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Blattläuse bekämpfen: Seifenlauge oder Sprühflasche, aber bitte biologisch!

Blattläuse bekämpfen: Seifenlauge oder Sprühflasche, aber bitte biologisch!
geschrieben von Albertine Sprandel

Blattläuse bekämpfen – aber wie? Am liebsten wollen Sie die schwarzen oder grünen Biester mit biologischen Mitteln bekämpfen. Davon gibt es selbst im Pflanzenschutzregal im Gartencenter einige. Alle Pflanzenschutzmittel sind grundsätzlich eingesperrt, Mitarbeiter händigen sie aus. Mit einer Empfehlung, oft sogar mit einer qualifizierten Beratung. Dennoch ist es hilfreich, vorher zu wissen, was Sie wollen. Hier eine Entscheidungshilfe.

Blattläuse sicher erkennen

Die 3 mm kleinen Insekten saugen mit einem Stechrüssel Pflanzensäfte aus und schwächen dadurch und durch ihre Speichelgifte die Pflanzen. Folge: Die Blätter kräuseln sich, rollen ein und entwickeln gelbe Flecken. Die Spitzen der Pflanzentriebe verkümmern oder die Blüten verkrüppeln.

Blattläuse scheiden als Abfallprodukt Honigtau aus. Er tropft auf die tiefer liegenden Blätter und auf die Stellflächen. Also: Klebrige Flächen sind ein Zeichen für einen Befall mit Blattläusen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, bringen Sie eine Probe in das Fachgeschäft.

Blattläuse bekämpfen: Seifenlauge oder Sprühflasche

Klar, Vorbeugen ist alles. Mehr dazu in der ersten Folge Blattläuse an Zimmerpflanzen: So beugen Sie vor.

Entdecken Sie dennoch einzelne Parasiten auf Ihren Pflanzen, wirken Pflanzenschutzmittel auf Seifen- oder Ölbasis recht gut. Jedoch nur bei geringem Befall. Sie können eine Seifenlauge selber herstellen oder Sie fragen nach Produkten mit Kaliseife.

Außerdem werden ölhaltige Mittel angeboten. Achtung: Pflanzen mit dünnen Blättern (wie Abuliton) und einige Orchideenarten vertragen das Öl nicht. Die Poren der Blätter verkleben und der Gasaustausch der Pflanze wird gestört. Dadurch sterben die Blätter oft ab.

Kräuseln sich die Blätter oder rollen ein, haben sich gelbe Flecken entwickelt oder der Klebstoff ist deutlich zu sehen und zu spüren, sollten Sie zu stärkeren Mitteln greifen. Viele Hersteller bieten Mittel auf der Basis von Pyrethrum mit und ohne Öl an. Pyrethrum ist ein natürlicher Wirkstoff aber dennoch ein stärkeres Pflanzenschutzmittel. Als „Kontaktinsektizid“ wirkt es von außen auf die Blattläuse und wird nicht von der Pflanze aufgenommen.

Wiederholen Sie die Anwendung nach 7 bis 9 Tagen, sonst wirken die biologischen Mittel nicht!

Um Blattläuse dauerhaft zu bekämpfen, benetzen Sie immer die ganze Pflanze, auch die Blattunterseiten. Und ganz wichtig: Wiederholen Sie die Behandlung nach 7 bis 9 Tagen, damit Sie auch die Tiere erwischen, die seit der ersten Behandlung geschlüpft sind. Diese saugen und schädigen sofort und vermehren sich rasant!

Bei der Anwendung sollten Sie Schutzhandschuhe tragen, die Sprühflasche hinterher gut säubern, für nichts anderes verwenden und Kinder und Haustiere von den behandelten Pflanzen fernhalten. Vorteil: Pyrethrum ist ein Naturprodukt und wird dadurch in kurzer Zeit vollständig abgebaut.

Für alle Pflanzenschutzmittel gilt: Die Dosierungen und Zulassungen finden Sie auf der Packung oder auf einer Beilage. Lesen Sie diese gut durch, und halten Sie sich unbedingt daran!

Bildnachweis: Alexandre / stock.adobe.com

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Albertine Sprandel