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Der medizinische Nutzen: Gesund mit Hanf?

Hanf gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. Schon früh wurde es wegen seiner berauschenden Wirkung geschätzt. Jedoch wurde es damals nicht nur als Rauschmittel eingesetzt, sondern ebenso als Arzneimittel.

Der medizinische Nutzen: Gesund mit Hanf?

Der medizinische Nutzen: Gesund mit Hanf?

Im Laufe der Jahrhunderte geriet der medizinische Nutzen von Hanf allerdings in Vergessenheit. Der zunehmende Einsatz als Rauschmittel bescherte der Hanf-Pflanze ein schlechtes Image als Kiffer-Droge.

THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), der Hauptwirkstoff von Hanf, fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz. Anbau, Beschaffung und Verteilung sind daher strafbar. Dabei können Menschen von Hanf auf verschiedenste Weise profitieren.

Der Einsatz von Hanf in der Schmerztherapie

Forscher und Ärzte schreiben Hanf ein großes therapeutisches Potenzial zu. Es wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und schützt die Nerven. Mit Hanf können Schmerzen und Depressionen gelindert werden. Es fördert den Schlaf und wirkt appetitanregend. Begleitend zu einer Chemotherapie eingenommen, unterdrücken die Wirkstoffe Übelkeit und Brechreiz. Hanf wird bereits bei der Behandlung von Morbus Crohn, multiple Sklerose, Aids, Depressionen und Epilepsie erfolgreich eingesetzt. Bei 34 weiteren Krankheiten, darunter Parkinson und Schlaganfälle, wird ebenfalls von einem positiven Nutzen ausgegangen.

Bei Menschen, die aufgrund ihrer Krankheit von starken oder chronischen Schmerzen geplagt werden, kann der Hanfkonsum die Lebensqualität erheblich steigern. Tausende Patienten könnten von einer Behandlung mit Hanf profitieren. Doch sowohl die Gesetzgebung in Deutschland als auch die Krankenkassen stehen dem noch im Wege.

Hanf – noch kein gewöhnliches Arzneimittel

Ein Medikament wird Cannabis, nach geltendem internationalem Arzneimittelgesetz, nie werden können. Es enthält Hunderte Inhaltsstoffe, deren Wirkung nicht genau bekannt ist. In zugelassenen Medikamenten muss jedoch die Wirkweise jedes einzelnen Moleküls bekannt sein. Auch Cannabis-Mittel, die gegen Krankheiten helfen können, sind daher als Betäubungsmittel eingestuft.

Nur mit einer Ausnahmegenehmigung kann Hanf in Deutschland legal konsumiert werden. Doch die zu bekommen, ist schwierig. Derzeit dürfen nur 382 Patienten Cannabis zu medizinischen Zwecken nutzen. Nur etwa jeder zweite Antrag auf eine Genehmigung wird erteilt. Doch selbst mit Genehmigung können Patienten Probleme mit der Polizei bekommen, wie das Beispiel eines Betroffenen in Berlin gezeigt hat. Eine Genehmigung erhält nur, wer als austherapiert gilt. Das heißt, man benötigt den Nachweis, dass alle sonst verfügbaren Arzneien nicht mehr helfen. Mit einer Genehmigung kann man den medizinischen Hanf in Apotheken kaufen.

Die Behandlung müssen die meisten jedoch aus eigener Tasche finanzieren. Nur ein einziges Hanfmittel wird in Deutschland von den Krankenkassen bezahlt. In den USA, Großbritannien, Kanada, Israel, Spanien und den Niederlanden sind es etliche mehr. Die Krankenkassen begründen diese Praxis mit der unzureichenden Datengrundlage. Über die Wirkung und Nebenwirkung von Hanf lägen noch nicht genügend Studien vor.

Die Nebenwirkungen

Doch auch Nebenwirkungen gibt es. Cannabis verändert wie jedes Medikament die Biochemie des Körpers. Drogenkonsumenten rauchen Cannabis wegen seiner psychischen Wirkung. Das Wohlbefinden und sensorische Wahrnehmung sind gesteigert. Das als angenehm empfundene Gefühl kann allerdings in Dysphorie umschlagen. Es kommt zu Angst und Panikattacken. Akute Nebenwirkungen sind:

  • eine Beeinträchtigung des Gedächtnis
  • Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit
  • Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit
  • Schwierigkeiten mit der Feinmotorik und der Bewegungskoordination.

Außerdem kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Herzfrequenzsteigerungen (20-50 %)
  • Mund- und Rachentrockenheit
  • eine Abnahme des Tränenflusses
  • Veränderungen des Hormonsystems
  • Blutdruckprobleme

Die chronischen Effekte sind noch nicht ausreichend untersucht. Fest steht aber, dass das Rauchen von Cannabis schädlicher für Lunge, Rachenraum und Schleimhäute ist, als das Rauchen einer normalen Zigarette. Cannabis wird ohne Filter geraucht und der Rauch wird länger einbehalten.

Das sind gute Gründe, um Cannabis nicht gänzlich zu legalisieren, wie es etwa in Uruguay sowie in einigen Staaten der USA der Fall ist. Für Schwerkranke jedoch sind die Nebenwirkungen von Cannabis oftmals erträglicher als die Schmerzen, die ihre Krankheit verursacht. Einen erleichterten Zugang und eine vollständige Kostenübernahme durch die Krankenkasse sollte man daher zumindest für diesen Personenkreis diskutieren.

Bildnachweis: Aleksandr / stock.adobe.com

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