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Das Baunscheidt-Verfahren – Die Akupunktur des Westens

Lesezeit: 2 Minuten Das Baunscheidt-Verfahren ist eine Stimulierung der jeweiligen flächigen Reflexzone auf der Haut. Hierbei wird die Haut mit einem so genannten Lebenswecker gestichelt, also leicht eingestochen. Es wird durch das Sticheln ein hautausleitender Effekt erzeugt. Es handelt sich um eine Aktivierung des Immunsystems. Es werden hierdurch gehemmte Antigen-Antikörper-Komplexe wieder aktiviert.

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Das Baunscheidt-Verfahren – Die Akupunktur des Westens

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Wie funktioniert das Baunscheidtieren und woher kommt es?

Das Baunscheidt-Verfahren gehört zu den Heilverfahren zur Ab- bzw. Ausleitung von Schadstoffen aus der Haut und gehört somit zu den klassischen Ausleitungsverfahren der Naturheilkunde.

Der Erfinder und Mechaniker Carl Baunscheidt (1809 bis 1873) litt zu seiner Zeit durch falsche Ernährung und Alkohol an einer Gicht und an eine Rhizarthrose. Hierbei handelt es sich um eine Arthrose des Sattelgelenkes (das Wurzelgelenk) des Daumens. Eines Sommertages wurde er von mehreren Mücken und auch Bienen (so ist es überliefert) in die arthrotische Hand gestochen. Hierbei wunderte er sich, dass die Bewegungsschmerzen eindeutig nachließen.

Er entwickelte sofort danach ein so genanntes Stichelgerät, welches die Mücken- bzw. Bienenstiche imitiert hat. Durch das Stichelgerät, später Lebenswecker genannt, konnte er auch eine Nesselsucht (Urtikaria) auf der Haut erzeugen. Unter einer Nesselsucht versteht man normaler Weise zuerst blassrote bis rote Erhebungen der Haut, ähnlich Mückenstichen.

Wenn die Reaktion eintritt werden die Hauterhebungen größer, bilden Quaddeln (punktartige oder knopfähnliche Erhebung der Haut) oder Erytheme (rötliche Entzündung der Haut durch Mehrdurchblutung an dieser Hautstelle), und sind ähnlich der Reaktion bei der Berührung einer Brennnessel (Urtica urens).

So funktioniert der Lebenswecker

Der Lebenswecker besteht aus einem, mit 33 kleinen Nadeln besetzten, Kopf und einer hinteren Zugeinrichtung. Durch diese Zugeinrichtung ist es dem Therapeuten möglich, die genaue Stärke der Stichelung zu regulieren. Des Weiteren wird nach dem Sticheln in die Haut ein speziell hierfür hergestelltes Baunscheidt-Öl auf die künstlich erzeugte Urtikaria (Nesselsucht) gerieben.

Welches Öl wird benutzt?

Das Baunscheidt-Öl enthält vorwiegend hautreizende Substanzen, die auch eine Allergie auslösen können. Aus diesem Grund sollte das Baunscheidt-Öl vor der Anwendung entsprechend getestet werden. Beim Auftragen des Öls empfindet der Patient eine Wärme bis hin zu einem leichten Brennen.

Die behandelte Stelle muss nach der Behandlung mit einem guten Verband verbunden werden. Der Patient lässt diesen Verband drei bis fünf Tage und wäscht diese Stelle auch nicht. Des Weiteren sollte sich der Behandelte mindestens die gleiche Zeit körperlich schonen. Also schwere körperliche Arbeiten sollte er nicht verrichten.

Indikationsbereiche sind u.a.:

  • Allgemeininfekte (Rückenbereich wird dann baunscheidtiert)
  • Lungen- und Bronchialerkrankungen (Rücken- und Brust und der Bauch wird baunscheidtiert
  • Hämorrhoiden (Bauchbereich wird baunscheidtiert)
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, wie Arthrosen, etc. (werden im jeweiligen Schmerzbereich behandelt)
  • Neurologische Erkrankungen (Behandlungsschema entlang der Wirbelsäule und andere Stellen)
  • Migräne (z.B. wirbelsäulen-bedingte Migräne-Schmerzen (Behandlung des Bereiches C4 und Schulterblätter beidseitig)
  • Schlaflosigkeit: Baunscheidtieren des Rückens und der Schulterblätter

Kontraindikationen:

  • Akute fiebrige Erkrankungen
  • Allergiebedingte Erkrankungen
  • Hautareale, die bereits entzündet sind (überwärmte Zonen dürfen auf keinem Fall behandelt werden, sondern immer eine Areal-ferne Zone)

Zu beachten: Es kann durch das Baunscheidt-Verfahren eine verstärkte Hautpigmentierung auftreten.

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