Gesundheit Praxistipps

Chronische Verstopfung und ihre 5 häufigsten Ursachen

Lesezeit: 3 Minuten Bei Verstopfung (Obstipation) ist die regelmäßige Darmentleerung beeinträchtigt. Meist ist zu harter, trockener Stuhl der Grund. Akute Verstopfung ist innerhalb weniger Tage wieder vorüber. Die chronische Form dagegen ist oftmals sehr langwierig und unangenehm.

3 min Lesezeit
Chronische Verstopfung und ihre 5 häufigsten Ursachen

Chronische Verstopfung und ihre 5 häufigsten Ursachen

Lesezeit: 3 Minuten

Lesen Sie in diesem Artikel, welche 5 Hauptursachen chronische Verstopfung auslösen und was Sie dagegen tun können. Die 5 Hauptursachen sind:

  1. falsche Ernährung
  2. mangelnde Bewegung
  3. Reizdarm
  4. Medikamente
  5. eine zugrundeliegende andere Krankheit

1. Ernährungsgewohnheiten als Auslöser für Verstopfung

Bei der Suche nach den Gründen für die chronische Verstopfung lohnt sich zu Beginn ein Blick auf die Ernährung. Oftmals ist eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr und eine ballaststoffarme Ernährung die Ursache für die Entleerungsstörungen im Darm.

Der Darm ist bei Erwachsenen um die acht Meter lang. In ihm wandert der Nahrungsbrei vom Magen zum After. Er wird durch Muskelkontraktionen vorwärts bewegt. Während dieser Wanderung entziehen ihm Dünn- und Dickdarm Nährstoffe und Flüssigkeit. Je nach Beschaffenheit des Speisebreis geht diese Darmpassage schneller oder langsamer vonstatten.

Wenn Sie zu wenig Flüssigkeit aufnehmen, ist der Nahrungsbrei zu trocken und braucht länger für die Passage. Das gleiche passiert, wenn Sie große Mengen Fett und Zucker aufnehmen. Sie verlangsamen die Darmtätigkeit ebenfalls. Durch diese verzögerte Passage durch den Darm wird dem Speisebrei zu viel Flüssigkeit entzogen. Der Stuhl wird hart und es entsteht eine Verstopfung.

Abhilfe schafft eine einfache Ernährungsumstellung. Essen Sie regelmäßig Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte und trinken Sie dazu über den Tag verteilt mindestens zwei Liter Wasser, Schorle oder leicht gesüßten Tee. Die Ballaststoffe aus diesen Nahrungsmittelgruppen werden im Körper nicht verdaut, quellen auf und erhöhen das Stuhlvolumen. Das reizt die Wände des Dickdarms, der dadurch verstärkt zu arbeiten beginnt.

Außerdem sorgen Ballaststoffe im Dickdarm für die Entwicklung gesunder Bakterienkulturen, die die Verdauungsprozesse unterstützen und die Darmtätigkeit ebenfalls ankurbeln. Ein zusätzlicher positiver Effekt ist die Entgiftung, denn Ballaststoffe binden Giftstoffe und andere ungesunde Substanzen im Darm und sorgen dadurch für die Ausscheidung aus dem Körper.

2. Mangelnde Bewegung begünstigt chronische Verstopfung

Ein weiterer wichtiger Faktor für dauerhafte Obstipation ist Bewegungsmangel. Wenn Sie täglich die meiste Zeit über sitzen und kaum Sport treiben, kann dies ebenfalls zu Darmträgheit führen. Die Bewegungen beim Laufen, Gehen oder Joggen massieren den Darm und kneten ihn regelrecht durch. Das bringt die Verdauung in Schwung und wirkt Verstopfung entgegen.

Neben diesen beiden ernährungsbedingten Gründen kann eine chronische Obstipation auch durch andere Dinge ausgelöst werden. Wenn Sie über mehrere Wochen oder sogar Monate Probleme mit regelmäßigem Stuhlgang haben, sollten Sie daher einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Folgende Störungen sind häufig Auslöser für Verstopfung.

3. Verstopfung als Symptom für das Reizdarm-Syndrom

Eine häufige Ursache für Obstipation ist das sogenannte Reizdarm-Syndrom (RDS). Die Verstopfung kommt hierbei zusammen mit anderen Symptomen wie Blähungen, Völlegefühl und Durchfall vor. Dabei ist RDS eine rein funktionelle Störung, das bedeutet, dass ihr keine Krankheit zugrunde liegt. Die Ursachen sind bisher nicht eindeutig geklärt.

Fachleute untersuchen inzwischen Faktoren wie erbliche Veranlagung, Stress oder die Beschaffenheit des Nervensystems im Darm als mögliche Auslöser dieses Syndroms.

Die gute Nachricht: Auch wenn die Begleiterscheinungen die Betroffenen unter Umständen stark belasten und in ihrer Lebensqualität einschränken, ist RDS ungefährlich und die jeweiligen Symptome vom Arzt gut behandelbar.

4. Verstopfung durch Medikamente

Wenn Sie regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen, lohnt sich ein genauer Blick auf den Beipackzettel. Denn Verstopfung und Darmträgheit sind bei vielen Arzneimitteln häufig angezeigte Nebenwirkungen. Bekannte Medikamente sind zum Beispiel:

  • Herz-Kreislaufmedikamente wie Beta-Blocker,
  • aluminium- oder kalziumhaltige Bindemittel für Magensäure,
  • Eisenpräparate,
  • Schlafmittel,
  • Antidepressiva,
  • Hustenstiller mit Codein,
  • starke Schmerzmittel auf Morphin-Basis.

5. Verstopfung als Symptom von Störungen und Krankheiten

Oftmals hat Verstopfung auch eine organische oder psychische Ursache. Stress, Hektik oder Depressionen haben häufig eine chronische Obstipation als Begleiterscheinung. Auch Hormon- oder Nervenstörungen können Verstopfung auslösen. Daneben gibt es auch eine Reihe von Darmerkrankungen, die dieses Symptom aufweisen. Dazu gehören:

  • Darmpolypen,
  • Darmausstülpungen (Divertikel),
  • entzündete Darmausstülpungen (Divertikulitis),
  • Analfissuren,
  • Abszesse im Analbereich,
  • Morbus Crohn,
  • Darmkrebs.

Fazit:

Verstopfung und Druckgefühl können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Bei länger andauernden Beschwerden können Sie Hausmittel wie Weizenkleie, Flohsamen oder Kefir ausprobieren, um den Darm wieder in Schwung zu bringen. Hält die Verstopfung an, ist ein Gang zum Arzt ratsam, da der Leidensdruck hoch ist und Betroffene im Alltag stark eingeschränkt sind.

Bildnachweis: hikdaigaku86 / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: