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Borreliose: Was tun bei einem Zeckenstich?

Jetzt im Sommer kommt es wieder vermehrt zu Zeckenstichen. Das ist gefährlich, denn durch einen Zeckenstich kann Borreliose übertragen werden, daher sind Prophylaxemaßnahmen wichtig. Was aber ist zu tun, wenn doch ein Zeckenstich entdeckt wird?

Borreliose: Was tun bei einem Zeckenstich?

Borreliose durch Zeckenstich
Jetzt im Frühsommer wird wieder die Frage aktuell, was zu tun ist, wenn ein Zeckenstich am Körper entdeckt wird. Der erste Gedanke ist, ob die Zecke mit Borreliose infiziert sein könnte. Während die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) nur in einigen Gebieten vorkommt, die das Robert-Koch-Institut benennt und nur 0,2 bis 0,5 % der Zeckenstiche zu dieser Erkrankung führen (1), wird die Borreliose häufiger von der Zecke übertragen.

Sie wird in Deutschland fast überall beobachtet, auffällig häufig aber an den Rändern von Siedlungsgebieten. Es wird geschätzt, dass 3 – 6 % der Stiche infektiös sind und 0,3 – 1,4 % zu einer manifesten Borreliose führen.

Borreliose durch Zeckenstich: Vorbeugen
Die beste Prophylaxe ist es, einen Stich zu vermeiden. Helle Bekleidung hilft, die dunklen Tiere früh wahrzunehmen, Insektenschutzmittel wirken nur eingeschränkt. Wichtig ist es, nach einem Tag im Grünen den ganzen Körper abzusuchen, vor allem an Stellen, die dazu neigen, feucht zu werden (z. B. Kniekehlen, Achseln, Bauchfalten).

Zecken wandern oft einige Stunden über den Körper, ehe sie eine geeignete Stelle gefunden haben, an der sie mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut eindringen können. Die Chancen stehen also gut, die Tiere zu entdecken, bevor sie sich festgebissen haben.

Borreliose durch Zeckenstich: Wenn doch ein Stich stattgefunden hat
Wenn eine Zecke mit Spirochäten, den Erregern der Borreliose infiziert ist, können diese während des Saugens über den Speichel der Zecke in das Blut des Menschen übertragen werden. Auch dann dauert es noch 6 bis 24 Stunden, bis die Erreger aus dem Verdauungstrakt der Zecke in den Menschen gelangen.

Daher ist es wichtig, die Tiere zügig zu entfernen, am besten mit einer gewinkelten Pinzette oder auch mit den Fingernägeln, wenn keine Pinzette vorhanden ist. Es kann auch ein dünner Faden um den Kopf der Zecke geschlungen werden und die Zecke so herausgezogen werden. Auf keinen Fall sollte der der Hinterleib zusammengedrückt werden, da Krankheitserreger in die Stichstelle gepresst werden könnten.

Es ist auch nicht nötig, die Zecke beim Entfernen zu drehen, da ihre Saugwerkzeuge nicht gewindeartig aufgebaut sind. Wichtig ist es, dass der Kopf nicht in der Wunde verbleibt und dort zu einer Entzündung führt.

Borreliose durch Zeckenstich: Homöopathische Mittel
Nach einem Zeckenstich empfiehlt es sich,   Ledum palustre (Sumpfporst) einmalig in der C 200 einzunehmen. Dieses Mittel hilft bei Insektenstichen und Tierbissen aller Art, die Auswirkungen lokal einzudämmen. Bei einem Zeckenstich sollte es sogleich prophylaktisch eingenommen werden, bevor sich Symptome entwickeln. Bei anderen Insektenstichen, die zwar unangenehm, aber weniger folgenreich sind, kann man abwarten, welche Symptome sich entwickeln und dann das passendste Mittel geben.

Ledum palustre ist insbesondere angezeigt, wenn ein Gefühl der inneren Hitze an der Stichstelle auftritt, die Wunde sich jedoch kalt anfühlt. Die Betroffenen frieren, aber Wärme verschlechtert. Kälte und kalte Umschläge verbessern. Die Wunde schwillt und juckt, starke Schmerzen können auftreten und sogar bei roter Verfärbung an den Lymphbahnen entlang kann dieses Mittel oft noch rechtzeitig eine Ausbreitung verhindern.

Eine Verschlimmerung wird oft auch beobachtet am Abend, vor Mitternacht und durch Alkohol. Falls der Kopf der Zecken nicht mit entfernt werden konnte, kann erst abgewartet werden, ob er durch dieses Mittel abgestoßen wird. Wenn jedoch Beschwerden auftreten, können Silicea oder Hepar sulfuris in der C 30 erwogen werden, die dabei helfen, dass der Körper Fremdköper ausscheidet. Zur Prophylaxe kann auch einmalig die Nosode von Borrelia burgdorferi in der C 200 verabreicht werden.

Kommt es zu mehreren Stichen in einer Saison, sollten Sie sich in eine klassisch homöopathische Behandlung begeben. Die wiederholte Einnahme eines homöopathischen Mittels kann auf den Organismus und seine Lebenskraft unerwünschte Auswirkungen haben, die über den Zeckenstich hinausgehen, da es auf allen Ebenen wirkt und nicht nur lokal auf den Zeckenstich.

Borreliose durch Zeckenstich: Wie geht es weiter?
Der Zeckenstich muss auf jeden Fall trotz der meist hilfreichen homöopathischen Prophylaxe weiter beobachtet werden. Die ersten Anzeichen für eine Borrelioseinfektion sind die Wanderröte (Erythema migrans) und/oder grippeartige Beschwerden, sie werden jedoch nur bei ca. 50 % der Betroffenen beobachtet.

Die Wanderröte entsteht in der Regel frühestens nach einer Woche als roter Fleck oder sich ausbreitender Kreis um die Bissstelle mit mehreren Zentimetern Durchmesser und später in der Mitte verblassend. Manchmal wird dieser Fleck auch erst mehrere Wochen nach dem Stich beobachtet.

Im zweiten Stadium kann es vor allem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Schienbeinschmerzen, Nervenproblemen (Entzündungen, aber auch Nervenausfälle wie eine Gesichtslähmung, Gelenkproblemen (vor allem Kniegelenk) und Hauterscheinungen kommen.

Das dritte Stadium tritt oft erst Monate bis Jahre nach Infektionsbeginn auf. Typisch sind hier von Gelenk zu Gelenk springende Schmerzen durch Entzündungen und eine blaurot verfärbte Haut an Händen und Füßen auf der Streckseite der Gelenke. Vielfältige Nervenerscheinungen können auftreten.

Borreliose durch Zeckenstich: Symptome der Borreliose sind vielfältig
Daher ist die Diagnose schwierig zu stellen und es vergeht oft ein langer Zeitraum, bis die Patienten eine adäquate Therapie bekommen. Als Bluttest wird ein Antikörpernachweis durchgeführt, der aber nicht bei allen Erkrankten positiv ausfällt.

Die schulmedizinische Therapie sieht hochdosierte Antibiotikagaben vor, die zu Beginn der Erkrankung angewandt, auch Erfolge erzielt, da die Erreger sich hier noch im Blut befinden und somit für die Antibiotika erreichbar sind. Die meisten Patienten werden jedoch spät diagnostiziert und therapiert und erhalten so wiederholte, hochdosierte Antibiotikagaben mit entsprechenden Nebenwirkungen.

Da die Erreger in alle Gewebe und Zellen eindringen können, sind sie bei fortgeschrittener Erkrankung nicht mehr durch Antibiotika erreichbar oder nur noch ein kleiner Teil von ihnen, wenn sie sich schubweise im Blut vermehren.

Die homöopathische Behandlung bietet hier eine Möglichkeit, die Lebenskraft zu stimulieren. Dabei werden die Bakterien nicht äußerlich bekämpft, sondern der Organismus wird durch die homöopathische Arznei so gestärkt, dass dem Erreger keine Angriffsfläche mehr geboten wird.

Fazit
Es wird geschätzt, dass circa jeder dreihundertste Zeckenstich zu einer Borreliose führt. Daher ist es wichtig, Stichen vorzubeugen. Bei erfolgtem Stich kann Ledum palustre den Organismus dabei unterstützen, dass sich die Infektion nicht ausbreitet. Es kann auch die Nosode von Borrelia burgdorferi einmalig in der C 200 verabreicht werden.

Zeigen sich Symptome dieser Erkrankung, hat es sich gezeigt, dass Antibiotika oft nur in der ersten Phase erfolgreich sind, da sich bei fortgeschrittener Erkrankung die Erreger in den Zellen befinden, wo sie schlecht erreicht werden können. Die klassische Homöopathie kennt eine ganze Reihe von Mitteln, die bei der Vorsorge und Behandlung von Zeckenstichen zur Anwendung kommen können.

Referenzen: 
(1) RKI Epidemiologisches Bulletin 32/2005

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