Herkunft
Der kleine Korbblütler Sonnenhut, wie Echinacea auf Deutsch heißt, stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo ihn schon die Indianer als Heilpflanze zu schätzen wussten. Inzwischen wird die schön anzusehende Blume weltweit kultiviert. Statt wie die Indianer die Wurzel zu Heilzwecken zu nutzen, verarbeitet die Homöopathie die frische Pflanze zur Blütenzeit.
Potenzen und Darreichungsformen
Bei der Anwendung von Echinacea steht die orale Einnahme und die Anwendung als Injektion im Vordergrund. Eine große Rolle spielen die niedrigen Potenzen wie D2, D6 und D12. Aber auch die Urtinktur selber wird als Akutmittel sehr häufig verwendet, während die höheren Potenzen als Konstitutionsmittel zum Einsatz kommen.
Krankheitsbilder und Einflussfaktoren
Die Heilpflanze Echinacea nimmt vor allem Einfluss auf das Immunsystem und auf die Haut. Auch homöopathisch werden diese Eigenschaften bei folgenden Krankheitsbildern genutzt:
- schwaches Immunsystem
- Infektionen, vor allem bakteriell verursacht
- Atemwegserkrankungen
- Entzündungen der Lymphgefäße
- Hauterkrankungen mit Eiterbläschen
Körperliche Schwäche ist ein wichtiges Symptom bei Echinacea-Patienten. Sie fühlen sich nicht nur angeschlagen, sondern bauen im Verlauf der Erkrankung zusehends ab. Frösteln bis hin zum Zittern, ein erhöhter Puls, trockene Lippen und kneifende Bauchschmerzen sind typische Begleiter einer Echinacea-Erkrankung. Viele Patienten klagen auch über heftiges Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen.
Anwendungsgebiete
Dem Immunsystem ordentlich auf die Sprünge helfen kann Echinacea. Der Sonnenhut ist deshalb gut geeignet, um bei diversen Infektionskrankheiten die körpereigene Abwehr zu stärken:
- Erkältung & grippaler Infekt: akute Erkältungssymptome mit Schnupfen, Husten, leichtem Fieber, starke entzündete Atemwege
- Fieber: im Zusammenhang mit bakteriellen Infektionen stehendes Fieber, oft mit Schüttelfrost, Schwitzen am Oberkörper
- Herbstmüdigkeit und -depression: erhöhte Infektanfälligkeit, Mattigkeit und Schläfrigkeit, Verdauungsstörungen im Herbst
- Blutvergiftung: begleitet von heftigen Fieberschüben, verstärkt durch Anstrengung oder Unterkühlung
- Hautausschlag: eitrige Ekzeme, trocken oder feucht, aber auch Furunkel und Abszesse, bei schlecht heilenden Wunden bei Bettlägerigkeit oder Diabetes
- Herpesinfektionen: Lippen- oder Genitalherpes sowie Gürtelrose
Die meisten Echinacea-Patienten profitieren von Ruhe, Liegen und viel Schlaf. Bewegung, Anstrengungen und Essen dagegen verschlechtern den Zustand und sind zu meiden.
Dosierung und Anwendung
In der Selbstmedikation sollte Echinacea vor allem als Akutmittel angewendet werden. Dafür werden so bald wie möglich nach Ausbruch der Erkrankung bis zu fünfmal täglich fünf Globuli der Potenzen D2 oder D4 eingenommen. Kinder sollten drei Globuli der Potenz D6 oder D12 erhalten. Mit dem Abklingen der Symptome kann auf eine einmal tägliche Gabe von D30 reduziert werden.
Um das Immunsystem während einer krankheitsfreien Phase wiederaufzubauen, empfiehlt sich eine Abstimmung der Dosierung mit einem erfahrenen Homöopathen.
Schwangerschaft, Stillzeit und Baby
Auch während der Schwangerschaft ist Echinacea ein effektives Mittel zur Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte. Gerade bei Erkältungen, Atemwegsinfekten oder intensiver Herbstmüdigkeit kann der Sonnenhut sehr gut wirksam sein.
Babys und Kleinkinder erhalten Echinacea gering dosiert bei Erkältungen und erhöhter Infektanfälligkeit in der kalten Jahreszeit.
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Sonnenhut gehört zu den Korbblütlern und hat damit ein beachtliches Allergiepotential. Patienten mit bekannten Allergien sollten Echinacea deshalb nur in Potenzen von D12 und höher einsetzen. Auch bei Nicht-Allergikern kann es bei den sehr niedrigen Potenzen bis D6 zu Hautausschlägen kommen. Deshalb sollten Patienten mit einer das Immunsystem beeinflussenden, systemischen Erkrankung wie AIDS oder Leukämie keinesfalls Potenzen unter D6 anwenden. Auch während einer Chemotherapie empfehlen Experten vor der Einnahme die Rücksprache mit dem Arzt.
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