Homöopathie Praxistipps

Das Sepia-Kind: sensibel und verschlossen

Lesezeit: 3 Minuten Sepia officinalis ist ein bekanntes Konstitutionsmittel. Es wird häufig auch in der homöopathischen Behandlung von Kindern eingesetzt. Wie sieht nun das Sepia-Wesen aus? Gibt es Unterschiede bei Jungen und Mädchen? Welche typischen Beschwerden haben Sepia-Kinder?

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Das Sepia-Kind: sensibel und verschlossen

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Das Sepia-Kind und die eigenen Grenzen

Sepia-Kinder sind ausgesprochen empfindlich gegenüber Grenzverletzungen und Verletzungen ihrer Würde. Meist sind sie musikalisch und künstlerisch begabt. Sie sind ausgesprochen kreativ und brauchen eine Weile bis sie sich einem anderen Menschen gegenüber öffnen. Die häufigen Verletzungen der eigenen Grenzen zeigen sich in verschiedenen Hauterkrankungen. Sepia ist eines der bekanntesten Mittel bei Neurodermitis von Kindern.

Sepia-Kinder sind sehr empfindlich bei der Kontaktaufnahme

Sepia-Kinder wünschen sich eine ganz bestimmte Form von Nähe. Die Zuwendung, die sie erhalten (vor allem im körperlichen Bereich) soll von der richtigen Person im richtigen Moment und auf die richtige Weise kommen. Da dies nicht immer möglich ist und viele Menschen gar nicht über die Sepia eigene Sensibilität verfügen, um das ganze Spektrum der Gefühle wahrzunehmen, das ein Sepia-Kind durchlebt, wenn sich ihm jemand nähert, kommt es relativ häufig zu Grenzverletzungen.

Übergeht ein dem Kind nahe stehender Mensch häufig die Grenzen des Kindes, zieht es sich in seine Innenwelt zurück, wird verschlossen und versucht nichts mehr zu fühlen. In einem solchen Zustand erscheint es gleichgültig und abweisend und ist kaum noch zu erreichen. 

Das Sepia-Mädchen

Auch das Sepia-Mädchen ist besonders empfindlich in Bezug auf die Verletzung seiner Grenzen. Meist orientiert es sich stärker am Vater, weil dieser das Prinzip der Grenzziehung besser zu beherrschen scheint und ihm der Umgang mit dem Vater mehr Sicherheit verspricht.

Sepia-Mädchen haben die schwierige Aufgabe, ihre weiblichen und männlichen Anteile gleichmäßig zu entwickeln und zu integrieren. Häufig findet man das typische Sepia-Mädchen in Familien, in denen sich der Vater sehr stark einen Jungen gewünscht hat und die Sepia-Tochter versucht nun möglichst jungenhaft zu werden um die Enttäuschung des Vaters zu verringern.

Der Sepia-Junge

Jungs, die konstitutionell Sepia brauchen, sind ebenfalls sehr sensibel und empfindsam in Bezug auf ihre Grenzen. So wie Sepia-Mädchen in Familien rein geboren werden, in denen der Vater einen Jungen haben wollte, finden wir den Sepia-Jungen häufig in Familien, in denen der Vater ein Mädchen haben wollte. Er versucht nun so weiblich wie möglich zu werden, um die Enttäuschung des Vaters zu minimieren.

Wächst ein Sepia-Junge in einer Familie auf, in der der Vater sich einen möglichst starken, kräftigen und robusten Jungen gewünscht hat, wird er bemüht sein, seine empfindsame Seite zu verstecken und auf Kosten seiner Sensibilität zu einem "ganzen Jungen" zu werden.

Typische Beschwerden des Sepia-Kindes

Das Kind, das ein Sepia-Wesen hat, leidet häufig unter charakteristischen Beschwerden der Haut (Neurodermitis, Warzen, Hitzepickel, Sonnenallergie etc.). Es schwitzt sehr stark nachts und träumt davon verfolgt zu werden. Das Sepia-Kind kann unter allen möglichen Allergien und auch unter Heuschnupfen mit Asthma leiden.

Wiederkehrende Halsentzündungen treten ebenfalls häufig auf. Viele Mädchen, die unter chronischer Zystitis (Blasenentzündung) leiden, benötigen konstitutionell das homöopathische Mittel Sepia.

Die Konstitutionsbehandlung mit Sepia bei Kindern

Da es dem Sepia-Kind schwer fällt die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu verteidigen, und daraus die meisten seiner Beschwerden entstehen, setzt das homöopathische Mittel Sepia auch hier an. Es stabilisiert das Sepia-Kind soweit, dass es seine Grenzen und seine Eigenart besser wahrnehmen und ausdrücken kann. Darüber hinaus unterstützt es die Integration der weiblichen und männlichen Anteile.

Durch die veränderte psychische Situation, entfällt die Notwendigkeit, die Grenzverletzungen auf der physischen Ebene sichtbar zu machen (beispielsweise durch Hauterkrankungen) und die Symptome können abklingen. Ein Sepia-Kind wird immer damit beschäftigt sein, seine Grenzen wahrzunehmen und Grenzverletzungen anzuprangern.

Auch die Neigung sich bei Verletzungen zu verschließen und sich von anderen Menschen zurückzuziehen wird sich nicht verlieren. Erfährt das Sepia-Kind allerdings eine Stabilisierung durch das homöopathische Mittel, kann es Verletzungen besser wahrnehmen und sich im Falle einer Grenzverletzung besser schützen.

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