Finanzen Praxistipps

Checkliste für das Geschäftskonto: Darauf sollte man achten

In Deutschland müssen sich Gründer in den ersten Wochen vor allem um Papierkram und bürokratische Aufgaben wie die Gewerbeanmeldung kümmern. Damit geschäftliche und private Kontobewegungen nicht durcheinandergeraten, sollten Gründer außerdem für den ersten Transaktionen ein Geschäftskonto eröffnen. Doch welches Geschäftskonto passt zum neuen Unternehmen und worauf sollte man bei der Auswahl des Kontos und der Bank achten?

<strong>Checkliste für das Geschäftskonto: Darauf sollte man achten</strong>

Checkliste für das Geschäftskonto: Darauf sollte man achten

Finanzexperten empfehlen Unternehmen, beim Geschäftskonto eröffnen, vor allem auf die folgenden Punkte zu achten.

Gebühren des Geschäftskontos

Immer mehr Onlinebanken, aber auch traditionelle Kreditinstitute werben mit „kostenlosen“ und „gebührenfreien“ Geschäftskonten. Kontoführungsgebühren fallen bei diesen Geschäftskonten tatsächlich nicht an. Weil die Banken stattdessen Entgelte für Überweisungen, die Ein- und Auszahlung von Bargeld und andere Leistungen berechnen, entpuppen sich die vermeintlichen Schnäppchen später oft als Kostenfalle.

In den meisten Fällen ist es daher sinnvoller, bei der Gründung ein kostenpflichtiges Geschäftskonto zu öffnen. Die meisten Banken haben bereits für etwa zehn Euro Geschäftskonten im Portfolio, die für Start-ups, Einzelunternehmer und Freiberufler ausreichende Inklusivleistungen beinhalten und keine weiteren Kosten verursachen.

Beim Abschluss eines Geschäftskontos sollten Gründer ein Augenmerk auf diese Gebühren legen:

·        Kosten für EC- und Kreditkarten

·        Gebühren für Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften

·        Kosten für Unterkonten

·        Kosten für das Ein- und Auszahlen von Bargeld im In- und Ausland

·        Überziehungszinsen / Dispozinsen

·        Negativzinsen bei hohen Guthaben

Direkt- oder Filialbank?

In den letzten Jahren haben sich neben klassischen Geschäftsbanken zahlreiche Direktbanken und Fintechs in Deutschland etabliert. Durch Verträge mit den Automatenverbände CashPool und CashGroup sowie Partnerschaften mit traditionellen Filialbanken können auch diese neuen Unternehmen inzwischen ein umfassendes Serviceangebot, inklusive einer Bargeldversorgung mit einem großen Automatennetz, anbieten.

Filialbanken sind bei Geschäftskonten jedoch oft noch immer die bessere Wahl, weil sie einen persönlichen Kontakt zu einem Bankberater ermöglichen. Bei Direktbanken ist der Kontakt hingegen nur per Mail, Chat oder Telefonsupport möglich. Wenn komplexe finanzielle Fragen bestehen oder in einer wirtschaftlich problematischen Situation ein Kredit benötigt wird, können Filialbanken oft besser helfen.

Ein- und Auszahlungen von Bargeld im In- und Ausland

Viele Geschäftsmodelle, etwa Restaurants und der Einzelhandel, sind noch immer darauf angewiesen, regelmäßig Bargeld ein- und auszahlen zu können. Auch die Versorgung mit Kleingeld zum Wechseln sollte bei der Wahl des Geschäftskontos berücksichtigt werden. Es ist deshalb wichtig, nicht nur auf die Gebühren bei Ein- und Auszahlungen von Bargeld im In- und Ausland zu achten, sondern sich auch über das Automaten- und Filialnetz zu informieren.

Die meisten empfehlenswerten Geschäftskonten beinhalten eine EC- oder Kreditkarte, mit der mehrmals pro Monat Bargeld ohne Zusatzkosten ein- und ausgezahlt werden kann. Problematisch sind in der Regel nur Direktbanken ohne entsprechende Kooperationen, bei denen stets Automaten von Fremdbanken verwendet werden müssen. Bargeld kann zwar auch hier ein- und ausgezahlt werden, es kommt dabei aber oft zu hohen Gebühren.

Der Kreditrahmen

Kurzfristig Liquiditätsengpässe kommen bei den meisten Neugründungen vor. Bei der Wahl des Geschäftskontos sollten Gründer deshalb darauf achten, dass die Bank einen ausreichenden Kontokorrentkredit (Dispokredit) anbietet. Besonders bei Geschäften, bei denen die Einnahmen stark schwanken, sollten bei der Wahl des Geschäftskontos die Höhe und die Zinsen des Kontokorrentkredits besonders intensiv verglichen werden.

Das Beratungsportfolio

Bei der Wahl der Bank sollten Gründer neben dem eigentlichen Geschäftskonto auch auf weitere Vorteile achten. Besonders Filialbanken mit einer guten Kundenbetreuung bieten Gründern ein umfassendes Beratungsportfolio, das besonders für unerfahrene Existenzgründer hilfreich sein kann. Hierbei sollten Gründer jedoch stets zwischen der sinnvollen Beratung und dem Verkauf weiterer Dienstleistungen, wie etwa zusätzliche Versicherungen, differenzieren.

Fazit – Das „beste Geschäftskonto“ ist vom Unternehmen abhängig

Das „beste Geschäftskonto“ für alle Unternehmen gibt es nicht. Gründer sollten bei der Wahl des Kontos deshalb darauf achten, dass das Geschäftskonto möglichst perfekt zum eigenen Unternehmen passt. Zudem empfehlen Finanzexperten, sich nicht von Boni wie kostenlosen Versicherungen, Startguthaben oder Sachprämien beeinflussen zu lassen, weil diese zwar „nett“ sind, bei einer solch wichtigen Geschäftsentscheidung aber nicht den Ausschlag geben sollten.

Bildnachweis: lovelyday12 / stock.adobe.com

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