Homöopathie Praxistipps

Das homöopathische Mittel Argentum nitricum

Lesezeit: 2 Minuten Silbernitrat – Argentum nitricum – ist ein natürlich vorkommendes Salz, welches seit Jahrhunderten traditionell zur Heilung und zur Abwehr „des Bösen“ eingesetzt wurde. Heute wird es vor allem in der chemischen Industrie genutzt. In der Homöopathie kommt es gegen Ängste aller Art, bei Verdauungs- und Herzbeschwerden sowie bei Migräne und Überanstrengung der Augen zum Einsatz.

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Das homöopathische Mittel Argentum nitricum

Das homöopathische Mittel Argentum nitricum

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Herkunft

In der Natur kommt Silbernitrat, welches unter Gasbildung aus Silber und Salpetersäure entsteht, im metallisch glänzenden Mineral Akanthit vor. Früher sprach man dem „Höllenstein“ sogar übersinnliche Kräfte zu und nutzte ihn neben der Behandlung von Warzen auch gegen Vampire und Werwölfe. Silbernitrat hat eine stark desinfizierende Wirkung und gewinnt derzeit wieder an Bedeutung im medizinischen Bereich.

Potenzen und Darreichungsformen

Die beliebten Potenzen D6 und D12 gehören auch bei Argentum nitricum zu den am häufigsten genutzten Varianten in Form von Globuli und Tropfen. Aber auch C30 und C200 haben eine wichtige Bedeutung in der Homöopathie. Eher selten kommen D30 und Potenzen unter D6 zum Einsatz.

Weil Silbernitrat eine stark reizende Wirkung auf die Haut und Schleimhäute hat, sind Potenzen unter und bis einschließlich D3 verschreibungspflichtig.

Krankheitsbilder und Einflussfaktoren

Im Körper von Mensch und Tier sind vor allem das Nervensystem, das Herz-Kreislauf-System und die Verdauung wichtige Wirkungsfelder für Argentum nitricum:

  • nervöse Ängste wie Prüfungsangst oder Lampenfieber
  • Verdauungsstörungen wie Reizdarmsyndrom
  • nervöse Herzbeschwerden wie „Herzklopfen“ oder Rhythmusstörungen
  • Kopfschmerzen und Sehstörungen

Ein Silbernitrat-Patient erscheint oft gut gelaunt, „aufgeräumt“ und vital. Typische Schwachstellen sind das Herz und die Verdauung. Anzeichen wie lautes und regelmäßiges Aufstoßen und Räuspern deuten auf eine Argentum-nitricum-Symptomatik hin.

Anwendungsgebiete

Die Vielseitigkeit von Argentum nitricum macht das Mittel für die Selbstmedikation so interessant. Viele Anwendungsgebiete kommen im Alltag häufiger vor:

  • Nervosität & Ängste: Alltagsängste wie Höhenangst, Angst vor engen Räumen, Menschenmengen oder Spinnen, oft verbunden mit körperlichen Symptomen wie Durchfall
  • „Lampenfieber“: konkrete Angst vor einer Prüfung, einem Vorstellungsgespräch oder einem Auftritt, oft große Nervosität, wenig Selbstvertrauen, Hunger auf Süßes, aber Durchfall
  • Schlafstörungen: ausgelöst durch Versagensängste im Alltag oder vor Prüfungen, starkes Erschöpfungsgefühl
  • Abnehmen & Diät: Heißhunger auf Süßes oder Deftiges / Salziges
  • Bauchschmerzen: krampfartige Schmerzen im gesamten Bauchraum, besonders vor Prüfungen oder wichtigen Ereignissen
  • Schwindel: Nervosität und Unruhe wegen bevorstehender Ereignisse, oft mit Ohrgeräuschen, besonders im Dunklen
  • Aufstoßen & Blähungen: Gasbildung im Magen und Darm, besonders nach süßen Speisen, trotzdem Heißhunger auf Süßes
  • Kopfschmerzen & Migräne: oft einseitig, aufgrund seelischem Stress und Sorgen

Einem Argentum-nitricum-Patienten etwas Gutes zu tun, ist gar nicht einfach. Eigentlich können nur kalte, frische Luft und – bei Kopfschmerzen – ein fester Druck auf den Kopf durch einen Verband Linderung verschaffen. Viele andere Faktoren wie Wärme, Gespräche, stickige Räume, Überarbeitung oder seelische Belastungen verschlechtern den Zustand. Vor allem nachts und vor der Menstruation geht es Silbernitrat-Patienten oft besonders schlecht.

Dosierung und Anwendung

Die Akutbehandlung von körperlichen Symptomen wie nervösem Durchfall oder Herzrasen erfolgt am besten mit fünf Tropfen in einer Potenz zwischen D4 und D12. Auch Globuli sind geeignet, wirken aber nicht so schnell wie Tropfen, weil die Aufnahme etwas länger dauert. In der akuten Phase darf Argentum nitricum alle zwei Stunden und bis zu dreimal hintereinander eingenommen werden. Nach 6 Stunden sollte pausiert und die Dosierung auf dreimal täglich gesenkt werden.

Für wiederkehrende Alltagsängste eignen sich D30-, C30- oder C200-Potenzen am besten.

Schwangerschaft, Stillzeit und Baby

Gerade in der Schwangerschaft sind Verdauungsstörungen ein häufiger Begleiter. Bei Heißhunger auf Zucker und Süßigkeiten verbunden mit starkem Aufstoßen, Magenschmerzen und Sodbrennen nach dem Genuss ist Argentum nitricum eine wertvolle Hilfe. Auch wenn der Darm mit Blähungen und Durchfall reagiert, ist das Mittel gut geeignet. Die höheren Potenzen können die typischen Ängste vieler Frauen vor der Zukunft mit dem Kind abmildern.

Beim Baby eignet sich Silbernitrat in Form von zwei bis drei Globulis pro Gabe bei grünlichem Durchfall – oft in Kombination mit Zahnungsschmerzen. Auch bei leicht verklebten, entzündeten Augen hilft das homöopathische Silbernitrat.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Argentum nitricum verträgt sich gar nicht mit Kaffee – auch nicht mit dem Homöopathikum Coffea.

Bildnachweis: behewa  / stock.adobe.com

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