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Der Kölner Geisterzug: Organisierte Anarchie

Lesezeit: 2 Minuten Jedes Jahr zu Karnevalssamstag findet in Köln der Geisterzug statt. Durch seine Mischung aus Karnevalsumzug und politischer Demonstration wird der Geisterzug auch als organisierte Anarchie bezeichnet. Tausende Menschen sind seit 1991 jedes Jahr mit dabei. Zuschauen ist geduldet, Mitgehen erwünscht. Lesen Sie hier, wie der Kölner Geisterzug entstanden ist und worauf es beim Mitgehen ankommt.

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Der Kölner Geisterzug: Organisierte Anarchie

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Geisterzug Köln: Herkunft und Geschichte
Schon seit 1860 gab es Geisterzüge im Kölner Karneval. Ab dem ersten Weltkrieg wurden diese aber verboten. Als wegen des zweiten Golfkriegs im Jahr 1991 der Kölner Rosenmontagszug abgesagt wurde, sollte auf der üblichen Strecke des Rosenmontagszugs eine Anti-Golfkriegs-Demonstration stattfinden. Karnevalisten und Anti-Kriegs-Demonstranten zogen letztlich gemeinsam durch die Straßen.

Der Geisterzug Köln in den vergangenen Jahren
Aufgrund des Erfolges 1991 fand im Jahr darauf der zweite Geisterzug am Karnevalssamstag statt und so ging es dann jährlich weiter. Veranstalter ist der Verein "Ähzebär un Ko e.V.", benannt nach der traditionellen Karnevalsmaske Erbsenbär.

Die Kosten des Kölner Geisterzugs trägt der Verein, diese werden durch Spenden finanziert. Absperrungen, Straßenreinigung etc. müssen schließlich bezahlt werden. Im Jahr 2000 und 2006 wurden die Züge kurzfristig abgesagt, da die Spendengelder nicht reichten um den Zug zu finanzieren. Im Jahr 2000 zogen trotzdem 4000 alternative Karnevalisten durch die Straßen, da der Zugweg bereits bekannt war, 2006 waren es sogar 10 000.

Der Geisterzug Köln und seine "Regeln"

  1. Der Zug soll karnevalistisch und politisch sein. Jeder kann diesen Zug für seine persönliche Demonstration nutzen. Einfach nur feiern ist aber auch erlaubt.
  2. Es darf jeder mitgehen, zur Not auch Unmaskierte. Zuschauer werden geduldet, Mitgehende sind erwünscht.
  3. Beim Geisterzug Köln gibt es kein Wurfmaterial (Kamelle, Strüßje etc.), da die Reinigung der Straßen das Budget des Zuges sprengen würde. Ebenfalls wird darum gebeten, Flaschen und Dosen wieder mit nach Hause zu nehmen.
  4. Wer Pechfackeln mitbringt, muss auch Löschmaterial wie Sand, Wasser oder eine Löschdecke dabei haben, da aus Pechfackeln entstehende Feuer sofort gelöscht werden müssen. Darauf besteht das Ordnungsamt der Stadt Köln.
  5. Der Zugweg ist jedes Jahr anders und wird auch als eine Art Stadführung gesehen. Meist führt der Zug an historisch bedeutsamen Orten oder Gebäuden der Stadt vorbei, die auch mit dem Motto des Geisterzuges, das jedes Jahr wechselt, in Verbindung stehen soll. 2005 endete der Geisterzug beispielsweise am Kölner Eisstadion. Das Motto war in diesem Jahr: Iesije Zigge – Eisige Zeiten.
  6. Im Kölner Geisterzug soll nur "selbstgemachte" Musik zum Einsatz kommen. Elektronische Musik durch Boxen ist nicht erwünscht. Musikalische Untermalung des Zuges bieten meist Sambagruppen.

Die Veranstalter des Geisterzuges Köln bitten bei Teilnahme um eine vorherige Information über das diesjährige Motto und eine entsprechende Verkleidung.

2011 startet der Kölner Geisterzug am Karnevalssamstag, den 5. März um 18 Uhr. Aufstellung ist in der Siebengebirgsallee in Köln-Klettenberg. Das Motto lautet: "Däm Agrippina ze Ihre: Lans dr Stroß vun Zülpich noh de Therme". Der Geisterzug 2011 ist damit Teil einer ganzen Reihe von Veranstaltungen zum 2.000sten Geburtstag der Stadtgründerin Kölns.

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