Trendstudie in Auftrag gegeben und kam zu folgendem Ergebnis. So planten etwa 31 Prozent der deutschen Bürger, zu Weihnachten einen gebrauchten Artikel zu verschenken.

Angeführt wird die Liste der potentiellen Geschenke mit 66 Prozent von Büchern. 64 Prozent der Befragten gaben CDs und MP3s an. Die Medienformate DVD und Blu-ray sind mit 27 Prozent ebenfalls auf dem Vormarsch. 

Bildnachweis: elenabdesign / stock.adobe.com

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