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Cholesterin – was ist das? Ein kleiner Exkurs in den Körper!

Lesezeit: 2 Minuten Bereits seit dem 18. Jahrhundert ist der Naturstoff Cholesterin bekannt - entdeckt wurde er in Gallensteinen. Deshalb stecken im Namen des Cholesterins auch die griechischen Begriffe „chole“ für „Galle“ und „stereas“ für „fest“. Inzwischen weiß man, dass Gallensteine nur zum Teil aus Cholesterin bestehen und dieser Naturstoff keineswegs ein Abfallprodukt, sondern essentiell ist: Ohne Cholesterin ist Leben nicht möglich.

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Cholesterin – was ist das? Ein kleiner Exkurs in den Körper!

Cholesterin – was ist das? Ein kleiner Exkurs in den Körper!

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Um die Funktion und die Wichtigkeit, aber auch die Nachteile des Cholesterins zu verstehen, muss man sich mit dem Charakter des Naturstoffs befassen: Welche Eigenschaften hat Cholesterin und was macht es so besonders? Warum ist es einerseits überlebenswichtig und andererseits auch so gefährlich? Die Chemie, Biologie und physiologische Funktion des Cholesterins geben die Antwort.

Die Chemie des Cholesterins

Cholesterin ist ein ubiquitär verbreiteter Naturstoff, welcher von allen tierischen Organismen gebildet und gebraucht wird. Reines, aus Gewebe isoliertes Cholesterin liegt bei Raumtemperatur als weißes Pulver vor. Cholesterin ist praktisch unlöslich in Wasser. Es verhält sich also wie ein Fett, ohne wirklich ein Fett zu sein. Deshalb kann Cholesterin im Körper nicht frei im Blut transportiert werde. Es muss „verpackt“ sein, um sich im Blut zu lösen. Ansammlungen größerer Mengen von Cholesterin neigen unter bestimmten Umständen dazu, in Wasser unlösliche „Steine“ zu bilden. Dies ist die Grundlage zur Bildung von Gallensteinen, welche zu schmerzhaften Gallenkoliken führen können.

Die Biologie des Cholesterins

Cholesterin zählt biologisch betrachtet zu den Sterolen und ist damit eng verwandt mit den Steroiden. Man bezeichnet Cholesterin auch als ein Zoosterol, also als tierisches Sterol. Bakterien, Viren, Pilze und Pflanzen bilden kein Cholesterin, wobei Pflanzen durchaus recht ähnliche Sterole mit ähnlichen Funktionen herstellen und nutzen. Man geht deshalb davon aus, dass Cholesterin entwicklungstechnisch ein sehr „alter“ Naturstoff ist.

Ein durchschnittlicher Erwachsener bildet pro Tag etwa 1 bis 2 Gramm Cholesterin und bringt es im gesamten Körper auf etwa 140 g des Naturstoffs. Weil Cholesterin wasserunlöslich ist, befinden sich über 95 Prozent des Cholesterins im Zellinneren oder an Lipoproteine gebunden. Etwa 75 bis 90 Prozent des Cholesterins wird vom Körper selbst gebildet. Der Rest stammt aus der Nahrung.

Die physiologische Funktion des Cholesterins

Cholesterin übernimmt im Körper zahlreiche wichtige Funktionen:

* Wichtiger Bestandteil der Plasmamembranen: Es erhöht die Stabilität der Membranen.

* Schleusenfunktion: Cholesterin sorgt gemeinsam mit bestimmten Proteinen dafür, dass körpereigene Stoffe in die Zellemembran oder durch die Zellmembran hindurch in eine Zelle hinein oder wieder hinaus geschleust werden.

* Körpereigene Synthese von Steroidhormonen: Es ist die Vorstufe der Geschlechtshormone Testosteron, Östradiol und Progesteron sowie der Nebennierenhormone Cortisol und Aldosteron (Corticoide).

* Körpereigene Synthese von Gallensäuren: Cholesterin ist die Ausgangssubstanz für die Gallensäuren Cholsäure und Glykocholsäure.

Immer im Kreis: Cholesterin und Gallensäuren

Etwa ein halbes Gramm Cholesterin wird beim Menschen täglich in Form von Gallensäuren über die Leber und die Gallenwege in den Darm ausgeschieden. Ziel ist, mithilfe der Gallensäuren wasserunlösliche Nahrungsbestandteile aus dem Darm aufzunehmen. Auch Cholesterin gelangt so aus der Nahrung in den Körper. Es wird von den Gallensäuren so ummantelt, dass sich im Inneren der Tröpfchen das wasserunlösliche Cholesterin befindet, während außen die wasserlöslichen Anteile der Gallensäuren angesiedelt sind. Im Dünndarm werden diese Transporteinheiten resorbiert. Etwa 90 Prozent des zuvor als Gallensäuren ausgeschiedenen Cholesterins gelangt so wieder zurück in den Körper.

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