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Cholesterin: Warum Cholesterin die Arterien schädigt

Cholesterin: Warum Cholesterin die Arterien schädigt
geschrieben von Christian Riedel

Ein hoher Cholesterinspiegel ist ungesund. Zu viel LDL-Cholesterin belastet das Herz und die Blutgefäße. Das kann sogar lebensgefährlich werden. Aber warum schädigt Cholesterin die Arterien?

Cholesterin kann sich in den Blutgefäßen verfestigen

Dieses so genannte kristalline Cholesterin kann wohl lebensgefährliche Entzündungen in den Arterienwänden verursachen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie unter Federführung der Universitäten Massachusetts und Bonn sowie der LMU München.

Der Organismus wehrt sich gegen das kristalline Cholesterin mit einer massiven Immunreaktion. Dabei entstehen entzündliche Schwellungen in der Gefäßwand. Diese so genannten atherosklerotischen Plaques führen zu Verengungen in den Arterienwänden und können lebensgefährlich sein. Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein plötzlicher Herztod sind mögliche Folgen der Schwellungen.

Warum Cholesterin die Arterien gefährdet

Doch die Forscher weisen nicht nur auf die Gefahren eines hohen Cholesterinspiegels hin. Sie machen gleichzeitig Hoffnung auf neue Medikamente gegen die Artherosklerose.

Denn in den atherosklerotischen Plaques befinden sich nicht nur kristallines Cholesterin, sondern auch jede Menge Immunzellen. Aber, obwohl es sich um eine Entzündung handelt, enthalten sie weder Viren noch Bakterien. Daher war den Forschern nicht klar, warum der Körper so eine massive Reaktion zeigt. In Tierversuchen fanden sie ebenfalls die umgangssprachlich genannte Arterienverkalkung, auch wenn die Tiere steril gehalten wurden. Allerdings waren die Arterien nur dann angegriffen, wenn das Futter eine größere Menge Cholesterin enthielt.

Warum Cholesterin schädlich ist

Beim Menschen kann man ebenfalls davon ausgehen: Je höher der Blutcholesterinspiegel, desto größer das Risiko einer Artherosklerose. Und mit dem Risiko steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Verschlusskrankheit wie eben Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Doch laut Professor Dr. Eicke Latz von der Uni Bonn war noch nicht genau klar, warum das so ist.

Daher ist Latz zusammen mit seinem Kollegen Peter Düwell von der LMU München, Veit Hornung an der Uni Bonn und US-Kollegen dieser Frage nachgegangen. Sie konnten letztendlich den molekularen Auslöser der Gefäßentzündung finden. „Wir haben festgestellt, dass sich bei entsprechender Ernährung schon nach kurzer Zeit Cholesterin-Kristalle in den Arterienwänden ablagern“, sagt Düwell. „Diese Kristalle werden dann von Fresszellen des Immunsystems aufgenommen.“

Tödliche Kettenreaktion

Und das löst dann eine verhängnisvolle Kettenreaktion aus. Denn in den Fresszellen wird durch die cholesterinreiche Kost ein bestimmtes Protein (Inflammasom) aktiviert, das die Zelle dazu animiert, Entzündungsmediatoren freizusetzen. Dadurch denkt der Organismus, es gäbe eine größere Entzündung und schickt weitere Immunzellen an den Ort des Geschehens. Diese Vielzahl an Fresszellen destabilisiert dann die Gefäßwände, mit teils lebensgefährlichen Folgen.

Neue Cholesterin-Medikamente?

Noch fehlt den Forschern ein kleines Teilchen, um die Cholesterin-Kristalle zu entschärfen. Aber Prof. Lantz sieht die Forschung auf einem guten Weg: „Wir wissen noch nicht genau, wie die Cholesterin-Kristalle das Inflammasom aktivieren.“ Aber die Resultate der Untersuchung haben Ansatzpunkte für neue Medikamente geliefert, die möglicherweise schon bald Leben retten können.

Bildnachweis: gamjai / stock.adobe.com

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