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Bore-out: So vermeiden Sie Langeweile im Ruhestand

Lesezeit: 3 Minuten Bore-out nennt sich ein neuer Fachbegriff für den Zustand, unter dem viele Menschen leiden, wenn sie unterfordert sind. Langeweile quält besonders Senioren, die nicht gelernt haben, ihre Freizeit zu gestalten. Beugen Sie rechtzeitig vor und suchen Sie sich eine sinnvolle Beschäftigung oder ein Hobby, bevor Sie in den Ruhestand gehen.

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Bore-out: So vermeiden Sie Langeweile im Ruhestand

Bore-out: So vermeiden Sie Langeweile im Ruhestand

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Viele Senioren leiden unter Langeweile, die zu Depressionen und sogar zu Demenzerscheinungen führen kann. Die Ursachen für das Leeregefühl im Alltag sind recht unterschiedlich. Manche Menschen haben neben ihrer Arbeit kaum Interessen entwickelt, die sie dann im Ruhestand ausbauen könnten. Plötzlich ist das Rentenalter erreicht und der Senior weiß nicht, was er mit seiner Zeit anfangen soll. Untätigkeit und Tage ohne Strukturen unterfordern ihn, Körper und Seele geraten aus der Balance.

Hobbys ausbauen oder Senior-Berater werden

Langeweile im Rentenalter muss nicht sein. Bevor Sie in den Ruhestand gehen, überlegen Sie sich, welche Wünsche und Träume Sie verwirklichen möchten, wenn Sie mehr Zeit haben. Falls Sie bereits ein oder mehrere Hobbys haben, lassen sich diese nun weiter ausbauen.

Vielleicht hat Ihnen Ihre Arbeit so viel Spaß gemacht, dass Sie sie eigentlich nicht aufgeben möchten. Erkundigen Sie sich, ob und wo sie als Senior-Berater ehrenamtlich tätig sein könnten. Junge Kollegen sind Ihnen sicher dankbar, wenn sie von Ihrer Erfahrung profitieren können, ohne dass Sie ihnen ihren Job wegnehmen.

Einem Bore-out vorbeugen mit neuen Strukturen

Nicht nur Freizeitaktivitäten sollten einen Teil Ihres neuen Alltags ausfüllen. Schließlich mag niemand den ganzen Tag ausschließlich stricken, Sport machen oder fotografieren. Geben Sie jedem Tag eine regelmäßige Struktur, damit Körper, Geist und Seele ihr Gleichgewicht finden. Zunächst mag es verlockend erscheinen, endlich ausschlafen zu können. Doch wenn Sie jeden Tag vertrödeln, wird auch dieser Zustand langweilig.

Haus- und Gartenarbeiten berücksichtigen

Gewöhnen Sie sich daran, die Hausarbeiten nach Dringlichkeit auf die Woche zu verteilen, damit Sie Zeit für die erfreulicheren Aktivitäten haben. Wenn Sie handwerklich geschickt sind, können Sie Reparaturen selbst erledigen und damit Geld sparen. Gartenbesitzer müssen außerdem ihre Pflanzen versorgen.

Diese Aufgaben sollten Sie bei Ihrer Planung berücksichtigen und nicht alles Ihrem Partner überlassen, während Sie sich ausschließlich Ihrem Hobby widmen. Teilen Sie sich die Haus- und Gartenarbeiten so ein, dass Sie beide genügend Zeit und Energie für Ihre Interessen haben.

Langeweile bei alleinstehenden Senioren

Ein großes Problem ist die Langeweile für ältere alleinstehende Menschen, die wenig oder keine Kontakte mehr haben. Obwohl es heutzutage viele Möglichkeiten gibt, neue Bekanntschaften zu schließen, sind manche Senioren zu träge oder zu schüchtern, um auf andere Leute zu zugehen. Sie haben Angst vor neuen Kontakten und klammern sich an die restlichen Familienmitglieder, sofern noch welche vorhanden sind.

Bedenken Sie, dass berufstätige Verwandte nicht so viel Zeit und Kraft haben, Sie ständig zu unterhalten. Nette Bekanntschaften sind oft mehr wert, als erzwungene familiäre Kontakte. Verwandtschaft garantiert schließlich nicht unbedingt einen freundschaftlichen Umgang.

Kontakte per Internet finden

Senioren, die es gewohnt sind, das Internet zu benutzen, finden leichter Kontakte über Foren und Communities, die sich mit ihren Interessen beschäftigen, zum Beispiel mit Tieren, Kunst, Musik, Sportverein und vieles mehr. Viele ältere Menschen lehnen es jedoch ab, den Umgang mit dem Computer neu zu erlernen und berauben sich dadurch vieler Möglichkeiten, zum Beispiel Menschen in der Nähe zu finden, die die gleichen Hobbys haben.

Hilfe bei der Kontaktsuche

Wenn Sie sich selbst nicht informieren können, wo Sie neue Kontakte finden, bitten Sie ein jüngeres Familienmitglied oder einen ehrenamtlichen Begleiter, Ihnen dabei zu helfen. Ehrenamtliche Begleiter gibt es bei gemeinnützigen Vereinen oder Gesellschaften wie den Johannitern oder den Maltesern. Auch in Kirchengemeinden gibt es Programme und Treffen für ältere Menschen.

Sie können auch ganz einfach ein Inserat in der Tageszeitung aufgeben, um sich zum Beispiel Begleiter für Spaziergänge oder Wanderungen zu suchen. Zum Kennenlernen sollten Sie sich jedoch zunächst in einem Café treffen und nicht bei Ihnen zu Hause. So können Sie sich jederzeit verabschieden, falls die Person nicht Ihren Erwartungen entspricht.

Bore-out bei pflegebedürftigen Senioren

Problematisch ist die Langeweile besonders bei pflegebedürftigen Senioren. Wenn Sie durch körperliche und/oder geistige Einschränkungen nicht in der Lage sind, Ihre bisherigen Interessen zu verfolgen, lassen Sie sich nicht entmutigen. Überlegen Sie, welche Aktivitäten Ihnen Freude machen würden und Ihren vorhandenen Fähigkeiten entsprechen.

Vielen Hobbys können Sie sogar im Bett nachgehen: Basteln, Malen, Zeichnen, Handarbeiten und Schreiben sind nur einige Beispiele, an denen Sie sich mithilfe eines mobilen Betttischs erfreuen können. So lassen sich zudem die Beschwerden Ihrer Erkrankungen besser tolerieren oder sogar für eine Weile vergessen.

Bildnachweis: Monkey Business / stock.adobe.com

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