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Das ist dran, an der Stammzellentherapie bei Herzinfarkt

Lesezeit: < 1 Minute Studien, so wurde in den vergangenen Monaten berichtet, würden zeigen, dass Herzinfarktpatienten durch eine Stammzellentherapie sehr gut geholfen werden kann. Laut den Studien würden aus dem Knochenmark eines Patienten gewonnene Stammzellen die Funktion des infarktgeschädigten Herzmuskels erheblich verbessern. Doch was kann die Stammzellentherapie wirklich leisten?

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Das ist dran, an der Stammzellentherapie bei Herzinfarkt

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Stammzellentherapie bei Herzinfarkt
Bei Stammzellen handelt es sich um "junge" Körperzellen, die aber noch nicht in einer Form vorliegen, die sie für ihren Einsatz im Organismus spezialisiert. Ihr späterer Einsatz, etwa als Haut-, Nieren- oder Herzmuskelzelle, ist sozusagen noch offen.
Es klingt verlockend: Wer einen Herzinfarkt erlitten hat, erhält eine Stammzellentherapie und wird schneller wieder fit. In der Tat scheinen Infarktpatienten von einer Stammzellentherapie zu profitieren – allerdings ist das nicht bei allen Patienten der Fall und wenn, dann nur in geringem Maße. Das legen jedenfalls die genauen Ergebnisse dreier Studien nahe, die im Herbst 2006 veröffentlicht worden sind.
In zwei Untersuchungen haben Wissenschaftler von der Universitätsklinik in Frankfurt am Main geprüft, inwieweit die Injektion von Stammzellen in ein Blutgefäß des Herzmuskels das infarktgeschädigte Herz kräftigen kann. Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Die Herzleistung der Patienten, die Stammzellen erhalten hatten, stieg um bis zu fünf Prozent mehr an als die Herzleistung derjenigen, die keine Stammzellen bekommen hatten. Zudem kam es bei den mit Stammzellen behandelten Patienten seltener zu schweren Komplikationen, weiteren Infarkten oder Todesfällen.
Ohne Wirkung auf die Leistung der infarktgeschäfigten Herzen dagegen blieb die Stammzellentherapie in einer vergleichbaren Studie, die von Kardiologen an der Universitätsklinik Oslo durchgeführt wurde.

Unterschiedliche Ergebnisse
Weshalb die Untersuchungen in Frankfurt und Oslo derart unterschiedliche Ergebnisse erbracht haben, ist noch nicht klar. Noch wissen Mediziner außerdem zu wenig darüber, was die Stammzellen in den Blutgefäßen der infarktgeschädigten Herzen machen und ob sie tatsächlich die Erholung des Herzmuskels fördern.

Diese Frage wird aber mit Sicherheit in weiteren Studien in den nächsten Jahren untersucht werden. Zum gegenwärtigem Zeitpunkt ist die Stammzellentherapie bei Herzinfarkt also noch im Versuchsstadium. Um möglicherweise in ihren Genuss zu kommen, müssen die jeweiligen Patienten von ihrem Kardiologen als Teilnehmer einer entsprechenden Studie zur Stammzellentherapie vorgeschlagen werden.

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