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Damenwahl: Im Januar 1919 gingen Frauen in Deutschland zum 1. Mal wählen

Lesezeit: 2 Minuten „Damenwahl“ - diesen Titel hat sich auch Alice Schwarzer für ihr Buch zum 90. Jubiläum des Frauenwahlrechts in Deutschland ausgesucht. Vorgestellt wurde das Buch in Berlin – natürlich zusammen mit der Frau Bundeskanzlerin. Politisch gesehen wird 2009 ein Superwahljahr. Denn neben der Bundestagswahl (jetzt schon vormerken: 27. September 2009) finden auch Europawahlen, fünf Landtagswahlen und acht Kommunalwahlen statt. Dass Frauen bei diesen Wahlen überhaupt mitwählen dürfen, war in Deutschland lange nicht so selbstverständlich wie es heute ist.

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Damenwahl: Im Januar 1919 gingen Frauen in Deutschland zum 1. Mal wählen

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Damenwahl – 90 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland
Was heute selbstverständlich ist – nämlich dass auch Frauen wählen gehen –, war früher lange Zeit undenkbar. Politik galt als unweiblich und Frauen sollten lieber zu Hause bleiben – das ist die gängige Erklärung dafür, dass den Damen das Wahlrecht so lange verwehrt blieb. In fast allen Staaten der Welt führten Männer die „natürliche" Bestimmung der Frau an, um sie an Haus und Hof zu binden.

Was kaum jemand weiß
Darüber hinaus gibt es aber auch eine staatstheoretische Begründung dafür, dass Frauen nicht wählen durften. Diese knüpft an die Pflichten der Staatsbürger an und besagt: Der Staat fordert von seinen Bürgern Leistungen, insbesondere Waffendienst und Steuerpflicht. Diese Leistungen konnten bis ins 19. Jahrhundert hinein nur Männer erfüllen. Frauen hatten keine staatsbürgerlichen Pflichten – also bekamen sie auch keine Rechte. Sie durften weder wählen noch sonstige politische Arbeit machen – der Staat gehörte den Männern.

Damenwahl verhindern: Was sich Männer alles einfallen ließen
Der Kampf gegen das Frauenwahlrecht führte in einigen Ländern zu kuriosen Regelungen:

  • Britische Politiker sahen im Frauenwahlrecht eine Gefahr für den Familienfrieden: Ständiger Streit zwischen Ehepartnern sei die Folge. Deshalb durften in Großbritannien lange Zeit nur ledige und verwitwete Frauen wählen. Offizielle Begründung: Verheiratete Frauen seien ja schon durch ihre Ehemänner vertreten.
  • In einigen katholischen Staaten, wie Belgien, Italien und im orthodoxen Bulgarien, erhielten nur verheiratete Mütter das Wahlrecht. Sie galten als „wertvoller" als kinderlose Frauen.
  • Griechenland führte für Frauen einen Bildungszensus ein: Im Gegensatz zu männlichen Wählern mussten Frauen, die wählen wollten, eine Schulbildung nachweisen.

90 Jahre Damenwahl in Deutschland
In Deutschland ist es 1918 soweit: Der Kaiser hat abgedankt, der 1. Weltkrieg ist zu Ende. Die Arbeiter- und Soldatenräte, die nun an die Macht kommen, haben ein offenes Ohr für die Frauen: Der Rat der Volksbeauftragten – die Übergangsregierung des Deutschen Reiches – erkennt den Frauen per Verordnung das Wahlrecht zu. Ab 1919 steht es dann schwarz auf weiß in der Weimarer Verfassung, und bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 dürfen 17 Millionen Frauen erstmals ihre Stimme abgeben. Mehr als 80 % von ihnen gehen auch tatsächlich zur Wahlurne.

Hier die Wahlsonntage im Superwahljahr 2009
Bitte gleich in Ihren Kalender schreiben, damit Sie diese wichtigen Termine bei Ihrer Wochenendplanung nicht vergessen!

  • 7. Juni: Europaparlamentswahl sowie Kommunalwahlen in 8 Bundesländern (Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz,Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen)
  • 30. August: Landtagswahlen im Saarland, in Thüringen und in Sachsen
  • 27. September: Bundestagswahl, gleichzeitig Landtagswahl in Brandenburg
  • Hier müssen Sie nicht aktiv wählen: Am 23. Mai steht in der Bundesversammlung die Wahl des neuen Bundespräsidenten an.

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