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Demenz: Liebesbriefe an das eigene Herz

Lesezeit: 2 Minuten Demenz: "Liebesbriefe an das eigene Herz schreiben - Warum soll ich das machen?", fragt die demente Person. "Wozu soll das gut sein?" fragen Sie. Liebesbriefe an das eigene Herz schreiben könnte damit beginnen, dass man einmal wieder ein Gebet aufsagt: "Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein".

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Demenz: Liebesbriefe an das eigene Herz

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Demenz: Erinnerung geht, aber die Liebe bleibt
"Demenz und Spiritualität" ist in Deutschland noch ein relativ neues Thema. Wie Prof. Karin Wilkening (Braunschweig) ausführte, zeigen Studien aus den USA, dass spirituelle bzw. religiöse Faktoren von großer Bedeutung für die Krankheitsbewältigung und das Wohlbefinden auch bei Demenzkranken sind.

Die Spiritualität gehöre, so Prof. Klaus Baumann (Freiburg) zum Wesenskern des Menschen, der auch bei einer Demenzerkrankung erhalten bleibe. Bei der Betreuung Demenzkranker sei deshalb auch die Glaubensbiografie zu berücksichtigen, die höchst individuell, persönlich und emotional sein könne.

Bezug zur anerzogenen Religion herstellen
Einen Bezug zur anerzogenen Religion herzustellen, das könnte bei fortschreitender Demenz schwierig werden. Dabei ist nicht unbedingt die Religion die Schwierigkeit, sondern die Tatsache, dass alles Gelernte zu dem wir normalerweise einen Bezug herstellen, in der Demenz sukzessive verloren geht. Nicht so das Gefühlte, das bleibt.

So könnten wir ein wenig großzügiger Religion als Spiritualität bezeichnen und uns für die Möglichkeiten öffnen, die diese Veränderung des Blickwinkels mit sich bringt. Während uns die Religion auf unsere Herkunft und Zugehörigkeit festlegt, will die Spiritualität allgemeiner auf Eigenschaften eingehen, die in der Religion gleichfalls immer wieder Tenor sind: Mitgefühl, Liebe, Freude, Vertrauen, Hingabe, Demut usw.

Die demenzkranke Person verliert sich in allen Informationen, Gefühle, die sprichwörtlich "im Herzen wohnen", sind jedoch noch lange vorhanden. Wir müssen sie nur wecken können.

Spiritualität ist eine Möglichkeit, Gefühle zu benennen
Spiritualität ist eine Möglichkeit, diese Gefühle zu benennen, aber wie kommen wir heran? Warum sollten wir da herankommen? Nächstenliebe, Freude, Vertrauen – das sind beruhigende, tröstende Gefühle, die die demenzkranke Person vermutlich sehr braucht. Sie kommt da nicht alleine hin. Es liegt an uns, Wege zu finden, sie da heranzuführen.

Einfach wäre die monatliche Andacht, sie hilft. Viele Bewohner gehen dort hin. Aber, da haben wir es wieder, gleich nach ein paar Stunden ist die Andacht vergessen.

Liebesbriefe an das eigene Herz
Demenzkranke Personen können auf kreative Weise an ihr Herz und Gefühl herangeführt werden. Bei Spiritualität geht es nicht um Gefühle, die durch jemanden oder durch etwas herbeigeführt werden, sondern um ursprünglichere allen Menschen gemeinsame Gefühle. In ihnen können wir gemeinsam mit Demenzkranken schwelgen. Wir können dies als "Liebesbriefe an das eigene Herz" bezeichnen und wir können diese Liebesbriefe auch kreativ und ganz praktisch gestalten.

In der Kreativität gibt es Momente, die so selbstvergessen sind, die so voller Freude sind, dass sie vergleichbar sind mit Momenten der Freude. Demente Menschen sind von unserer Inspiration und unseren Ideen abhängig, um wachzurufen, was wir alle miteinander teilen können. Wenn das passiert, könnte man der demenzkranken Person zu einem spirituellen Moment verhelfen.

Diese Spiritualität lässt sich in den Alltag einflechten, ob beim Morgengebet oder vor dem Essen. Sie ist ein wenig unabhängiger als der religiöse Akt. Doch in der Religion finden wir den Halt und die Form, die dazu meistens notwendig sind. Gemäß der Ethik hat beides Berechtigung und ist jedermanns eigene Entscheidung. Demenzkranke Personen können es sich vielleicht nicht mehr selbst holen, doch sie können es ganz sicher noch lange genießen.

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