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Cyber-Mobbing: Was versteht man unter darunter?

Lesezeit: 2 Minuten Cyber-Mobbing ist die moderne Art von Mobbing. Das soziale Leben von Kindern und Jugendlichen verlagert sich immer mehr in die virtuelle Welt. Neue Kontakte oder Kontaktpflege werden online über verschiedene Portale geknüpft oder gepflegt. Durch die Verlagerung des Privatlebens ins Internet, ist Cyber-Mobbing entstanden. Mithilfe der neuen Medien werden Opfer belästigt, beleidigt und/oder bedroht.

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Cyber-Mobbing: Was versteht man unter darunter?

Cyber-Mobbing: Was versteht man unter darunter?

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Beleidigungen, Bloßstellungen, Belästigungen oder Bedrohungen mithilfe moderner Kommunikationsmittel werden als Cyber-Mobbing bezeichnet. Meist über einen längeren Zeitraum werden die Opfer über Instant Messenger, soziale Netzwerke oder per SMS belästigt. Der Täter auch „Bully“ genannt, handelt meist anonym, sodass er nur schwer von seinem Opfer ablässt und auffindbar ist.

Findet Cyber-Mobbing bei Kindern und Jugendlichen statt, kennen sich Täter und Opfer meistens in der „realen“ Welt. Zumindest haben die Opfer sehr oft einen Verdacht, wer hinter den Attacken stehen könnte. Cyber-Mobbing Täter finden ihre Opfer fast immer in ihrer eigenen Umgebung, sei es in der Schule, im Wohnviertel, Dorf/ Stadt oder in den Communitys. Fremde Täter sind nur sehr selten involviert.

Was ist der Unterschied zwischen Mobbing und Cyber-Mobbing?

Mobbing ist keine Neuerscheinung, es findet jeden Tag an Schulen, auf der Arbeit oder in Vereinen statt. Doch was genau ist Cyber-Mobbing und wo liegt der Unterschied?

  • Die modernen Kommunikationsmittel bieten dem Bully (Täter) die Möglichkeit 24 Stunden in die Privatsphäre der Opfer einzugreifen und diese zu attackieren.
  • Das Ausmaß und der Spielraum von Cyber-Mobbing sind weitaus größer als beim „normalen“ Mobbing. Bilder und Nachrichten die ins Netz gestellt werden, sind nur noch schwer auffindbar und kontrollierbar. Die elektronische Verbreitung im Internet findet ein viel größeres Publikum. Sehr schnell können Nachrichten, Videos oder Fotos von einem Portal ins nächste kopiert werden und sind damit schwer zu löschen.
  • Täter können im Internet anonym agieren, was sie in eine trügerische Sicherheit hüllt. Oftmals verfügen sie über eine zähe Ausdauer, so dass sie nur schwer vom Täter ablassen.
  • Der Täter kann sich im Internet seine eigene Identität aufbauen, die nichts mit der „realen“ Person zu tun haben muss. So spielen Alter und Aussehen im Netz keine Rolle, der Täter kann sich frei erfinden und in viele verschiedene Rollen schlüpfen.
  • Natürlich kann es auch hier geschehen, dass unabsichtlich Menschen beleidigt, gedemütigt und bloßgestellt werden. Manche Täter sind sich über das Ausmaß ihrer Attacken nicht im Klaren. Mangelnde Aufklärung kann dazu führen, dass gerade Kinder und Jugendliche übertreiben und aus einem Witz ein übler Scherz wird, der für die Opfer bleibende Schäden nachzieht.

Cyber-Mobbing: Was sagt die Statistik?

Hier tappen die Forscher noch im Dunkeln, weil es keine deutschlandweite Studie gibt, sondern nur regionale Studien. Was es den Forschern schwer macht eine einheitliche Statistik dazu bieten. Was man dennoch nicht außer Acht lassen darf ist, dass der negativ Trend „Cyber-Mobbing“ unsere deutschen Kinder und Jugendlichen erreicht hat.

Was damit zusammenhängt, dass das Leben außerhalb von Schule und Verein immer mehr interaktiv stattfindet. Kinder und Jugendliche verbringen sehr viel Zeit im Internet und pflegen so ihre freundschaftlichen Kontakte. Mobbing, Ausgrenzung und Beleidigungen verlagern sich auf diese Weise ins Netz. Die Gesellschaft reagiert langsam auf die vermehrten Cyber-Mobbing Vorfälle, indem sie das Thema immer mehr zur Sprache bringen.

Anti-Mobbing Seiten versuchen die Gesellschaft aufzurütteln, indem sie immer mehr auf die Zunahme der Vorfälle mithilfe moderner Medien verweisen. Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau hat 2007 eine online Befragung von durchgeführt. Es wurden Schüler im Alter von 6-19 Jahren befragt. 2007 sagten 19,9% der befragten Schüler(innen), dass sie bereits vom Cyber-Mobbing betroffen waren oder sind.

2009 wurde die Studie wiedeholt, hier gaben nur noch 16,5% der befragten Schüler(innen) zu, dass sie von Cyber-Mobbing betroffen waren oder sind. Durch die Verlagerung des privaten Lebens ins Netz, werden immer wieder Cyber-Mobbing Vorfälle gemeldet, oftmals mit schlimmen seelischen Folgen für die Opfer. Schulen und Eltern sollten sich intensiver mit dem Thema „neue Medien“ beschäftigen, damit sie den Schüler(innen) den positiven- sowie den negativen Nutzen erläutern können. Mit Aufklärung kann Cyber-Mobbing präventiv entgegen gewirkt werden.

Bildnachweis: terovesalainen / stock.adobe.com

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