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Das homöopathische Konstitutionsmittel in der Klassischen Homöopathie einsetzen

Lesezeit: 3 Minuten Das sagenumwobene Konstitutionsmittel in der klassischen homöopathischen Behandlung - was ist das eigentlich? Welche Kriterien spielen eine Rolle bei der Auswahl des geeigneten Konstitutionsmittels? Was kann es bewirken und wie wird es herausgefunden?

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Das homöopathische Konstitutionsmittel in der Klassischen Homöopathie einsetzen

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Das homöopathische Konstitutionsmittel – Behandlung des ganzen Menschen
Das wichtigste an einem homöopathischen Konstitutionsmittel ist das Prinzip, den Menschen in seiner Gesamtheit zu verstehen. In einer homöopathischen Anamnese werden sowohl die körperlichen als auch die psychischen Beschwerden erfasst. Darüber hinaus spielen Träume, Ängste, Essensvorlieben, frühere Beschwerden, besondere Lebensthemen, Schicksalsschläge aber auch Stärken und besondere Interessen eine Rolle für die Verordnung des geeigneten Konstitutionsmittels.  

Das homöopathische Konstitutionsmittel berücksichtig die Konstitution
Es gibt verschiedene Typenlehren in der Medizin und in der Psychologie. So spricht man vom leptosomen Typ, der hoch aufgeschossen und schlank ist und sein Leben eher vom Intellekt her führt und vom pyknischen Typ, der gedrungen ist und zu emotionalen Verhaltensweisen neigt.

Meist beinhalten die Typenlehren sowohl körperliche als auch psychische Merkmale. Die Kombination von beidem spielt auch in der Homöopathie eine Rolle. Als Konstitution versteht man in der Klassischen Homöopathie die Anlage eines Menschen. Diese wird sowohl von der körperlichen Ebene als auch von der geistig-seelischen Ebene her erfasst.

Die Wahl des Konstitutionsmittels in der Klassischen Homöopathie
Um das passende Konstitutionsmittel für einen Patienten zu finden, ist es zunächst wichtig, dem Patienten genau zuzuhören. Möglichst vollkommen vorurteilsfreies Zuhören und Aufnehmen des Gesagten wird in der Regel kombiniert mit eigenen Beobachtungen. Wie verhält sich der Patient in der Anamnese? Welche körperliche Erscheinung hat er? Gibt es andere Auffälligkeiten?

Um im Anschluss an die Anamnese das geeignete Konstitutionsmittel zu finden, ist es wichtig, das Gesagte und Beobachtete mit den vorliegenden homöopathischen Mittelbildern zu vergleichen. Welches Mittel hat in seinem Mittelbild die größte Ähnlichkeit mit dem, was der Patient von sich berichtet hat?  In welchem homöopathischen Mittelbild findet man die körperlichen Beschwerden, von denen der Patient berichtet hat?

Was das Konstitutionsmittel beinhalten sollte
Ein gut gewähltes Konstitutionsmittel beinhaltet nicht unbedingt alle körperlichen und seelischen Beschwerden des Patienten. Es sollte aber die wesentlichen Organbezüge und die grundlegenden psychischen Beschwerden in seinem Wirkungsspektrum abdecken.

Eine herausragende Stellung bei der Wahl des angezeigten Konstitutionsmittels nehmen die Ängste eines Patienten ein. Wird die Hauptangst im Mittelbild des Konstitutionsmittels nicht abgedeckt, ist eine umfassende Heilwirkung nicht sehr wahrscheinlich.

Auch Träume und Essensvorlieben nehmen in der Mittelwahl eine besondere Stellung ein. Was wir träumen können entspringt so unmittelbar dem Innersten unserer Person und ist in der Regel vollkommen unverfälscht. Und auch was wir gerne essen und was wir nicht mögen, gibt einen direkten Aufschluss über unsere Eigenart. Damit ist beides sehr aussagekräftig für die Wahl des Konstitutionsmittels.

Kann sich ein Konstitutionsmittel im Laufe des Lebens ändern?
Über diese Frage haben sich schon viele große Homöopathen den Kopf zerbrochen und es gibt ganz unterschiedliche Ansichten dazu. Die einen sagen, nein, das Konstitutionsmittel ist Zeit seines Lebens immer gleich. Es hilft bei jeder körperlichen oder seelischen Krankheit. Das einzige, was hin und wieder verändert werden muss, ist die Potenz des Mittels.

Die anderen sagen, ein Konstitutionsmittel kann sich ändern. Vor allem bei Kindern oder Jugendlichen passiert noch so viel in der Entwicklung, dass nacheinander verschiedene Konstitutionsmittel gegeben werden müssen. Das Beibehalten eines immer gleichen Konstitutionsmittels ist hier eher unwahrscheinlich.

Die Quellentheorie – eine Quelle kann nur ein Mittel haben
Besonders die bekannte Homöopathin Frau Schlingensiepen-Brysch hat mit ihrer Methode der Quellen-Anamnese zu einer völlig neuen Sicht auf die Verordnung von dem jeweiligen Konstitutionsmittel beigetragen.

Sie hat eine Methode erfunden, die es dem Patienten ermöglicht, in der Anamnese Schritt für Schritt zu seiner Quelle fortzuschreiten und diese im Gespräch dann auch zu benennen. Der Gedanke, dass jeder Mensch in sich eine Quelle hat, die all sein Erleben bestimmt, lässt natürlich nur den Gedanken an ein Konstitutionsmittel für jeden Menschen zu. Eines das ihn stabilisiert und heilt über das ganze Leben.

Fazit:
Ein homöopathisches Konstitutionsmittel wirkt auf den ganzen Menschen. In der Mittelwahl werden sowohl die körperlichen als auch die seelischen Beschwerden und Eigenarten des Menschen berücksichtig, der zur Behandlung kommt. Das Mittelbild des gewählten Konstitutionsmittels beinhaltet in der Regel die wichtigsten Beschwerden des Patienten. Ängste, Träume und Essensvorlieben bzw. Abneigungen sind besonders wichtig für die Wahl des Konstitutionsmittels. 

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