Homöopathie Praxistipps

Das Ebenen-Modell von Rajan Sankaran

Lesezeit: 3 Minuten Das Ebenen-Modell von Rajan Sankaran ist besonders gut und anschaulich in dem Buch "Das andere Lied" dargestellt. Die sieben Ebenen der Erfahrung dienen vielen Homöopathen als Instrument für die Strukturierung der Anamnese und für die Auswertung und Strukturierung der gesammelten Informationen.

3 min Lesezeit

Das Ebenen-Modell von Rajan Sankaran

Lesezeit: 3 Minuten

Das andere Lied und die erste Ebene im Modell – der Name
Sankaran beschreibt den Namen einer Person oder eines Gegenstandes als die erste Ebene. Hier erfahren wir noch nichts weiter, als wie der Patient oder seine Beschwerde heißt. Es geht auf der ersten Ebene noch nicht darum, etwas über die Person oder den Gegenstand zu erfahren. Das kommt erst auf der zweiten Ebene.

Das andere Lied und die zweite Ebene im Modell – die Fakten
Mit der zweiten Ebene der Erfahrung bezeichnet Sankaran die Fakten einer Situation, eines Menschen oder einer Beschwerde. Hier werden beispielsweise das Alter, frühere Erkrankungen, wichtige Ereignisse im Leben des Patienten, Erkrankungen der Eltern usw. erfasst.

Das andere Lied und die dritte Ebene im Modell – das Gefühl
Jeder Patient hat bestimmte Gefühle zu den wichtigen Erfahrungen in seinem Leben. Auch seine Beschwerden lösen bestimmte Gefühle aus. So kann es sein, dass eine Frau, die unter chrnoischer Migräne leidet, mit den Gefühlen von Hoffnungslosigkeit und Resignation in die Praxis kommt.

Oder ein Patient leidet unter einer Magenschleimhautentzündung und ist darüber sehr verärgert, weil diese ihn daran hindert, seinen geliebten Kaffee zu trinken. Das Gefühl, das ein Patient zu seinen Beschwerden hat, ist sehr wichtig für die Wahl des angezeigten homöopathischen Mittels.

Das andere Lied und die vierte Ebene im Modell – die bildhafte Wahrnehmung
Laut Sankaran entspringen unsere Gefühle einer tieferen Ebene – der Ebene der bildhaften Wahrnehmung. Diese ist oft verzerrt und von Einbildungen und Imagination geprägt. Sie ist es, die ausschlaggeben dafür ist, WELCHE Gefühle wir in einer Situation erleben.

Fühlen wir uns in einem geschlossenen Raum in Gefahr, so werden wir mit Panik und Flucht reagieren wollen, auch wenn real keine Gefahr für unser Leben in dem Raum gegeben ist. Wenn viele Menschen gleichzeitig eine bestimmte Situation erleben, so werden doch die Gefühle der einzelnen Menschen sehr unterschiedlich sein. Dies hängt nach Sankaran mit der bildhaften Wahrnehmung oder auch der Wahnidee zusammen, die jeder Mensch in sich trägt.

Das andere Lied und die fünfte Ebene im Modell – die Empfindung
Die Empfindung schließlich beschreibt eine noch tiefere Ebene als die der bildhaften Wahrnehmungen. Auf der Ebene der Empfindung kommen wir dem anderen Lied, das in jedem Menschen schwingt, schon sehr nah. Sie ist es, die dem geübten Homöopathen den Weg zum angezeigten homöopathischen Mittel weist.

Aber Sankaran bezeichnet die Kernempfindung noch nicht als das andere Lied. Die Kernempfindung durchdringt quasi das gesamte Erleben eines Menschen. Sie kann sich sowohl in den körperlichen als auch in den seelischen Problemen eines Menschen zeigen und wird alle seine Erfahrungen durchdringen. Sankaran und die ihm nahestehenden Homöopathen unserer Zeit sprechen hier auch von der Vitalempfindung.

Das andere Lied und die sechste Ebene im Modell – die Energie
Auch die Vitalempfindung wird nach Sankaran von etwas tieferem hervorgebracht – von der Energie. Die Energie oder besser das Energiemuster eines Menschen zeigt sich in seinen Bewegungen, Gesten, Gebärden, in seiner Farbvorliebe und in seiner Musikvorliebe.

Dieses Energiemuster, das in jedem Menschen schwingt, ist es nun, dass das jeweils andere Lied in uns hervorbringt. Dieses andere Lied muss der Homöopath aufspüren und wiedererkennen. Eine Substanz die ein ähnliches Energiemuster in sich trägt, wird dann die Heilung der Beschwerden des Einzelnen bewirken können.

Das andere Lied und die siebte Ebene im Modell – die Siebte
Als siebte Ebene bezeichnet Sankaran den Hintergrund aller Energiemuster, die innere Leere, das was da ist, wenn wir geboren werden und wenn wir sterben. Es ist quasi der Raum oder die Form, auf der sich alles Leben und alle Erfahrungen mit ihren anderen Ebenen abspielen. Diese kann nicht erfahren oder beschrieben werden. Sie ist auch für die Verschreibung einer homöopathischen Arznei unerheblich. Dennoch ist sie da und sie wird von Sankaran in seinem Buch "Das andere Lied" mit dargestellt.

Fazit:
Um "das andere Lied" in einem Menschen zu erfassen müssen Homöopathen laut Sankaran tief in seine Erfahrungswelt eintauchen und sein spezifisches Energiemuster entdecken, das alle seine Erfahrungen – seien es körperliche oder seelische Erfahrungen – durchdringt.

Dieses Energiemuster hat sein Äquivalent in einem mineralischen, tierischen oder pflanzlichen Stoff. In einer homöopathischen Arznei aufbereitet ist dieser Stoff dann in der Lage, alle Beschwerden eines Patienten zu heilen.

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