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Das Flexarium – eine mögliche Alternative

Lesezeit: 3 Minuten Viele Reptilienhalter wünschen es sich, ihre Tiere den Sommer über auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten halten zu können. Seit einiger Zeit gibt es hierfür Netzterrarien. Angeboten von der Firma ExoTerra als „Flexarium“ oder von Lucky Reptile das „Open Air Vivarium“, stellt dies sogar auch für eine Dauerhaltung in Wohnräumen eine mögliche Alternative zu Glas- oder Holzterrarien dar. Die wichtigsten Vor- und Nachteile zum Einsatz eines Flexariums will ich Ihnen nachfolgend kurz erläutern.

3 min Lesezeit

Das Flexarium – eine mögliche Alternative

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Ein Netzterrarium, wie es der Name schon sagt, ist aus einem stabilen Nylonnetz hergestellt. An Ecken und Kanten verbunden mit Plastikstangen ist es superleicht auf- und abzubauen. Zur Öffnung dienen an den Seiten Reißverschlüsse. Als Bodenwanne gibt es das „Flextray“. Ein Flextray ist eine aus PVC hergestellte, für das jeweilige Flexarium passende Wanne und dient als Behälter für den Bodengrund oder als Schmutzauffang.

Man erhält ein Netzterrarium von den Herstellern ExoTerra und Lucky Reptile im Zoofachhandel und in zahlreichen Internetshops in verschiedenen Größen. Das größte Exemplar ist ein Flexarium mit den Maßen 76x76x183 cm (BxTxH), also schon ein sehr großes Teil. Die Preislagen schwanken extrem.

Als Beispiel für das vorgenannte Terrarium habe ich nun einmal im Internet recherchiert und Angebote gefunden, die sich zwischen 65 € und 100 € belaufen. Günstigster Anbieter hierfür, sogar inkl. dem größten Flextray, war der Terraristik-Online-Shop http://www.reptilienkosmos.de/, der dieses Set für derzeit unschlagbare 65.70 € anbietet. Selbst Ebay konnte hier nicht mithalten.

Der Einsatz im Freien ist nur begrenzt möglich
Aufgrund der Beschaffung sowie der flexiblen Handhabung des Flexariums ist dessen Einsatz unumstritten von Vorteil, will man seine Tiere den Sommer über oder nur nur kurzzeitig im Freien halten. Außerdem dringen durch das Netz die natürlichen UVA- und UVB-Strahlen der Sonne, was den Tieren zugute kommt. Natürlich muss die entsprechende Reptilienart auch dazu geschaffen sein und Resistenz gegen die Kälte in der Nacht aufweisen können. Diesbezüglich müssen Sie sich unbedingt zuvor erkundigen!

Der Einsatz über Nacht oder unbeaufsichtigt am Tage ist jedoch nur möglich, wenn Sie nicht gerade im Erdgeschoss wohnen. Denn dort kann es durchaus möglich sein, dass Katzen, Ratten oder andere Jäger das Flexarium aufkratzen oder aufnagen und am nächsten Morgen Ihr Reptil auf einmal verschwunden ist. Bedenken Sie bitte, dass das Netzterrarium nicht aus Metallgaze, sondern aus einem Nylongewebe besteht!

Auch die Haltung in der Wohnung ist möglich
Die Haltung bestimmter Reptilienarten auf Dauer in der Wohnung ist durchaus möglich. Eine Überhitzung, wie sonst bei Glasterrarien, die an Fenstern stehen, wird durch das Netz ausgeschlossen. Chamäleons, die besonders auf Frischluft angewiesen sind, werden sich freuen, nicht in einem geschlossenen Behälter leben zu müssen. Phelsumen mit ihren Haftlamellen können auch hier ohne weiteres an den Wänden hochklettern. Von der Größe her im Vergleich zu geschlossenen Terrarien ist natürlich auch ein extremer Preisvorteil vorhanden.

Doch das Ganze bringt auch Nachteile mit sich
Eine Haltung im Freien ist nur unter den bereits beschriebenen Voraussetzungen möglich. Möchten Sie das Flexarium zur Haltung im Zimmer einsetzen, so müssen Sie beachten, dass die Stabilität gegenüber den festen und schweren Glas- und Holzterrarien minimal ist. Größere Tiere, die an die Wände springen, verursachen da schon ein Wackeln des Flexariums.

Auch für Tiere mit scharfen Krallen ist es weniger geeignet, denn das Netz besteht aus Stoff, welches dann mit der Zeit zerrissen werden könnte. Berichten zufolge kam es auch schon vor, dass Futtertiere, wie z. B. Heimchen den Stoff anknabberten oder dieser irgendwann einmal verschimmelte und porös wurde. Des Weiteren können Sie die Einrichtungsgegenstände, Rückwände etc. nicht so gut anbringen, wie z.B. an einer Glas- oder Holzwand bei anderen Terrarien. Einen richtigen Dschungel zu gestalten erfordert in diesem Fall schon etwas mehr Aufwand.

Ein anderes Problem wiederum taucht in der Anbringung der Beleuchtung auf. Da der Stoff mit der Zeit schmoren würde, kann man die Lichtquellen nicht auf das Netz stellen, sondern müsste sie darüber aufhängen oder einen Deckel, bestehend aus Metall-Gaze anbringen. Weiterhin wird es ebenfalls ein Problem geben, die notwendige Luftfeuchtigkeit und Temperatur herzustellen, da der Behälter offen ist und die Wärme und Nässe so auch nach außen dringen.

Jeder muss Vor- und Nachteile für den Einsatz eines Flexariums selbst abwägen, vor allem unter Einbeziehung von Eigenschaften und Ansprüchen der jeweiligen Tierart. Für Balkon oder Terrasse ist es auf jeden Fall eine tolle Sache, zum Dauereinsatz in der Wohnung jedoch nur nach reichlicher Überlegung eine geeignete Alternative zu anderen Terrarientypen.

In den Foren der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (http://www.dght.de/) sowie der Interessengemeinschaft Phelsuma (http://www.ig-phelsuma.de/) wurden über dieses Thema, ebenso wie auch in anderen Terraristikforen, schon etliche Diskussionen geführt, so dass es sich lohnt einmal einen Blick darauf zu werfen, sollten Sie sich für ein Flexarium oder Open Air Vivarium interessieren.

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