Praxistipps Versicherung

Das verbirgt sich hinter den Tarifwechsel-Leitlinien der Privaten Krankenversicherung

Zu den großen Pluspunkten der Privaten Krankenversicherung (PKV) gehören individueller Versicherungsschutz und Wahlfreiheit. Die Tarifwechsel-Leitlinien des Verbandes der PKV stellen sicher, dass Privatversicherte zu jedem Zeitpunkt die für sie optimale Tarifoption finden und nutzen können. Alle führenden Versicherungsunternehmen haben den Beitritt zu den Leitlinien erklärt und haben sich damit zur Erfüllung bestimmter Kriterien verpflichtet. Versicherte können sich im Ombudsmannverfahren sogar auf die Tarifwechsel-Leitlinien berufen und sollten daher die wesentlichen Regelungen kennen.

Das verbirgt sich hinter den Tarifwechsel-Leitlinien der Privaten Krankenversicherung

Das verbirgt sich hinter den Tarifwechsel-Leitlinien der Privaten Krankenversicherung

Die Bearbeitungszeit bei Anfragen 

Nachdem die ideale Krankenversicherung zum Beispiel auf vergleich-krankenversicherung.org gefunden und ein bestimmter Tarif ausgewählt wurde, gilt dieser nicht ein Leben lang. Der vertraglich und gesetzlich garantierte Anspruch auf Tarifwechsel gibt Versicherten die Möglichkeit, den Leistungsumfang auf die individuelle Lebenssituation und persönliche Vorstellungen anzupassen. Die Alterungsrückstellung und die aus dem bisherigen Vertrag erworbenen Rechte werden angerechnet.

Nach den Tarifwechsel-Leitlinien werden Wechselanfragen von Versicherten grundsätzlich binnen 15 Arbeitstagen beantwortet. Sofern es im Einzelfall zu Verzögerungen kommt, sind die Versicherungen zur Abgabe einer Zwischenmitteilung verpflichtet. Wenn eine Risikoprüfung erforderlich ist, soll diese unverzüglich durchgeführt werden. Dem Versicherten soll eine Telefonnummer oder ein konkreter Ansprechpartner benannt werden. 

Die Regelungen zur Beratung

Bei der individuellen Beratung zu einem gewünschten Tarifwechsel gelten der Bedarf und die Wünsche des Versicherten als Leitlinie. Sofern einzelne Leistungen abgewählt werden sollen, ist der Versicherte darauf hinzuweisen, dass abgewählte Leistungen nicht ohne weiteres später erneut versichert werden können. Ersparnis um jeden Preis ist daher nicht unbedingt das Gebot der Stunde. 

Das Versicherungsunternehmen hat bei der Beratung verständlich darzulegen, welche Mehr- und Minderleistungen im Vergleich zum bisherigen Tarif mit einem Wechsel verbunden sind. Auch die Beitragsunterschiede sind zu erörtern. Bei einer bevorstehenden Beitragsanpassung beim Zieltarif ist der Versicherte darauf hinzuweisen. Die Beratung wird auf Wunsch des Versicherten dokumentiert.

Der Rückwechsel in den Ursprungstarif kann mit einer Risikoprüfung verbunden sein, wenn dieser mehr Leistungen als der Zieltarif enthält. Hierüber ist der Versicherte aufzuklären.

Tarifalternativen – höchstmögliche Transparenz vorgesehen

Die Tarifwechsel-Leitlinien enthalten einige Regelungen zur Transparenz, damit der Versicherte eine bessere Übersicht erlangen kann. Hierzu zählt, dass der Wechselinteressierte ergänzende Informationen zu Tarifalternativen erhält. Damit sowohl Übersichtlichkeit als auch Nachvollziehbarkeit gewahrt bleiben, kann das Versicherungsunternehmen eine Auswahl an Produkten vorstellen, die auf den geäußerten Wünschen aufbauen. Sodann muss das Unternehmen allerdings darauf hinweisen, dass es sich um eine Auswahl handelt und demnach noch andere Tarife infrage kommen könnten.

Bei der Gegenüberstellung von Tarifen soll der Versicherungsnehmer möglichst schnell und ohne Aufwand feststellen können, wie sich das Leistungsniveau von Tarif zu Tarif unterscheidet.

Behandlung von Beschwerden zum Tarifwechsel

Sollte sich im Nachgang feststellen, dass die Beratung nicht ordnungsgemäß durchgeführt und dadurch ein nachteiliger Tarif gewählt wurde, geben die Tarifwechsel-Leitlinien klare Aussagen zum Beschwerdeverfahren. Grundsätzlich sind Versicherungsunternehmen gehalten, Beschwerden umfassend und rasch zu behandeln. Innerhalb von 15 Arbeitstagen ist dem Versicherungsnehmer eine auf die Beschwerde eingehende, verständliche schriftliche Antwort zu geben. Im Falle einer Verzögerung ist dem Versicherten in der Frist eine Zwischenmitteilung zu übermitteln.

Wenn die Meinungsverschiedenheiten nicht ausgeräumt werden können, hat das Versicherungsunternehmen darauf hinzuweisen, dass die Möglichkeit der Durchführung eines Beschwerdeverfahrens bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder beim Ombudsmann für die Private Kranken- und Pflegeversicherung besteht.

Bildnachweis: Studio Romantic / stock.adobe.com

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