Homöopathie Praxistipps

Chronisch krank? Wie man durch Homöopathie Heilung finden kann

Lesezeit: 4 Minuten In meine Praxis kommen oft schulmedizinisch "austherapierte" Patienten, die anstatt durch diese Behandlung ihre Beschwerden verloren zu haben, immer kränker geworden sind und die froh wären, einmal wieder in normaler Verfassung einen Tag verbringen zu können. Erfahren Sie nun, wann Aussicht auf Linderung oder gar Heilung besteht, wenn Sie chronisch krank sind!

4 min Lesezeit
Chronisch krank? Wie man durch Homöopathie Heilung finden kann

Chronisch krank? Wie man durch Homöopathie Heilung finden kann

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Je weniger eine Krankheit fortgeschritten ist, desto eher kann man natürlich auf Besserung hoffen, vor allem dann, wenn sich organische Schäden in Maßen halten. Aber selbst Krankheiten mit schlechter schulmedizinischer Prognose lassen sich häufig noch erstaunlich gut kurieren, wenn

  • die Ursachen der Erkrankung erkannt und  kuriert werden und
  • die Selbstheilungskräfte noch aktiviert werden können.

Krankheitsursachen erkennen und heilen

Im Laufe unseres Lebens häufen sich immer mehr gesundheitliche Belastungen an. Es beginnt mit den Erbbelastungen und setzt sich dann fort mit den durchlebten Krankheiten sowie all den Medikamenten und medizinischen Behandlungen, die wir im Laufe unseres Lebens erhalten haben. Auch Umwelteinflüsse wie Strahlen und Gifte am Arbeitsplatz und natürlich unsere Ernährung können unserem Organismus Schaden zufügen.

All diese Belastungen summieren sich, bis unser Immunsystem überfordert ist, und sie nicht mehr in Schach halten kann, und wir ernst- und dauerhaft krank werden. Dadurch entsteht ein Krankheitsbild mit vielfältigen und so heftigen Symptomen, dass Schulmediziner die schlimmsten Krankheiten diagnostizieren, z. B. Colitis ulcerosa (blutige Dickdarmentzündung), Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz-Leiden), Herzneurose und Leukämie.

Dabei treten nur deshalb so schwere Symptome auf, weil sich unsere Abwehrkräfte der vielen, angestauten Belastungen nicht mehr erwehren können. Der Ausweg aus dieser Krise besteht für mich als Homöopathin darin, alle bestehenden Belastungen zu ermitteln, um sie anschließend mit den entsprechenden homöopathischen Arzneien zu behandeln.

Je kränker ein Patient ist, umso länger ist in der Regel seine Krankenvorgeschichte und umso mehr „Baustellen“ gilt es zu bearbeiten. Trotzdem hat sich diese Verfahrensweise als sehr effektiv erwiesen, da durch dieses Abarbeiten der einzelnen „Baustellen“ sich die Selbstheilungskräfte häufig schnell erholen und gleichzeitig die Symptome abklingen.

Nosodentherapie

Um die einzelnen „Baustellen“ zu sanieren, setze ich hauptsächlich Nosoden ein. Der Begriff „Nosode“ stammt ab von dem griechischen Wort „Nos“, das „Krankheit“ bedeutet, und wurde ursprünglich gebraucht, um die homöopathischen Arzneien, deren Ausgangssubstanz aus Sekreten von Erbkrankheiten besteht, zu bezeichnen –wie z. B. Medorrhinum und Luesinum.

Später wurde auch die homöopathische Arznei, die aus verschiedenen Tumorgeweben hergestellt wird – Carcinosinum – als Nosode bezeichnet, und weitere homöopathische Arzneien mit anderen besonderen Ausgangssubstanzen wie Bakterien und Viren. Impfstoffe und Medikamente wurden ebenfalls Nosoden genannt: z. B. Streptococcinum (bakterielle Nosode), Herpes simplex (virale Nosode), Diphterinum-Polio-Tetanus (Impfnosode) und Cortisonum (Arzneinosode).

Mit Nosoden kann man jeweils auf die krankmachenden Faktoren einwirken, sie abbauen und dadurch heilen. Je mehr verschiedene Faktoren aber unsere Gesundheit belasten, desto mehr entsprechende Nosoden sind erforderlich, um unsere Belastungen und Beschwerden zu überwinden. Wie dies im Einzelnen aussieht, können Sie nun an Hand eines Fallbeispiels erfahren:

Fallbeispiel: Frau mit mehreren Neuropathien (Nervenleiden)

Eine Frau, Anfang 50, litt unter einschießenden, stechenden und bohrenden Nervenschmerzen, z. T. mit Lähmungserscheinungen in verschiedenen Körperregionen: An Ohren und Zähnen, Oberarm, Rücken, Bauch und Hüften sowie Fußgelenken. Diese Neuralgien hatten sich im Laufe der Jahre an früheren Schwachstellen eingenistet.

Schüssler Salze wie die Nr. 2, Calcium phosphoricum, die Nr. 3, Ferrum phosphoricum und die Nr. 7, Magnesium phosphoricum, hatten ihr, als die Neuralgien begannen, vorübergehend Linderung verschafft. Doch dann traten die Schmerzen schlimmer als zuvor und an weiteren Stellen auf. Die Schmerzen im Kopfbereich beschrieb sie so, als ob der Zahnarzt bei ihr ohne Betäubung tief bohren würde.

Etwa zwei Jahre lang hatte sie als homöopathisches Konstitutionsmittel Carcinosinum in hohen Potenzen eingenommen, danach, als dieses zu wirken aufhörte, ein halbes Jahr lang Ignatia und gut ein Jahr lang Thuja. Carcinosinum und Thuja hatten ihr zunächst gegen ihre Nervenschmerzen im Kopfbereich geholfen, bis umso heftigere Zahnwurzel- und Rückenbeschwerden mit Lähmungserscheinungen auftraten.

Grund der Erkrankung

Als ich versuchte, die „causa“ (den Grund) dieser Nervenleiden aufzuspüren, kam mir die Krankengeschichte eines Jungen in den Sinn, die ich in meinem Artikel  „Ein Infekt will nicht heilen? Schaffen Sie Abhilfe mit Nosoden“ schildere.

Ich überlegte, ob auch die Beschwerden dieser Frau – genau wie die des Jungen – auf Impfungen zurückgingen und fragte mich: Können vor fast fünf Jahrzehnten erhaltene Impfungen diese Nervenleiden verursachen? Wenn Sie nun meinen: „Das kann nicht sein!“, denken Sie nicht anders als ich vor ein paar Jahren. Dass Impfungen so verheerende Auswirkungen nach sich ziehen, hielt auch ich früher für eine maßlose Übertreibung, bevor ich eines Besseren belehrt wurde.

Als ich die Möglichkeit einer Impfschädigung in Betracht zog, kam mir die Erleuchtung: Die Beschwerden dieser Frau, die neben Neuropathien auch unter Muskel- und Schleimhautbeschwerden litt, entsprachen den Symptomen, die die Diphterie-Polio-Tetanus-Erreger auslösen können. Außerdem traten auf ihrer Haut pockenartige Gebilde auf – ein Hinweis auf eine Pockenimpfbelastung.

Ich verabreichte ihr die Impfnosode Diphterie-Polio-Tetanus, die aus denselben Erregern wie die gleichnamige Impfung hergestellt wird, und die Nosode Variolinum, deren Ausgangsstoff aus Pockensekret besteht.

Therapieverlauf

Die genannten Nosoden setzte ich nach dem Grundsatz der Nosodentherapie, Gleiches durch Gleiches zu kurieren, ein. Dieser Grundsatz bringt auf den Punkt, dass prinzipielle Gleichheit zwischen krankheitsauslösendem Faktor und eingesetzter homöopathischer Nosode besteht, was die Nosodentherapie – mit etwas Erfahrung – leicht verständlich und selbst anwendbar macht.

Sobald die Patientin die oben genannten Nosoden erhalten hatte, verschwanden die heftigsten Nerven- und Muskelleiden. Zu den restlichen Beschwerden meinte sie, „sie stören mich nicht.“

Wenn sich bei einem Menschen – wie in diesem Fall –  im Laufe seines Lebens verschiedene Belastungen angehäuft haben, kann tiefgreifende Heilung erfolgen, indem eine Belastung nach der anderen mit Hilfe der entsprechenden Nosode abgebaut wird.

Daher behandelte ich die restlichen Beschwerden dieser Frau mit weiteren Nosoden wie Cortisonum, Morphinum, Radium broamtum, Streptococcinum und X-Rays. Warum ich diese Nosoden einsetzte, erfahren Sie nun in Stichworten:

  • Cortisonum, um das schulmedizinische Cortison zu antidotieren(entgiften), das sie in ihrer Jugend in Form von Ohrentropfen gegen ihre Ohrenschmerzen angewendet hatte.
  • Morphinum zum Ausleiten der Betäubungstoxine von zwei früheren Operationen.
  • Radium bromatum im Wechsel mit der Darmnosode Syoctic co. (was laut meiner Kollegin Christiane Petras gegen Rückenbeschwerden hilft). Außerdem bestand bei ihr eine Strahlenbelastung und eine Verdauungsstörung, was zusätzlich auf diese beiden Arzneien hinwies.
  • Streptococcinum wegen ihrer Streptokokken-Belastung, zu erkennen an ihren früheren eitrigen Infekten im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.
  • X-Rays (Röntgenstrahlen-Nosode) wegen ihrer Röntgen-Belastung und der stechenden Schmerzen am Bewegungsapparat.

Außerdem benötigte sie für ihre Unterleibsbeschwerden weitere Darmnosoden wie vor allem Morgan Gärtner. Nach knapp zwei Jahren Nosoden-Einnahme sagt sie: „Seitdem ich die Nosoden einnehme, geht es mir gut. Ich fühle mich gesund und fit. Selbst als Kind ist es mir nicht so gut gegangen.“

Fazit

Ich habe Ihnen die Behandlung dieses Falles vorgestellt, da er sich relativ kurz abhandeln ließ. Bei diesem Therapieverlauf handelt es sich nicht um einen Einzelfall – er ist typisch für die Nosodentherapie. So ähnlich verlief die Therapie auch in den eingangs erwähnten Fällen mit den Diagnosen Colitis ulcerosa (blutige Dickdarmentzündung), Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz-Leiden), Herzneurose und Leukämie.

Ernste Krankheiten suchen uns nicht ohne Vorgeschichte heim. Sie entwickeln sich aus nicht ausgeheilten Infekten, anderen körperlichen Störungen und nicht ausgeleiteten Toxinen und treten auf, sobald unser Immunsystem zu sehr strapaziert wird, um noch richtig funktionieren zu können.

Mit anderen Worten: „Kleine Ursache“ zu Beginn der Erkrankung – „große Wirkung“ bei fehlender Ausheilung und fortgesetzter Reise in die Krankheit. Für mich als Homöopathin bedeutet das, dass ich – ausgestattet mit ursächlich wirksamen homöopathischen Nosoden ? die Chance habe, „kleine“, fassbare Ursachen zu beheben und damit häufig selbst „große“, als unheilbar bezeichnete Krankheiten kurieren zu können.

Bildnachweis: absolutimages / stock.adobe.com

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